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Wednesday, September 30, 2026

Für Mechaniker und Drohnenpiloten: Panasonics ToughBooks mit neuem Innenleben

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Frisches Innenleben für harte Umgebungen: Panasonic hebt zwei ToughBook-Baureihen auf die aktuelle Prozessorgeneration Intel Core Ultra 300 alias Panther Lake. Das ToughBook G3 ist ein Windows-Tablet mit 10,1-Zoll-Bildschirm (1920 × 1200 Pixel, 16:10); das größere ToughBook 34 hat ein 12,4-Zoll-Display (1920 × 1280, 3:2). Beide haben robuste Gehäuse (ruggedized), denen nicht nur Schläge und Stöße, sondern auch Staub, Salzwasser, Öl und andere Widrigkeiten wenig anhaben können.

Beide Modelle haben Touchscreens, die sich mit nackten Fingern, Handschuhen oder Stiften bedienen lassen. Damit man sie auch in prallen Sonnenschein ablesen kann, schaffen die IPS-Panels vollflächig und dauerhaft ihre maximale Helligkeit von 1000 cd/m². Ebenfalls wichtig: Die Helligkeit lässt sich rasant zwischen Minimum und Maximum nachjustieren, etwa automatisch mittels Helligkeitssensor. Das sei eine spezifische Anforderung der finnischen Eisenbahner gewesen, damit Lokführer beim schlagartigen Wechsel zwischen schneebedeckten Landschaften und dunklen Tunneln jederzeit blendfrei auf den Bildschirm schauen können.

Panasonic ToughBook G3

(Bild: Panasonic)

Panasonic ist stolz darauf, solche Spezialitäten für seine Kundschaft anbieten zu können: Servicetechniker für Windkraftanlagen, Mechaniker von Automobilklubs oder Drohnenpiloten beim Militär können sich ihre Arbeitsumgebung schließlich nicht aussuchen, sodass sich die Technik anpassen muss. Die Notebooks und Tablets der ToughBook-Reihe werden von allen Kunden – die wenig verwunderlich kaum Privatanwender umfasst – schlicht als unerlässliches Werkzeug verstanden und nicht als schickes Stück Lifestyle-Technik, das überwiegend auf einem Schreibtisch steht und vielleicht bei schönem Wetter auch mal auf den Balkon darf.

Weil die ToughBooks im Extremfall einen ganzen Arbeitstag mit voller Helligkeit durchhalten müssen, gibt es bei den Neulingen mehr Akkukapazität. Beide haben zwei (unterschiedliche) Wechselakkus, die sich in verschiedenen Kapazitäten kombinieren lassen. Im ToughBook G3 stehen bis zu 99 Wh für bis zu 24 Stunden Laufzeit (gemessen mit MobileMark 30) zur Verfügung, doch dafür muss in einem Akkufach ein nach hinten überstehender Langzeitakku verwendet werden. Damit man das Gerät dennoch auch ohne optionales Tastaturdock wackelfrei abstellen kann, gibt es für die Ecken optional dicke Gummipuffer, die für eine einheitliche Tiefe sorgen. Je nach Akkuzusammestellung wiegt das ToughBook G3 1,1 bis 1,4 Kilogramm; mit Tastaturdock werden daraus 2,0 bis 2,3 Kilogramm.

Panasonic ToughBook 34

(Bild: Panasonic)

Das größere ToughBook 34 wiegt ab 1,4 Kilogramm (mit Tastatur ab 2,6 Kilogramm) und hat nimmt bis zu zwei baugleiche 40-Wh-Akkus auf. Schon einer davon reicht laut Panasonic aus, um die 9 Stunden Laufzeit (MobileMark 30) zu erreichen, die der Vorgänger ToughBook 33 nur mit zwei Akkus geschafft hat. Mit beiden Akkus sind dementsprechend sogar bis zu 18 Stunden drin.

Die lange Akkulaufzeit dürfte nicht zuletzt auf das Konto der neuen Prozessorgeneration Core Ultra 300 (Panther Lake), die dank Intels 18A-Fertigungsprozess effizient zur Sache geht. Anders als früher gibt es allerdings keine CPU-Modelle mehr mit wenig Abwärme (Thermal Design Power, TDP), sodass beide ToughBooks nicht mit passiver Kühlung auskommen: Es gibt bei beiden Modellen Lüfter. Diese sitzen immerhin abgekapselt vom restlichen Innenleben, was dessen Staub- und Wasserresistenz rettet. Diese gibt Panasonic mit IP66 an. Obendrein sollen die Geräte Stürze aus bis zu 1,8 Metern schadlos überstehen und sich im weiten Temperaturbereich zwischen -29 °C und +63 °C verwenden lassen.

