Dieser 4K-Beamer kostet nur gut 420 Euro: Projestar Cine4K im Test
Der Projestar Cine4K bietet natives 4K per LCD-Panel, LED-Licht und Android 13 ab 422 Euro. Wir testen den günstigen 4K-Beamer.
Der Projestar Cine4K geht einen anderen Weg als die meisten günstigen 4K-Beamer. Statt per Pixel-Shift auf einem DLP-Chip erzeugt er seine Auflösung mit einem LCD-Panel, das nativ 3840 × 2160 Pixel zeigt. Eine weiße LED beleuchtet das Panel. Softwareseitig läuft Android 13 mit eigenem App-Store auf dem Gerät.
Das Cine4K-Testgerät hat uns Banggood zur Verfügung gestellt. Ob natives 4K zum kleinen Preis gegen die Konkurrenz besteht, klärt unser Test.
Wie ist das Design und die Verarbeitung?
Der Projestar Cine4K ist ein massiver Kasten. Mit 30 × 26,4 × 18 cm, plus 1 cm für die Füße, fällt er größer aus als die meisten Konkurrenten seiner Preisklasse. Er wiegt 5,1 kg und damit deutlich mehr als der knapp 3 kg schwere Xiaomi Laser Projector 3 4K. Zum Mitnehmen taugt die schwere Kiste nicht.
Das Design bleibt unaufgeregt und passt ins Wohnzimmer. Die Front glänzt in Hochglanz-Weiß, ein roter Zierring umrahmt die Linse. Der Rest des Gehäuses ist matt dunkelgrau, an den Seiten verlaufen Kühlrippen. Neben der Linse sitzt ein Sensorfenster mit Kamera und Abstandssensor. Eine Kappe oder Abdeckung für die Linse gibt es nicht.
Anschlüsse und Ein-/Ausschalter liegen an der Seite, auf der auch die Abluft austritt. Auf der Rückseite sitzt mittig der Stromanschluss für das eingebaute Netzteil. Hinter einer verschraubten Klappe erreicht man dort die Optik, um sie zu reinigen. Unten trägt der Beamer vier Füße, ein Stativgewinde in der Mitte und vorn einen Klappfuß. Zwei Lufteinlässe auf der Unterseite haben herausnehmbare Staubfilter. Der Cine4K ist einfach verarbeitet, das Gehäuse besteht zu großen Teilen aus Kunststoff.
Im Karton liegen Fernbedienung, Netzkabel, eine englische Kurzanleitung und ein Reinigungstuch. Ein HDMI-Kabel fehlt ebenso wie Batterien für die Fernbedienung.
Projestar Cine4K Bilder
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Was kann die Hardware?
Die weiße LED soll über 20.000 Stunden halten. Projestar wirbt mit 2000 ANSI-Lumen. Das eigene Datenblatt nennt dagegen 1000 Lumen typisch und 1100 Lumen maximal, ohne eine Norm anzugeben. Der native Kontrast liegt bei 1500:1. Auf der Front steht HDR10+, außerdem bewirbt der Hersteller eine Zwischenbildberechnung per MEMC.
Das Projektionsverhältnis beträgt 1,37:1, die Bilddiagonale reicht von 50 bis 300 Zoll. Optischen Zoom und Lens Shift gibt es nicht. Der Beamer projiziert ohne Versatz geradeaus, die Bildmitte liegt also auf Höhe der Linse. Das Bild lässt sich nur digital skalieren.
Im Inneren des 4K-Beamers arbeitet ein Mediatek MTK9660 mit vier Cortex-A55-Kernen. Ihm stehen 2 GB RAM und 32 GB Speicher zur Seite, von denen 24,6 GB frei sind. An Anschlüssen gibt es einmal HDMI, zweimal USB-A, LAN und einen 3,5-mm-Audioausgang. Drahtlos funkt der Cine4K per Dual-Band-WLAN (Wi-Fi 6) und Bluetooth 5.0. Auf Wunsch arbeitet er auch als Bluetooth-Lautsprecher. Für Spieler gibt es den Modus „Low Latency for Game“.
Beim Strom langt der Cine4K kräftig zu. Im Leistungsmodus messen wir 275,6 W, das Datenblatt nennt maximal 295 W. Der sparsame Xiaomi Laser Projector 3 4K (Testbericht) kommt mit 63 bis 72 W aus. Das Gehäuse wird entsprechend ordentlich warm.
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Wie gut ist das Bild?
Für die Helligkeit stehen die Stufen „ruhig“ und „Leistung“ zur Wahl. Im Leistungsmodus wird das Bild sichtbar heller, der Beamer aber auch lauter. Die beworbene Helligkeit halten wir trotzdem für unrealistisch, nach unserem Eindruck liegt der Cine4K eher bei den 1000 Lumen des Datenblatts. Ab Werk ist außerdem ein Sparmodus mit dem missglückt übersetzten Namen „Hinterblitzeinsparmodus“ aktiv. Neben mehreren Bildmodi gibt es einen Benutzermodus, in dem sich auch die Farbtemperatur einstellen lässt.
Der Beamer zeigt 4K-Inhalte deutlich detailreicher als Full HD. An die Schärfe des Xiaomi Laser Projector 3 4K (Testbericht) reicht er nicht ganz heran, doch zumindest verteilt sich die Schärfe gleichmäßig über das ganze Bild. Auch das Licht ist bis in die Ecken gleichmäßig verteilt, einen Lichthof sehen wir nicht. In dunklen Szenen verschluckt der Cine4K Details. Helle Szenen sehen schön aus, wirken aber nicht spektakulär. HDR-Material bringt sichtbar mehr Dynamik, große Helligkeitsspitzen bleiben aber aus. Gegen Sonnenlicht ist der 4K-Beamer chancenlos – er braucht einen abgedunkelten Raum. Die LCD-Technik lässt keinen Regenbogeneffekt wie bei DLP-Geräten erwarten.
