Saugroboter Eufy Hydrojet E35 im Test: Gute Reinigung zum moderaten Preis
Der Eufy Hydrojet E35 kombiniert 35.000 Pa, selbstreinigende Wischwalze und starke Hinderniserkennung in kompakter Reinigungsstation.
Der Eufy Hydrojet E35 ist die höher positionierte Weiterentwicklung der E25- und E28-Familie. Neu sind unter anderem die auf 35.000 Pa angehobene nominelle Saugkraft, die seitlich ausfahrbare Wischrolle und AI See 3.0 zur Hinderniserkennung. Dazu kommt eine Station, die die Wischrolle mit 60 °C heißem Wasser reinigt und anschließend mit 55 °C warmer Luft trocknet. Im Alltag überzeugt vor allem die Kombination aus guter Saugleistung, wirksamer Wischwalze und ordentlicher Navigation. Ganz ohne Schwächen ist der Roboter aber nicht. Welche das sind, zeigt unser Test.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Eufy Hydrojet E35?
Eufy-Saugroboter und damit auch der Hydrojet E35 fallen im Vergleich zur überwiegenden Konkurrenz durch ihre stark abgerundete, annähernd quadratische Form auf. Damit sollen sie besser Ecken erreichen und so das Reinigungsergebnis verbessern. Das Gehäuse des E35 misst rund 36 cm in der Breite und 11,6 cm in der Höhe. Für einen aktuellen Saugroboter mit Wischrolle und festem LiDAR-Aufbau ist das kein ungewöhnlicher Wert, flach ist der E35 aber nicht. Eufy setzt überwiegend auf schwarzen Kunststoff. Große Teile der Oberseite und Front sind matt ausgeführt. Dadurch fallen Staub und Fingerabdrücke weniger stark auf als auf komplett glänzenden Oberflächen wie dem schicken Glas der Stationsfront. Die Verarbeitung ist sauber und solide.
Eufy Hydrojet E35 – Bilderstrecke
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Vorn befinden sich Kamera, LED-Beleuchtung für dunkle Bereiche und Sensorik zur Hinderniserkennung. Der Staubbehälter ist unter einer komplett abnehmbaren Abdeckung platziert. Auf der Unterseite sitzt die zweigeteilte Hauptbürste, die beiden Seitenbürsten und die breite Wischrolle. Die rechte Seitenbürsten fährt zur Rand- und Eckenreinigung 40 mm nach außen aus. Die Station gehört zu den Highlights des E35. Sie saugt den Staub aus dem Roboter ab, füllt Frischwasser nach, nimmt Schmutzwasser auf, dosiert Reinigungsmittel und pflegt die Wischrolle. Die Rolle wird nach dem Reinigungsgang mit bis zu 60 °C heißem Wasser gewaschen und anschließend mit 55 °C warmer Luft getrocknet. Der Staubbeutel fasst laut Hersteller 2,5 l. Für Frisch- und Schmutzwasser stehen Behälter mit rund 2,5 l und 2,4 l zur Verfügung. Trotz der vielen Funktionen ist die Station vergleichsweise kompakt aufgebaut.
Einrichtung: Wie schnell ist der Eufy Hydrojet E35 betriebsbereit?
Die Einrichtung ist unkompliziert. Nach dem Entfernen der Transportsicherungen wird die Station zusammengesetzt, mit Wasser befüllt und ans Stromnetz angeschlossen. Anschließend wird der Roboter über die Eufy-App eingebunden. Für die Verbindung wird ein WLAN mit 2,4 GHz benötigt. Danach startet eine Kartierungsfahrt. Die Kartierung arbeitet zügig, bei uns dauerte sie etwa 12 Minuten. Räume und Durchgänge werden automatisch erkannt und anschließend in der App in schicker 3D-Ansicht dargestellt. Mehrere Etagen lassen sich als bis zu fünf getrennte Karten speichern. Räume können geteilt oder zusammengeführt werden, zusätzlich lassen sich Sperrzonen, Reinigungszonen und Teppichflächen definieren. Letzteres kann der E35 aber auch selbständig.
