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Thursday, October 1, 2026

„Gears of War: E-Day“: Zurück zu den Wurzeln

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In Deckung gehen, schießen, nachladen – Bäm! Mit diesem Erfolgsprinzip, einer spektakulären Inszenierung und dem revolutionären Horde-Modus im Multiplayer wurde die Reihe „Gears of War“ zu einem Aushängeschild der Marke Xbox. Ursprünglich von Epic Games entwickelt, landete die Reihe später bei The Coalition und blickt auf inzwischen sechs Abenteuer zurück. „E-Day“ dreht alles zurück auf Anfang, entschlackt das Spielsystem, aber verzichtet nicht auf das gewohnte Actionspektakel. Wir haben die Story-Kampagne durchgespielt.

Kaum vom Einsatz zurück, wollen die beiden Kriegsveteranen Marcus Fenix und Dominic Santiago erstmal verschnaufen, als plötzlich aus der Erde Monster auftauchen und die Stadt Kalona auf dem Planeten Sera ins Chaos stürzen. Die sogenannten „Locust“ kennen keine Gnade und töten alles, was ihnen in den Weg kommt. Das lassen sich Marcus und Dom nicht bieten und machen sich mit ihrer Kameradin Carter und dem jungen Kadetten Lucas auf in die Schlacht.

„Gears of War E-Day“ angespielt (5 Bilder)

Mission gelungen: „Gears of War: E-Day“ ist ein temporeich inszeniertes Action-Spektakel (Bild:

Screenshot Heise Meiden

)

The Coalition erzählt diese Geschichte in rund 15 Spielstunden gewohnt dreckig, ohne das Pathos anderer Military-Shooter wie „Battlefield“. Die Soldaten sind nur kleine Rädchen im Getriebe der Macht, die sich für ihre Mitmenschen opfern. Oft werden sie von ihren Befehlshabern dabei betrogen und müssen in all dem Chaos ihre Traumata bewältigen und moralischen Werte behalten. Trotz der fast schon comichaft überzeichneten Körper der Soldaten klingt hier ein wenig das Vietnam-Trauma der USA an. Man hat Mitleid mit Soldaten, die von ihren Vorgesetzten als Kanonenfutter in die Schlacht geschickt werden.

Anders als der unpersönliche Master Chief aus „Halo“ haben Marcus und Dom eine emotionale Hintergrundgeschichte. Der eine führt eine schwierige Beziehung zu seinem Vater, der andere sorgt sich um seine Familie. Im Prequel ist davon nur in Ansätzen etwas zu spüren. Die Geschichte erzählt in einem engen Zeitfenster von den ersten Tagen des Krieges. Antworten auf die Fragen, welche Rolle Marcus’ Vater dabei noch spielen wird, welches Schicksal Dom erwartet oder woher die Locust kommen, sind noch in weiter Ferne. Es ist ein intensiver Lagebericht von der Front, der geradlinig und ohne großen Handlungstwist vom Beginn des Krieges gegen die Locust erzählt.

Diese Backstory macht aus „E-Day“ noch lange kein Antikriegsdrama. Im Gegenteil: Das Entwicklungsstudio greift in die Vollen und liefert einige der spektakulärsten Schlachten der Reihe, sarkastisch kommentiert von den Protagonisten. Von einer Stadt in Trümmern geht es über die Verteidigung einer Militärbasis bis in eine Raffinerie, in der Marcus und sein Team sich dem großen Finale stellen. Es geht gegen schleimspuckende Kröten, raketenwerfende Riesenspinnen und dinosaurierähnliche Monster.

Wenn wir als Marcus unsere Waffe zücken, verlässt sich das Abenteuer ganz auf das Erfolgsrezept der Vorgänger. Anders als bei Egoshootern wie „Call of Duty“ stürmen wir nicht einfach durch die Mitte, sondern schießen aus der Deckung auf die Feinde. Kontrollierte Schüsse, ständiger Ortswechsel. Wer an einer Stelle zu lange wartet, wird in höheren Schwierigkeitsgraden von den Gegnern flankiert und überrannt.

