Niger in Westafrika: Schüsse und Explosionen in der Hauptstadt

In den frühen Morgenstunden ist es in Niamey zu schweren Unruhen und Gewalt gekommen. Ziele sollen der Präsidentenpalast und ein Flughafen gewesen sein.
Foto: Sam Mednick/AP/dpa
dpa | Im westafrikanischen Sahel-Staat Niger ist es Augenzeugen zufolge zu Schüssen und Explosionen in der Hauptstadt Niamey gekommen. Besonders die Gegend um den Präsidentenpalast und den internationalen Flughafen sind demnach betroffen gewesen.
Einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge begannen die Unruhen gegen 1.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MEZ) und dauerten etwa sechs Stunden an. Wer hinter den Unruhen steckt und deren Ursache blieben zunächst unklar.
Nach Angaben von Hamid Amadou N'gadé, dem ehemaligen Kommunikationsberater des 2023 vom Militär abgesetzten Präsidenten Mohamed Bazoum, war der Präsidentenpalast unter schwerem Mörser- und Waffenbeschuss. Auch im Gebiet um den Diori Hamani Flughafen sei es zu heftigen Zusammenstößen gekommen. In mehreren Teilen der Hauptstadt sei die Stromversorgung unterbrochen worden.
Laut Bana Wagana Ibrahim, Mitglied des Präsidiums des Konsultativrats von Niger und Abgeordneter im Parlament der Allianz der Sahelstaaten (AES), nahmen Angreifer vor allem die Militärbasis des Flughafens ins Visier. Staatliche Sicherheitskräfte hätten jedoch wenig später die Kontrolle wiedererlangt, so Ibrahim.
Dritter Angriff auf Flughafen 2026
Bereits Mitte Juni und im Januar ist es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel war neben Regierungsgebäuden beide Male der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht. Im Januar reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) den Angriff für sich.
Der großteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Putschanführer General Abdourahamane Tiani, der eng mit Russland verbündet ist, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.
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