Kirche und Künstliche Intelligenz: 60 Prozent der Pfarrer nutzen KI

KI-Tools gehören für viele Geistliche inzwischen zum Arbeitsalltag. Besonders häufig helfen sie bei Recherche, Texten und Übersetzungen.
Foto: Marcus Brandt/dpa
epd | Rund 62 Prozent der Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland arbeiten mit Künstlicher Intelligenz (KI). Dies ergab eine Detailauswertung der konfessionsübergreifenden Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK, 2026). Wie der Leiter der Studie, Holger Sievert (Köln), dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, nutzen 20 Prozent die KI nach eigenen Angaben häufig, 42,6 Prozent selten. Bisher gab es für Deutschland dazu noch keine Zahlen.
Jeder fünfte Pfarrer hatte laut DiRK-Studie noch nie mit KI zu tun. 15,3 Prozent der Befragten erklärten, schon einmal experimentiert oder herumprobiert zu haben. Acht Prozent der Pastoren gaben an, sie könnten sich nicht vorstellen, mit ChatGPT, Claude, Mistral oder einem anderen KI-System zu arbeiten.
Breites Anwendungsspektrum
Diejenigen, die sich von der KI unterstützen lassen, nannten die Text-Erstellung als wichtigstes Feld (62,3 Prozent). Auf Platz zwei kam laut Studie die Recherche (60,9 Prozent), gefolgt von der Anfertigung von Übersetzungen (35,2 Prozent). Außerdem nutzten Pfarrer KI-Tools, um Fakten zu erfragen, Texte zusammenzufassen, Bilder zu generieren oder als Ideenratgeber.
Wie und in welchem Umfang KI zur Predigtvorbereitung eingesetzt wird, ist aus der aktuellen Datenlage nicht genau ersichtlich. „Aus den offenen Antworten wissen wir aber, dass die Predigterstellung ein wichtiger Bereich der Texterstellung war“, erläuterte der Professor der Macromedia Hochschule. Vertiefte Auswertungen zur Nutzung durch Pfarrer sollten 2027 folgen.
Bei der DiRK-Studie 2026 wurden insgesamt 7.178 Protestanten und Katholiken befragt, gut die Hälfte war hauptamtlich in der Kirche beschäftigt. 505 Pfarrer beantworteten die Fragen zur generativen KI. Erste Ergebnisse der Studie der Versicherer im Raum der Kirche (vrk) waren bereits im April veröffentlicht worden.
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