Gehaltsangaben in Stellenanzeigen: Brit:innen sollen wissen, was beim Job rausspringen würde

Wie hoch das Gehalt für eine Stelle ist, soll in Großbritannien bald schon vor jeder Bewerbung klar sein: Ein entsprechendes Gesetz wurde angekündigt.
dpa | Arbeitgeber in Großbritannien sollen künftig dazu verpflichtet werden, das Gehalt für einen Job bei der Stellenanzeige anzugeben. Ein entsprechendes Gesetz hat die Regierung von Premierminister Andy Burnham angekündigt. Es soll vor allem für junge Menschen und Rückkehrer ins Arbeitsleben mehr Transparenz schaffen und Nachteile für Frauen verhindern.
Das Gesetz soll so bald wie möglich kommen, ein genauer Termin wurde nicht genannt. Die Regierung möchte künftig verhindern, dass gerade auch von Berufsanfängern viel Mühe in Bewerbungen gesteckt wird, ohne zu wissen, ob das Gehalt den Erwartungen entspricht oder die Lebenshaltungskosten deckt.
Nur knapp ein Fünftel der Betriebe nennt genaue Vergütung
Das Einreißen von Barrieren sei aber nur ein Teil, sagte Burnham. „Es ist auch notwendig, dass Unternehmen mehr Türen öffnen und jungen Leuten die Erfahrung und das Vertrauen geben, diesen ersten Schritt in die Welt der Arbeit zu machen“, fügte der Chef der von der Labour-Partei geführten Regierung hinzu.
Unter Berufung auf eine Studie erklärte die Regierung, nur 18 Prozent der Unternehmen würden bislang in Anzeigen das konkrete Gehalt nennen. 41 Prozent würden zumindest eine Spanne angeben.
Intransparente Gehaltsangaben hätten Frauen schon zu lange benachteiligt und dafür gesorgt, dass es für sie schwieriger sei, sich gegen unfaire und ungleiche Bezahlung zu wehren, sagte Geschäftsführerin Penny East von der Fawcett Society in der Regierungsmitteilung. Die Fawcett Society setzt sich nach eigenen Angaben seit mehr als 150 Jahren für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit in Großbritannien ein.
Eine Million junger Menschen ohne Ausbildung oder Job
Zwischen April und Juni dieses Jahres waren laut offiziellen Zahlen 13 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in Großbritannien ohne Arbeits- oder Ausbildungsplatz oder absolvierten anderweitige Bildungsmaßnahmen. Zwischen Januar und März lag ihre Zahl demnach erstmals seit 2013 wieder bei einer Million. Die Anzahl offener Stellen im gesamten Arbeitsmarkt ist zwischen Juli und September laut nationalem Statistikamt um schätzungsweise 21.000 auf 691.000 zurückgegangen.
In vielen europäischen Ländern gibt es derzeit Proteste, bei denen vor allem junge Menschen bessere Zukunftschancen für sich einfordern.
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