Die Automatik arbeitet zuverlässig. Der Autofokus stellt das Bild auf Wunsch schon beim Einschalten scharf. Die automatische Trapezkorrektur trifft den Rahmen der Leinwand fast exakt. Auch an die Leinwand passt der Beamer das Bild selbstständig an. Die Hindernisvermeidung funktioniert sehr gut. Trapezkorrektur und Hindernisvermeidung sind ab Werk allerdings ausgeschaltet. Wer von Hand nachjustieren will, greift zur 4-Seiten- oder 4-Punkt-Korrektur. Für den Fokus gibt es eine Taste auf der Fernbedienung. Alle digitalen Korrekturen kosten Schärfe.
Projestar Cine4K Screenshots
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Wie gut ist die Software und ihre Bedienung?
Auf dem 4K-Beamer läuft Android 13 mit eigener Oberfläche, Google TV gibt es nicht. Statt des Play Stores bringt er einen eigenen App-Store mit. Dort finden sich unter anderem VLC, Kodi, Disney+, Max, Spotify und Tidal. Youtube liegt als TV-Version vor und lässt sich mit der Fernbedienung steuern.
Netflix und Prime Video gibt es im Store dagegen nur als Smartphone-Version, erkennbar am Maussymbol. Beide Apps lassen sich nur im Mausmodus bedienen, mit der Fernbedienung ist das sehr umständlich. Eine per Bluetooth gekoppelte Maus schafft Abhilfe, für die Passworteingabe eventuell auch eine Tastatur. Bequemer ist ein externer TV-Stick (Bestenliste) am HDMI-Eingang.
Eine Ersteinrichtung entfällt, ein Konto braucht der Beamer nicht. Die Oberfläche reagiert flott, Apps laden schnell. Deutsch lässt sich als Sprache wählen, die Übersetzung bleibt aber lückenhaft. Im Menü stehen Begriffe wie „Omnidirectional Trapezoid“ oder „Projetor“. Der Cine4K spiegelt Smartphone-Inhalte per Transcreen-App, Airplay, Miracast, Huawei Cast und DLNA. Der Projektionsmodus lässt sich auf Tisch oder Decke sowie Front- oder Rückprojektion umstellen.
Die Infrarot-Fernbedienung reagiert schnell. Weil Empfänger vorn und hinten sitzen, muss man kaum zielen. Sie trägt Tasten für Fokus, Quelle, Menü, Einstellungen, Home und Stummschaltung. App-Direkttasten und eine Beleuchtung fehlen. Auch eine Mikrofontaste gibt es nicht, obwohl der Shop mit einer Sprachfernbedienung wirbt. Eine Bluetooth-Fernbedienung wäre uns lieber gewesen.
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Wie gut ist der Klang und wie laut ist der Lüfter?
Zwei Lautsprecher mit je 10 W und Dolby Audio strahlen von der Rückseite nach hinten ab. Der Klang ist gut und klar, etwas Bass ist vorhanden. Bei hoher Lautstärke verzerrt er allerdings. Für Serien und Nachrichten reicht der Ton des 4K-Beamers. Wer im Heimkino mehr will, schließt eine Soundbar (Bestenliste) per 3,5-mm-Klinke oder Bluetooth an.
Wie laut der Lüfter ist, hängt vom Modus ab. Im Modus „ruhig“ arbeitet er tatsächlich angenehm leise. Er bleibt hörbar, stört aber nicht, weil er in einer tiefen, angenehmen Frequenz rauscht. Im Modus „Leistung“ dreht er richtig auf, darauf weist auch das Menü hin. Erträglich ist das nur, wenn man weiter weg sitzt und den Ton laut stellt.
Wie teuer ist der Projestar Cine4K?
Der Projestar Cine4K ist nur bei Banggood erhältlich, der Versand aus Tschechien ist kostenfrei. Regulär kostet er 489 Euro, im Flash-Angebot bis etwa 12. Oktober 444 Euro und für Neukunden 422 Euro.
Fazit
Der Projestar Cine4K bringt natives 4K per LCD-Panel zu einem sehr niedrigen Preis. Das Bild ist detailreich und gleichmäßig scharf. Autofokus, Trapezkorrektur und Hindernisvermeidung arbeiten zuverlässig. Im Modus „ruhig“ bleibt der Lüfter angenehm leise, der Klang reicht für Serien.
Die Kompromisse liegen bei Helligkeit, Software und Gehäuse. Von den beworbenen 2000 ANSI-Lumen ist der Beamer weit entfernt, er braucht einen abgedunkelten Raum und verschluckt in dunklen Szenen Details. Optischen Zoom und Lens Shift gibt es nicht. Netflix und Prime Video lassen sich nur per Maus bedienen, ein TV-Stick (Bestenliste) gehört deshalb fast zur Pflicht. Die Kiste ist mit 5,1 kg schwer und zieht im Leistungsmodus über 275 W.
Der schärfere und sparsamere Xiaomi Laser Projector 3 4K (Testbericht) kostet deutlich mehr und braucht ebenfalls einen Stick. Wer auf Schärfe und einen sparsamen Betrieb Wert legt, ist mit ihm besser bedient. Wer einen günstigen 4K-Beamer für den abgedunkelten Raum sucht und einen Stick ohnehin einplant, bekommt mit dem Projestar Cine4K ab 422 Euro (Banggood) viel Bild fürs Geld.
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