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Saturday, September 19, 2026

Trump will mehreren Medien Zugang zum Weißen Haus verbieten

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US-Präsident Trump hat den Nachrichtenmedien CNN, MS NOW und "Politico" den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Er warf ihnen das Verbreiten von Falschnachrichten vor.

18.09.2026 | 0:24 min

Schon in seiner ersten Amtszeit bezeichnete Donald Trump Journalisten als "Volksfeinde". Nun kündigt der US-Präsident an, CNN, MSNOW (ehemals MSNBC) und Politico den Zugang zum Weißen Haus zu verwehren. Mit sofortiger Wirkung. Die Begründung: ihre Berichterstattung.

Medien sollten nicht die Möglichkeit haben, ständig Erfindungen und Lügen zu schreiben oder zu berichten, wenn sie über den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Trump-Regierung oder die Vereinigten Staaten von Amerika berichten.

Donald Trump, US-Präsident, auf Truth Social

Alle drei Medien gehören zu den Häusern, mit denen Trump seit Jahren im Konflikt liegt. CNN gilt seit seiner ersten Präsidentschaft als eines seiner prominentesten Feindbilder. "Weitere Fake-News-Medien werden folgen", schreibt Trump weiter auf seiner Plattform "Truth Social".

X-Post des Weißen Hauses

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Wie reagieren die Medien?

CNN erklärte, das von Trump angekündigte Hausverbot sei ein "rechtswidriger Angriff" auf die Pressefreiheit in den USA. Die Berichterstattung des Senders sei "fair und präzise" und durch die US-Verfassung geschützt, fügte der Sender hinzu. Ein Verbot "wäre ein rechtswidriger Angriff auf dieses grundlegende und verfassungsmäßig geschützte Recht".

Politico kündigte an, seine Rechte "energisch zu verteidigen".

Präsident Trump grenzt die Pressefreiheit in den USA immer weiter ein. So hat das Weiße Haus eine Internetseite zur Diskreditierung von unliebsamen Medienberichten gestartet.

29.12.2025 | 1:33 min

Wie soll der Bann umgesetzt werden?

Wie weitreichend das Verbot ist und ob die Journalisten auch nicht mehr auf Regierungsflügen in der "Air Force One" dabei sein dürfen, ist unklar. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) ist zunächst kaum etwas von dem angekündigten Bann zu sehen, berichtet CNN-Reporter Brian Stelter.

"Unsere Kameras laufen", sagt Stelter. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass die Regierung tatsächlich Schritte unternehme, CNN aus dem Gebäude zu entfernen. Die Drohung sei dennoch ernst zu nehmen. Sie könne Auswirkungen auf den "First Amendment" haben, den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Meinungs- und Pressefreiheit schützt.

Scharfe Kritik kommt von der White House Correspondents' Association (WHCA), dem Zusammenschluss der Korrespondenten des Weißen Hauses. Präsidentin Jacqui Heinrich verweist darauf, dass Trump selbst von einem "Verbot der freien Presse" gesprochen habe. Die Pressefreiheit sei vor staatlichen Eingriffen geschützt, unabhängig davon, ob dem Präsidenten die Berichterstattung eines Mediums gefalle.

Es gehe dabei nicht nur um die Rechte von Journalisten, sondern auch um das Recht der Amerikaner auf unabhängige Informationen über die Arbeit ihrer Regierung. Die WHCA stelle sich daher hinter CNN, MSNOW und Politico.

Trump droht, bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im Kongress zu verlieren. Deshalb versucht er, mit allen Mitteln Zweifel an den Regeln zu säen. Vor allem die Briefwahl hat er im Fokus.

16.09.2026 | 6:14 min

Ist das ein Einzelfall?

Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Trump gegen kritische Medien vorgeht.

Zwei Beispiele:

Im Februar 2025 etwa hatte Trump bereits Journalisten der Nachrichtenagentur AP den Zutritt zum Oval Office verwehrt. Der Grund: Die Nachrichtenagentur weigerte sich, Trumps Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika" in ihrer Berichterstattung zu übernehmen. Die AP reichte Klage dagegen ein. Das Verfahren ist noch anhängig.

Im August 2025 verklagte Trump das "Wall Street Journal" und dessen Eigentümer Rupert Murdoch auf zehn Milliarden US-Dollar Schadenersatz. Der Grund: ein Bericht der Zeitung über einen angeblichen Geburtstagsbrief, den Trump 2003 an Jeffrey Epstein geschickt haben soll.Trotz Trumps Intervention veröffentlichte die Zeitung den Bericht.

Auch andere Medienhäuser waren von Klagen betroffen, darunter: die "New York Times", der britische Sender BBC und die US-Sender CBS und ABC.

Die Comedians Stephen Colbert und Jimmy Kimmel wurden abgesetzt - und Präsident Trump fordert, dass weitere aus dem Programm verschwinden. Die Pressefreiheit in den USA ist in höchster Gefahr.

19.09.2025 | 2:36 min

Gefährdung der Pressefreiheit?

Beobachter werten solche Maßnahmen als gezielte Einschüchterungsversuche und als Angriff auf die Pressefreiheit.

Trump verdränge traditionelle Medienkanäle zunehmend und stärke stattdessen eigene Kommunikationsplattformen wie Truth Social, erklärt Politikwissenschaftlerin Claudia Hofmann von der American University in Washington D.C. gegenüber ZDFheute.

In dem Vorgehen des US-Präsidenten sieht sie eine klare Strategie:

Kritik wird konsequent und öffentlichkeitswirksam beantwortet.

Claudia Hofmann, US-Politikwissenschaftlerin

Trump führt in seiner zweiten Amtszeit einen offenen Konflikt mit Teilen der US-Medien. Journalisten greift er regelmäßig persönlich an, wenn ihm ihre Berichterstattung oder ihre Fragen missfallen. Medien, die ihm wohlgesonnen sind, lobt er hingegen öffentlich. Zudem hat das Weiße Haus den Kreis der zugelassenen Medienvertreter erweitert und dabei verstärkt rechte Influencer eingebunden.

Ob der angekündigte Ausschluss von CNN, Politico und MSNOW tatsächlich umgesetzt wird und rechtlich Bestand hätte, ist bislang offen. Sollte die Regierung entsprechende Schritte einleiten, dürfte der Fall erneut vor Gericht landen.

Dabei geht es um weit mehr als den Zugang einzelner Reporter zum Weißen Haus. Im Kern steht die Frage, ob ein Präsident kritische Medien wegen ihrer Berichterstattung von der Arbeit am Machtzentrum der US-Regierung ausschließen darf. Genau darüber könnte nun erneut die Justiz entscheiden und damit über die Grenzen präsidialer Macht gegenüber einer freien Presse.

Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.

Über dieses Thema berichtete das heute journal am 18.09.2026 ab 21:45 Uhr.

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