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Friday, October 30, 2026

"Allianz für die Zukunft": Kanada und Europa gründen Bündnis

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Costa, Carney und Von der Leyen

EU-Kanada-Gipfel in Montreal Trump im Nacken, China im Blick

Stand: 30.10.2026 • 19:59 Uhr

Die EU und Kanada gründen in Montreal eine "Allianz für die Zukunft". Ziel ist mehr Unabhängigkeit und eine engere Zusammenarbeit von KI bis Raumfahrt. Auch die Ukraine spielt eine Rolle.

Die Europäische Union und Kanada wollen ihre Zusammenarbeit deutlich vertiefen. Bei einem Gipfel in Montreal gründeten sie eine "Allianz für die Zukunft". Sie soll einen gemeinsamen Raum des Wohlstands und der wirtschaftlichen Sicherheit schaffen.

Dazu sollen Lieferketten widerstandsfähiger werden und gemeinsame wirtschaftliche Risiken sinken. Zudem wollen beide Seiten stärker bei Sicherheit und Verteidigung, Energie, Bildung, Handel, Raumfahrt und Künstlicher Intelligenz kooperieren.

Ein Land mit europäischem Charakter

Kanadas Premierminister Mark Carney sprach von einem Schritt hin zu "einer widerstandsfähigeren Welt". Die Gesellschaften würden von neuen Stürmen geschüttelt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, in Montreal werde ein völlig neues Kapitel der gemeinsamen Geschichte eröffnet.

EU-Ratspräsident António Costa nannte Kanada "das bei weitem europäischste der nichteuropäischen Länder".

Mitglied oder kein Mitglied?

Streit gab es um den Begriff "assoziiertes Mitglied". Carney hatte angestrebt, Kanada solle das erste assoziierte Mitglied der EU werden. Vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich dagegen gestellt, der Begriff wurde aus der Abschlusserklärung gestrichen. Von der Leyen sagte, Kanada könne zwar kein Vollmitglied werden, ein möglichst enges Verhältnis sei aber das Ziel.

Hintergrund sind die angespannten Beziehungen beider Partner zu den USA und China. US-Präsident Donald Trump hatte eine Annäherung Kanadas an die EU als lächerlich bezeichnet und mit einem Abbruch der Handelsbeziehungen gedroht.

Beteiligung an Ukraine-Kredit

Die EU ist Kanadas zweitgrößter Handelspartner nach den USA, das Freihandelsabkommen CETA ist seit Jahren vorläufig in Kraft. Kanada will sich zudem an den Kosten des 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine beteiligen. Details nannte Ottawa zunächst nicht.

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