Die App ist umfangreich, bleibt aber grundsätzlich übersichtlich. Saugstärke und Wassermenge können angepasst werden, dazu kommen Zeitpläne, die Reinigungsreihenfolge der Räume, Teppich Boost und verschiedene Intensitätsstufen. Für besonders schmutzige Bereiche dürfen Nutzer Zonen mit stärkerem Saugen oder intensiverem Wischen festlegen. Bei der intensiven Wischreinigung arbeitet der E35 gezielt mit mehr Wasser und mehreren Durchgängen. Google Home und Amazon Alexa werden für Sprachbefehle unterstützt, auch Matter 1.4 beherrscht das Gerät. Eine Live-Ansicht durch die Frontkamera, wie sie einige Konkurrenten anbieten, gehört dagegen nicht zum Funktionsumfang. Auch ein eigener Modus zum ausschließlichen Wischen fehlt.
Navigation: Wie gut erkennt der Eufy Hydrojet E35 Hindernisse?
Für die Navigation kombiniert der E35 LiDAR mit AI See 3.0. An der Front arbeiten dafür eine Kamera mit RGB-Sensor, LED-Beleuchtung und zwei Linienlaser. Eufy gibt an, dass damit mehr als 280 Arten von Hindernissen erkannt werden können. Besonders kleine Gegenstände sollen ab einem Volumen von etwa 1 cm³ erfasst werden.
Im Alltag erwies sich die Hinderniserkennung tatsächlich als eine der Stärken des E35. Der Roboter umfuhr Socken, Schuhe, Kabel und Katzenspielzeug recht zuverlässig. Auch ein weißes, lose auf hellem Boden liegendes USB-Kabel wurde erkannt. Der E35 liegt damit auf Augenhöhe mit dem deutlich teureren S2 aus eigenem Hause, der im Test ebenfalls sehr gut in diesem Kapitel abschnitt. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass selbst die sehr gute Hindernisvermeidung von S2 und E35 nicht perfekt ist. Kontakte mit Tisch- oder Stuhlbeinen – vor allem bei Schwingstühlen – sind an der Tagesordnung. Festgefahren hat sich der Roboter dabei zwar nicht, gelegentlich rumpelt es bei den ausdauernden und erfolgreichen Freifahrversuchen aber ganz schön.
Bei der eigentlichen Streckenplanung arbeitet der E35 hingegen ruhig und systematisch. Enge Passagen und niedrige Möbel wurden in Tests überwiegend korrekt eingeschätzt und Absturzkanten sicher erkannt. Positiv ist zudem, dass der Roboter Hindernisse nicht hektisch anfährt, sondern seine Route meist kontrolliert korrigiert. Klettern kann der E35 zwar, aber eher eingeschränkt. Eufy gibt eine maximale Schwellenhöhe von 30 mm an – das reicht für hohe Teppichkanten und viele Schwellen, liegt aber hinter aktuellen Spitzenmodellen, die teils deutlich höhere Schwellen überwinden.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Eufy Hydrojet E35?
Die nominelle Saugleistung beträgt maximal 35.000 Pa. Der E35 nutzt ein Mehrzyklon-System, das einen großen Teil des Staubs bereits vor dem Filter abscheiden soll. Damit soll der langsamer zusetzen und die Saugleistung über längere Zeit stabil bleiben. Im Test bewährte sich der E35 auf Hartboden bei typischem Schmutz wie Staub, Sand und Katzenstreu sehr gut, der Abstand zu teils deutlich teureren Geräten ist bestenfalls gering. Auf Teppich wird der Abstand schon größer, hier bleibt teilweise auch im Turbomodus etwas Schmutz zurück. Das lässt sich wie bei der Konkurrenz mit maximaler Saugstufe, in der App einstellbarer intensiver Fahrstrategie und zwei Durchgängen beheben – oder durch regelmäßiges, tägliches Fahren.
Positiv fällt dabei auf, dass die Lautstärke beim normalen Saugen vergleichsweise moderat bleibt. Je nach Saugstufe konnten wir zwischen 60 und 68 dB messen. Die automatische Staubentleerung nach einem absolvierten Durchgang ist mit rund 85 dB deutlich lauter, läuft aber vergleichsweise kurz. Dabei schwillt das Absauggeräusch langsam an und wieder ab – gerade bei schreckhaften Haustieren ist das trotz der Lautstärke besser als teils wortwörtlich mit einem Knall startende Absaugvorgänge.