Transparentes Mockup: Hier sieht man den Aufbau des ToughBook 34, der sonst im robusten Gehäuse verborgen bleibt.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Trotz der fehlenden CPUs mit wenig TDP: Aufgrund der Abwärtskompatibilität und der Entwicklungsunterstützung durch Intels Ingenieure bleibt Panasonic seinem Lieferanten treu – andere CPU-Hersteller sind derzeit kein Thema. Gedankenspiele mit der schwächeren Plattform Core 300 (Wildcat Lake) wurden ebenfalls verworfen. Für das größere ToughBook 34 sollte es ohnehin das dickere Prozessormodell sein. Für das kleinere ToughBook G3 habe man sich dann ebenfalls für Panther Lake entschieden, damit beide vollständig imagekompatibel blieben und Admins nur ein Abbild bereitstellen müssen. Obendrein gibt es auch nicht viel Auswahl: Panasonic sieht für beide Modelle entweder den Core Ultra 5 355 vor oder den Core Ultra X7 368H – nur letzterer hat die starke integrierte Grafikeinheit Arc B390.

Über Schächte an der Rückseite lassen sich die beiden neuen ToughBooks an individuelle Bedürfnisse anpassen.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

An den Rückseiten stehen nicht nur Schächte für die bereits erwähnten Akkuoptionen bereit, sondern auch für Erweiterungen. Das können SmartCard-Leser ebenso sein wie Fingerabdruckleser. Auf den expliziten Wunsch militärischer Nutzer hin gibt es ein Erweiterungsmodul mit analoger Audioklinke. Eine solche ist beim G3 (anders als bei 34) nicht mehr vorgesehen. Headsets mit Funkverbindungen sind zwar bequem, aber keinesfalls abhörsicher. Nicht zuletzt die Bundeswehr musste anno 2024 in der Taurus-Abhöraffäre schmerzlich lernen, dass VPNs & Co. bei geheimen Dienstbesprechungen im Hotel wenig helfen, wenn feindliche Kräfte im Nebenzimmer Position beziehen und schlicht die Bluetooth-Verbindung zum kabellosen Kopfhörer mitschneiden.

Wo wir gerade bei militärischen Anforderungen sind: Dazu gehört auch, dass die Geräte zwar die Anforderung des kürzlich wieder einstampften Marketing-Logos Copilot+ erfüllen, aber ebenso für Red Hat Enterprise Linux 10 zertifiziert sind. Die verschlüsselten OPAL-SSDs sitzen in Quick-Release-Einschüben. Da selbst das für schnelle Rückzüge womöglich zu lange dauert: Militärische Nutzer können ToughBooks mit einem ins UEFI-BIOS gegossenen Kill-Switch kaufen. Nach dem Druck einer speziellen Tastenkombination wird die SSD in Sekundenschnelle gelöscht – ohne zwischengeschaltete Sind-Sie-wirklich-sicher-Abfrage.

Partnerfirmen von Panasonic stellen nicht nur ToughBook-Zubehör wie KFZ-Halterungen her, sondern auch Tragegurte für zivile wie militärische Zwecke.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Panasonic gibt an, dass die beiden neuen ToughBooks ab sofort erhältlich sind. Angaben der sonst bei Notebookverstellungen üblichen Startpreise sucht man allerdings vergeblich: Panasonics vertreibt seine Produkte ausschließlich an Geschäftskunden, wo Faktoren wie abgenommene Stückzahlen, ausgewählte Module und abgeschlossene Serviceverträge eine große Rolle spielen. Die ToughBooks gibt es mit bis zu fünf Jahren Garantie und unzähligen Feinheiten: Per Telemetrie erkennt die Ladeelektronik, wenn alternde Akkus aus der Reihe tanzen, sodass diese noch vor dem Defekt ausgetauscht werden können. Das ist im Zweifelsfall deutlich günstiger, als wenn der Wartungstechniker ein zweites Mal zu einem Windrad aufsteigen muss, nur weil beim ersten Mal der Laptop nicht mehr wollte.

Interessierte Privatkunden können ToughBooks nur indirekt über Vertriebspartner oder Systemhäuser erwerben, wenn diese das anbieten. Von solchen Kunden gibt es laut Panasonic eine kleine, treue Fangemeinde – etwa unter Seglern, die zur Navigation bei Törns auf salzwasserresistente ToughBooks setzen.

Transparenzhinweis: Panasonic hat den Autor zur Produktvorstellung nach London eingeladen und die Reisekosten übernommen.

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