Parallel erhält 100 Millionen US-Dollar für batterieelektrische Güterwagen
Das US-Unternehmen Parallel Systems hat in einer Gruppe-C-Finanzierungsrunde 100 Millionen US-Dollar für seine autonomen batterieelektrischen Güterwagen eingefahren. Parallel will damit die dritte Generation der Panther-Fahrzeuge, die Güter auf der Schiene allein oder im Verbund mit weiteren solcher Güterwagen transportieren, auf den Markt bringen.
Die frische Finanzspritze in Höhe von 100 Millionen US-Dollar stammt von den neuen Investoren AVP, Hillspire, Agility Global und Cobalt Capital sowie bestehenden Investoren wie Anthos Capital, Congruent Ventures, Riot Capital und Collaborative Fund, wie das Unternehmen mitteilte.
Das elektrische Gütertransportsystem von Parallel umfasst eigenständig agierende vollelektrische Güterwagen, die von Permanentmagnet-Synchronmotoren angetrieben werden. Sie können autonom auf der Schiene fahren, benötigen also keinen menschengesteuerten Triebwagen als Zugfahrzeug. Strecken von bis zu etwa 800 km Länge können die Güterwagen allein oder im Platoon zurücklegen, wobei die Koppelung der Waggons ohne menschlichen Einsatz erfolgt. Die Fahrzeuge können sich so gemeinsam zu Verbünden zusammenschließen und durch Ausnutzung der Aerodynamik Strecken energiesparender zurücklegen. Je nach Ziel können sich einzelne Güterwagen abtrennen, um so den jeweiligen Bestimmungsort zu erreichen. Bis zu 58 Tonnen könne ein solcher Güterwaggon transportieren. Die Güterwagen sind darauf ausgelegt, Standard-Schiffscontainer zu befördern.
Kostengünstiger autonomer Schienentransport
Das System zielt darauf ab, auch geringere Frachtmengen kostengünstig auf der Schiene zu transportieren. Dadurch soll der Frachtverkehr von der Straße stärker auf die Schiene verlagert werden, den Straßenverkehr entlasten und den Transport von Gütern ökologischer gestalten. Zudem würde damit das Problem des zunehmenden Fahrermangels von Lkw adressiert werden.
Das Gütertransportsystem von Parallel kann direkt in bestehende Schieneninfrastruktur integriert werden. Die Güterwagen überwachen selbstständig ihre Position und den Betriebszustand über eine Fahrzeugsteuerungssoftware, die mit den Steuerungs- und Logistiksystemen der herkömmlichen Bahn kommunizieren kann.
Parallel hat bereits im September 2026 den Testbetrieb aufgenommen. Ausprobiert wird das System auf einer etwa 48 km langen Strecke zwischen Vidalia und einem Gebiet östlich von Helena im US-Bundesstaat Georgia. Der Test erfolgt zusammen mit dem Regionalbahnbetreiber Genesee & Wyoming. Das Testprogramm auf einer öffentlichen Strecke wurde von der Federal Railroad Administration genehmigt. Ziel des Testprogramms ist die Erprobung des Betriebskonzepts unter möglichst praxisnahen Bedingungen.
Das frische Geld will Parallel dafür verwenden, um die dritte, serienreife Generation seiner Panther-Güterwaggons zu produzieren und zugleich internationale Märkte zu erschließen. Erste Bahngesellschaften sollen bereits Verträge mit Parallel zur Abnahme der autonomen, batterieelektrischen Güterwaggons geschlossen haben. Details nennt das Unternehmen allerdings nicht. Unklar ist auch, bis wann Parallel wie viele der Waggons produzieren will.
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