Selenskyj wirft USA zu wenig Unterstützung vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft den USA vor, seinem Land nicht helfen zu wollen. "Wo liegt also hier die Wahrheit, wo ist die Ehrlichkeit? Wo ist die Pattsituation?", sagte Selenskyj am Donnerstag in einer emotionalen Rede.
Das nennt man Unwillen!
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
Damit bezog er sich auf Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio. Dieser hatte zuvor gesagt, der Krieg sei in einer Pattsituation und die USA würden weiter auf eine Lösung des Konflikts hinarbeiten. Selenskyj forderte zudem eine Öffnung des US-Satellitennetzwerks Starlink von Elon Musk für die Ukraine.
Bei russischen Angriffen auf Kiew sind laut Bürgermeister Klitschko mindestens 15 Menschen getötet worden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland insgesamt 130 Drohnen ab.
07.10.2026 | 0:13 minGebt es uns, helft uns, unseren Luftraum zu verteidigen und dort die Oberhand zu gewinnen. Und dann wird sich Putin an den Verhandlungstisch setzen.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
Ein uneingeschränkter Starlink-Zugang könnte Kiew die Bekämpfung russischer Raketen-Abschussanlagen erleichtern.
Selenskyj äußerte sich auf einer Pressekonferenz in der Stadt Pryluky etwa 130 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew. Dort waren zuletzt 22 Menschen bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus getötet worden. Selenskyj zufolge wurden in den beiden vergangenen Tagen damit durch russische Angriffe insgesamt 78 Menschen auf ukrainischer Seite getötet und 225 verletzt.
ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann begleitet Bundeskanzler Merz und berichtet von vor Ort.
04.10.2026 | 1:16 minSelenskyj: Gemischte Zeichen der USA
Selenskyj kritisierte am Donnerstag zudem, die USA seien an wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland interessiert und zugleich wollten sie in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg vermitteln.
Man kann nicht einerseits mit den Russen über zukünftige Wirtschaftsprojekte verhandeln und andererseits behaupten, wir befänden uns in einer Art (...) diplomatischer Pattsituation.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
US-Präsident Donald Trump müsse den Sanktionsdruck auf Russland verstärken. Nach Selenskyjs Angaben reisen ukrainische Unterhändler am Freitag zu Gesprächen in die USA. Am Donnerstag wurden bei einem russischen Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 33 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.
Bei neuen Angriffen Russlands wurden viele Zivilisten getötet. Die russischen Angriffe auf Zivilisten gebe es schon seit Beginn des Krieges, jetzt seien sie intensiver, sagt Militärexperte Lange.
08.10.2026 | 21:33 minDer Angriff traf eine Straße in der frontnahen Stadt, auf der zu diesem Zeitpunkt zwei Linienbusse unterwegs waren. Der ukrainische Regionalgouverneur Wadym Filaschkin schrieb dazu auf dem Kurzachrichtendienst Telegram, Russland ziele bewusst auf Zivilisten. "Für sie ist ein Bus mit Fahrgästen gerade deshalb ein lohnendes Ziel, weil ein einziger Angriff sehr viele Menschen töten kann."
Von Behördenvertretern veröffentlichte Bilder zeigten Leichen, die über eine mit Trümmern übersäte Straße verstreut lagen, sowie das verkohlte Wrack eines Busses.
Russland hat wiederholt bestritten, Zivilisten ins Visier zu nehmen. Allerdings beschießt das russische Militär ukrainische Städte regelmäßig mit Raketen und Drohnen.
Mehrere europäische Unternehmen wurden von Russland unter Zwangsverwaltung gesetzt. Es könnten weitere, ähnliche Maßnahmen folgen, sagt ZDF-Korrespondent Felix Klauser.
08.10.2026 | 5:27 minKioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.