Expertin: G7-Reserven senken Spritpreise nur kurzfristig
Die G7 geben Millionen Barrel Öl und Diesel frei. Die Hoffnung sei, dass Trump "von seiner Drohung ablässt, die Diesel-Exporte aus den USA zu stoppen", so ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers.
02.10.2026 | 2:04 minDie von den G7-Staaten beschlossene Freigabe von Öl- und Dieselreserven kann Autofahrer nach Ansicht der IW-Ökonomin Samina Sultan allenfalls kurzfristig entlasten. Die Freigabe sei ähnlich wie der Tankrabatt ein Pflaster, das kurzfristig Linderung verschaffen könne, sagte die Expertin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) der Deutschen Presse-Agentur.
Es kann eine Weile lang etwas abfedern, aber die grundlegende Problematik bleibt weiterhin bestehen.
Samina Sultan, IW-Ökonomin
Entscheidend für Autofahrer sei zudem, wie groß der Dieselanteil der freigegebenen Reserven sei, sagte Sultan. Das gehe aus der Mitteilung der G7 nicht hervor. Denn die Lage in der Straße von Hormus schränkt nicht nur den Ölexport ein. Auch wichtige Raffinerien sind vom Weltmarkt abgeschnitten.
Die Spritpreise in Deutschland sind höher als in den meisten umliegenden Ländern - warum das so ist und was gegen die Teuerung jetzt getan werden soll, erklärt Mirko Drotschmann.
24.09.2026 | 12:55 minG7 kündigten umfangreiche Öl-Freigabe an
Angesichts gestiegener Kraftstoffpreise und auf Druck aus den USA haben die G7-Staaten am Freitag die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven vereinbart.
Die Freigabe solle "sofort beginnen" und sich über vier Monate erstrecken, "einschließlich einer vorgezogenen umfangreichen Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage", hieß es in der G7-Erklärung. Die Ölpreise gaben daraufhin deutlich nach.
So entwickelt sich der Spritpreis heute
ZDFheute Infografik
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Expertin sieht Straße von Hormus als Schlüssel
Für eine dauerhafte Normalisierung der Energiepreise braucht es laut der IW-Ökonomin Sultan jedoch eine Öffnung der Straße von Hormus. In den vergangenen Tagen waren dort erneut Tanker unter Beschuss geraten, wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte.
Wenn wir gleichzeitig eine weitere Eskalation in der Straße von Hormus haben ... und da nichts mehr durchgeht, dann ist auch die Reserve nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Samina Sultan, IW-Ökonomin
In New York traten sich die Kriegsparteien bei den Vereinten Nationen gegenüber: Irans Präsident Peseschkian etwa wies Trumps Drohungen vor den UN zurück.
23.09.2026 | 2:50 minTrump schließt Diesel-Exportstopp nun aus
Die US-Regierung hatte Europa zuvor aufgefordert, mehr Liefermengen an Diesel an den Markt zu geben. Auch ein US-Exportstopp für Diesel war in Erwägung gezogen worden. In der Erklärung der G7-Staaten, zu denen auch die USA gehören, steht nun ausdrücklich, dass Mitgliedstaaten keine derartigen Beschränkungen vornehmen.
US-Präsident Donald Trump erklärte nach der G7-Ankündigung, ein Exportstopp sei "nie wirklich auf dem Tisch" gewesen. Er betonte zudem, die USA hätten sehr gute Beziehungen zu Europa.
Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 02.10.2026 ab 19 Uhr.
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