"Operation Vivaldi": Welche Rolle Kampfroboter spielen
Die Ukraine meldet Geländegewinne im Donbass. Mit "Operation Vivaldi" soll es gelungen sein, Russland wochenlang zu täuschen. Wurde Putin überrumpelt? Die Militäranalyse bei ZDFheute live.
01.10.2026 | 38:49 minDie Ukraine meldet neue Geländegewinne im Donbass: Mit der "Operation Vivaldi" soll sie russische Stellungen bei Lyman zurückgedrängt haben. Ziel der Operation ist es, strategisch wichtige Städte wie Slowjansk und Kramatorsk zu sichern. Militäranalyst Gustav Gressel bewertet die Operation als "in großen Teilen" gelungen.
Sehen Sie das gesamte Interview oben im Video oder lesen Sie hier Auszüge. Das sagt Gustav Gressel …
… zum Erfolg der "Operation Vivaldi"
Die genauen Geländegewinne seien schwer einzuschätzen, sagt Gressel. Nahe Lyman, in der Oblast Donezk, gebe es einen Fluss, über den die russischen Truppen ihren Nachschub bringen müssten. Der Militäranalyst schlussfolgert, dass die Ukrainer gezielt angreifen können, da es in diesem Gebiet keinen anderen Transportweg für russische Munition und Soldaten gebe.
Das macht es den Drohnen dann einfacher, diese Brücken abzupassen, zu beobachten, zu schauen, wo bewegt sich eigentlich Nachschub und dann auch gezielt anzugreifen.
Gustav Gressel, Militäranalyst
Für den Winter sei das Ziel, "verteidigungsgünstige" Stellungen zu erreichen und das Einkesseln des Festungsgürtels durch russische Truppen zu verhindern. Das hätten die Ukrainer bereits erreicht, so Gressel. Dennoch müssten Stellungen auch gehalten werden. Das klappe teils gut, teils sehe es "brenzlig" aus.
Russland greift weiter die Ukraine an – immer häufiger auch tagsüber. ZDF-Reporter Torge Bode berichtet von Einschlägen in der Hauptstadt Kiew.
01.10.2026 | 4:04 min… zur Rolle von ferngesteuerten Panzern und Robotern
Roboter spielten auf ukrainischer Seite eine "nicht unwesentliche Rolle" und hätten vielfältige Aufgaben: Sie brächten Drohnen hinter die Verteidigungslinien, würden als Kampfroboter eingesetzt oder versteckten sich in Hinterhalten und sprengten russische Fahrzeuge oder Hindernisse, so Gressel.
Dieses Wegsprengen dieser (russischen) Sperren erlaubt es dann ukrainischen Kräften in der russischen Tiefe, schneller vorzustoßen.
Gustav Gressel, Militäranalyst
Die bewaffneten Roboter würden teilweise auch mit Drohnen in den "Rücken des Gegners" abgelassen, um sie zu verwirren. Zusätzlich würden die Roboter eingesetzt, um die Gegend zu erkunden und Aufklärungsarbeit zu leisten, erklärt der Militäranalyst.
Der vermehrte Einsatz von Drohnen mit Jetantrieb verändert den Krieg in der Ukraine deutlich. Immer wieder werden auch Städte fernab der Frontlinie beschossen, allen voran die Hauptstadt Kiew.
30.09.2026 | 6:34 min… zur russischen Kriegsführung und Propaganda
Es stelle sich die Frage, ob Putin wisse, dass seine Armee nicht so gut sei, wie er es öffentlich darstelle. Die russische Militärführung arbeite nach Gressels Einschätzung mit falschen Karten und Meldungen. Daraus ergäben sich diverse Probleme.
Es wird zum Problem, wenn Gleitbomben nicht auf ukrainischen Linien landen, weil russische Kommandanten der unteren Ebenen bereits gemeldet haben, dass diese längst eingenommen seien.
Gustav Gressel, Militäranalyst
In der Realität existierten die ukrainischen Stellungen aber noch, führt Gressel fort. Die russischen Bomben gingen dadurch ins Leere oder dorthin, wo "angegebene" ukrainische Stellungen sein sollen, die mit den realen jedoch nichts zu tun hätten.
Zudem meldet die russische Militärführung höhere Geländegewinne als in den Jahren zuvor - Militäranalyst Gressel schätzt diese allerdings als erheblich niedriger ein als in der Vergangenheit. Es gebe eine "Diskrepanz" auf strategischer Ebene.
Dass man eben nicht weiß oder einem falschen Bild aufsitzt, wie es an der Front tatsächlich steht.
Gustav Gressel, Militäranalyst
Kiew wird erneut durch massive Angriffe Russlands erschüttert, mehrere Menschen wurden getötet. Drohnen und ballistische Raketen haben zudem Teile der Infrastruktur und Fabriken beschädigt.
30.09.2026 | 2:51 minGressel sieht das als einen Grund für Putins "starrköpfige" Haltung bei Friedensverhandlungen: Wenn der russische Präsident der festen Überzeugung sei, dass er auf der Siegerseite steht und den Krieg gewinnt, dann werde er nicht von seinen Maximalforderungen abweichen.
Das Interview führte Barbara Parente bei ZDFheute live. Das Gespräch zusammengefasst hat Lena Jenschar.
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:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Über das Thema berichtete ZDFheute live am 01.10.2026 ab 19:30 Uhr.
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