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Friday, October 2, 2026

Teure Entlastungsmaßnahmen: Tankrabatt und Stromsteuersenkung tragen zu Defizit im Haushalt bei

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Teure EntlastungsmaßnahmenTankrabatt und Stromsteuersenkung tragen zu Defizit im Haushalt bei

02.10.2026, 11:24 Uhr

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Die Zahlen des Bundes sehen besonders schlecht aus. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Die Einnahmen der Tabaksteuer sind im ersten Halbjahr 2026 eingebrochen, die Ausgaben durch verschiedene Entlastungsmaßnahmen deutlich gestiegen. Der Gesamthaushalt steht so vor einem großen Defizit.

Die Entlastungsmaßnahmen der Politik belasten den öffentlichen Gesamthaushalt. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, gab es im ersten Halbjahr 2026 nur rund zwei Prozent mehr Einnahmen, aber rund sechs Prozent mehr Ausgaben als im ersten Halbjahr 2025. In den Kern- und Extrahaushalten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung fehlten Mitte des Jahres 98,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Defizit nur bei 58,5 Milliarden Euro gelegen.

Zu dem großen Defizit beigetragen haben laut Destatis unter anderem zwei Entlastungsmaßnahmen: erstens die Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft und zweitens die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Dazu kommt ein Einbruch bei den Tabaksteuereinnahmen nach der Erhöhung zum 1. Januar 2026. Zusammen ergeben sich damit fehlende Steuereinnahmen von 3,3 Milliarden Euro.

Mit 31,2 Milliarden Euro sind die Ausgaben für Zinskosten im ersten Halbjahr 2026 um 21,2 Prozent gestiegen. Die Sachinvestitionen - also Ausgaben für Bau und den Erwerb von Sachvermögen - stagnierten laut Statistischem Bundesamt mit 43,1 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau.

Alle Ebenen des Gesamthaushalts waren demnach defizitär, wobei der Bund den größten Anteil hatte. Die Ausgaben des Bundes stiegen im ersten Halbjahr 2026 um knapp zehn Prozent, während sich die Einnahmen um fünf Prozent verringerten. Somit ergab sich für den Bund im ersten Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 72,3 Milliarden Euro. "Damit hat sich das Defizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt", so die Statistiker.

Bei den Ländern stiegen die Ausgaben ebenfalls stärker als die Einnahmen. Das Defizit wuchs auf 6,3 Milliarden Euro an. Bei den Gemeinden verharrte das Finanzierungsdefizit auf Rekordniveau. Es betrug zuletzt 20,1 Milliarden Euro - "der höchste Wert für eine erste Jahreshälfte seit der deutschen Vereinigung 1990", wie die Statistiker sagten. Für die Sozialversicherung ergab sich ein fast ausgeglichener Finanzierungssaldo.

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