Beim Wischen verwendet der E35 statt zwei rotierender Mopps eine breite Wischwalze. Sie wird während der Fahrt kontinuierlich mit sauberem Wasser versorgt. Zwei Abstreifer lösen Schmutz von der Rolle, während das Schmutzwasser in einem separaten Tank im Roboter gesammelt wird. Dadurch wischt die Rolle nicht dauerhaft mit demselben verschmutzten Textil über den Boden. Eufy gibt für die Wischrolle einen Anpressdruck von 16 N an. Die Rolle ist knapp 29 cm breit und kann zum Rand hin um bis zu 32 mm ausfahren. Dadurch kommt sie näher an Sockelleisten und Möbelkanten heran.
Auch die rechte Seitenbürste kann nach außen ausfahren, hier sind es 40 mm. Dadurch funktioniert die Randreinigung sichtbar besser als bei Modellen, deren Reinigungselemente komplett unter dem Roboter bleiben.
Bei Flecken liefert die Walze ebenfalls gute Ergebnisse, allerdings nicht immer im ersten Durchgang. Eingetrocknete Flecken aus Senf oder Ketchup werden beim normalen Wischen meist nicht im ersten Versuch aufgenommen. Dann hilft ein zweiter Durchgang mit maximaler Wassermenge. Auf Teppich hebt der E35 die Wischrolle um rund 11 mm an. Bei normalen Teppichen und Läufern reichte das aus, um Befeuchtung zu vermeiden.
Die Station reinigt die Rolle nach der Fahrt mit bis zu 60 °C heißem Wasser und trocknet sie anschließend mit 55 °C warmer Luft. Das liegt deutlich hinter aktuellen Topmodellen, die inzwischen meist mit 100 °C arbeiten – selbst manche Mittelklasse-Geräte zwischen 450 und 600 Euro waschen heißer. Gerade bei einer Wischwalze, die mit Schmutztanks und viel Wasser arbeitet ist eine höhere Waschtemperatur von Vorteil. Die Trocknung ist dabei zwar hörbar, aber deutlich leiser als beim S2. Die Geschwindigkeit, mit der die Wischrolle etwa vor dem Wischen bereitgemacht wird, ist außerdem erfreulich hoch.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Eufy Hydrojet E35?
Zur exakten Akkukapazität in mAh oder Wh macht Eufy für den Hydrojet E35 keine Angabe. Der Hersteller nennt stattdessen eine Flächenleistung von ungefähr 200 m² im leisen Modus auf Hartboden. Im Alltag reichte der Akku im Test bei gemischter Nutzung für rund 125 m². Ist der Akku vor Abschluss einer Reinigung leer, fährt der E35 selbstständig zur Station zurück. Er lädt dort bis zu einem ausreichenden Stand und setzt die Reinigung anschließend fort. Eine vollständige Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert laut Eufy ungefähr vier Stunden. Damit bewegt sich der E35 im üblichen Bereich aktueller Saugroboter, gehört aber bei weitem nicht zu den schnellsten. Wir hatten bereits Modelle mit Ladezeiten unter 3 Stunden im Test.
Preis: Was kostet der Eufy Hydrojet E35?
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Eufy Hydrojet E35 beträgt in Deutschland 999 Euro. Aktuell bekommt man den Roboter bei Coolblue schon für knapp 960 Euro.
Fazit
Der Eufy Hydrojet E35 kombiniert gute Saugleistung mit überzeugender Wischtechnik und einer umfangreich ausgestatteten, vergleichsweise kompakten Station. Die kontinuierlich gereinigte Walze nimmt Schmutz wirksam auf und verteilt weniger verschmutztes Wasser weiter über den Boden als einfache Moppsysteme. Die Station übernimmt einen großen Teil der Pflege und hält den täglichen Aufwand niedrig. Navigation und Hinderniserkennung gehören ebenfalls zu den besseren Eigenschaften des Geräts.
Kritik gibt es nur bei Details: Die Bauhöhe von 11,6 cm kann unter niedrigen Möbeln zum Problem werden und die Klettereigenschaft ist beim E35 nicht gerade rekordverdächtig. Gleiches gilt für die Wasch- und Trockentemperatur der Station beim Reinigen der Wischwalze. Zudem ist der E35 mit 969 Euro zum Marktstart kein günstiges Modell, steigt für ein neues Topmodell aber vergleichsweise niedrig ein – andere Hersteller rufen zu Beginn vierstellige Preise auf. Unterm Strich ist der Hydrojet E35 ein guter Roboter, der sowohl beim Preis als auch bei seinen Fertigkeiten in die Lücke zwischen Mittel- und Oberklasse sticht – aus unserer Sicht überzeugend.
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