Besonders große Gegner haben bestimmte Trefferzonen, an denen sie empfindlich sind. Bei der Kröte warten wir, bis sie ihr Maul öffnet, fliegende Monster treffen wir am besten an ihren Augen. Manchmal ist einer dieser Bosse nicht genug, dann kommen sie gleich doppelt. Auch wenn wir unserem Team keine Befehle geben können, agiert es geschickt und versucht ständig uns wiederzubeleben. Wer will, kann sich wie schon in einigen anderen Teilen zuvor im Koop-Modus mit drei weiteren Spielern in die Schlacht stürzen.

Die Wahl der Waffen kann entscheidend sein. Schrotflinten mit Namen „Gnasher“, das Scharfschützengewehr „Longshot“ oder die beliebte Allzweckwaffe der Reihe: der Lancer. Mit eingebauter Kettensäge sorgt das Sturmgewehr im Nahkampf für eine brachiale Art der Konfliktlösung. Ja, das ist sehr blutig. Der Bildschirm färbt sich mit Blutklecksen und wenn Marcus als Finishing Move einem Locust den Kopf abtrennt, ist das zwar längst nicht mehr so „skandalös“ wie beim ersten Spiel der Reihe, hat sich aber die „USK ab 18“ redlich verdient.

Um die Waffen aufzuwerten, finden sich überall Transportkoffer mit Waffenmodifikationen: bessere Präzision, mehr Schaden oder Brand- und Säuregeschosse. Drohnen helfen beim Heilen oder verwirren die Gegner. Komplex wird das nie. „Gears“ ist eben immer noch „Gears“. Wer das meiste aus seinen Waffen herausholen will, sollte sich auf das perfekte Nachladen konzentrieren, das in Verbindung mit den Modifikationen viele Vorteile wie Extra-Schaden oder sogar Heilen bringt.

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Das ist alles nahezu perfekt inszeniert. Es blitzt und donnert auf der Karte, Gebäude fallen zusammen und Explosionen und die Schreie der Kameraden dröhnen aus den Boxen. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel subjektiv angenehm ausbalanciert. Die Kämpfe sind fordernd, aber nie frustrierend. Der Schwierigkeitsgrad „Wahnsinn“ ist allerdings wörtlich zu nehmen. Wer hier überleben will, braucht ein gut eingespieltes Team.

Es gibt auch ein paar Schattenseiten. Während einige Abschnitte die gewohnt intensive Action der Reihe liefern, überzeugt die offene Spielwelt der Stadt Kalona nur teilweise. In den Nebenmissionen müssen wir meist ein paar versprengte Trupps oder Zivilisten verteidigen. Das läuft immer gleich ab: Ein paar Angriffswellen abwehren und weiter geht’s. Das ist nicht mehr als eine Beschäftigungstherapie und bringt weder Story noch Spiel voran.

Dem Actionspektakel fehlt am Ende etwas die Abwechslung. Abhilfe könnten hier die beliebten Multiplayer-Modi „Horde“ und „Versus“ schaffen, in denen die Spieler mit- oder gegeneinander antreten. Diese waren aber bis zum Ende des Review-Embargos noch nicht freigeschaltet, um laut Microsoft „den bestmöglichen Matchmaking-Service zu bieten“. Gleiches gilt für den Ingame-Shop. Verständliche Gründe, aber trotzdem schade. Der Multiplayer wird entscheidend sein, ob sich das ansonsten gelungene Actionspektakel auch langfristig gegen die Konkurrenz behaupten wird.

The Coalition erfindet mit „Gears of War: E-Day“ die Reihe nicht neu, erzählt aber das Prequel als ein brachial inszeniertes Actionspektakel, an dem sich die Konkurrenz dieses Jahr messen muss. Temporeich geht es durch die ersten Tage der Locust-Invasion, der Schwierigkeitsgrad ist angenehm fordernd und die Story macht Lust auf mehr. Technisch lässt das Spiel kaum Wünsche offen, nur spielerisch geht dem Prequel am Ende ein wenig die Luft aus. Ein bisschen mehr Abwechslung bei den Missionen hätte der Action gutgetan. Fans der Reihe wird das aber wenig stören. „Gears of War: E-Day“ ist eine gelungene Rückkehr zu den Wurzeln der Saga mit kleinen Schönheitsfehlern.

„Gears of War: E-Day“ erscheint am 6. Oktober für Windows und Xbox Series. Es ist im Game Pass enthalten. Es kostet ca. 70 €. USK ab 18. Für unseren Test haben wir das Spiel in der Windows-Version durchgespielt. Microsoft hat uns mit einem kostenlosen Review-Muster versorgt.

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