Gazastreifen: WFP kürzt Ernährungshilfe wegen Geldmangels
500.000 Menschen gehen leer aus:Gazastreifen: WFP kürzt Ernährungshilfe wegen Geldmangels
Weniger Empfänger, kleinere Rationen: Das Welternährungsprogramm (WFP) schränkt seine Hilfe in Gaza wegen Geldmangels ein. Rund eine halbe Million Menschen erhält nichts mehr.
Wegen Finanzierungslücken kürzt das Welternährungsprogramm der UN seine Hilfen in Gaza. Rund eine halbe Million Menschen geht leer aus, andere erhalten kleinere Rationen.
19.10.2026 | 0:29 minDas Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) fährt eigenen Angaben zufolge seine Ernährungshilfe für notleidende Menschen im Gazastreifen runter. Rund eine halbe Million Palästinenser in dem vom Krieg gezeichneten Gebiet erhalte nun keine Hilfe mehr, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor habe es seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt.
Das WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten.
Mitteilung des Welternährungsprogramms
Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken. Nach Angaben des WFP erhielt die Organisation 2026 weniger als die Hälfte der Finanzmittel für ihre Einsätze in den Palästinensergebieten als in den Vorjahren.
WFP halbiert Lebensmittelrationen
Auch diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhielten, bekommen demnach nun weniger Hilfe. Die betroffenen Familien erhielten künftig nur noch ein statt zwei Lebensmittelpakete sowie einen kleineren Sack Weizenmehl, erklärte das WFP. Auch die Zahl der täglich ausgegebenen warmen Mahlzeiten werde von 250.000 auf 150.000 reduziert.
Seit dem 07.10.2023 hat sich das Leben der Menschen im Gazastreifen dramatisch verändert. Trümmer und mangelnde medizinische Versorgung sind dort zum schweren Alltag geworden.
08.10.2026 | 2:36 minUnterschiedliche Einschätzungen zur Ernährungslage in Gaza
Laut WFP-Angaben leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen unter akutem Hunger "oder Schlimmerem". Die IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification), die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet, sieht das Gebiet derzeit nicht mehr von einer Hungersnot betroffen.
Dennoch sei die Bevölkerung des Gazastreifens stark von akuter Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit betroffen. Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat betont wiederum, dass die Menge der Hilfslieferungen den Ernährungsbedarf der Bevölkerung übersteige. Es gebe keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen.
Monate nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen setzte Israel im Sommer seine Angriffe fort. Die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung bleiben katastrophal.
28.07.2026 | 2:39 minKioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.