Studie nennt 17 Gefahren – zwei könnten die Menschheit auslöschen

- Eine internationale Expertenkommission hat im Fachmagazin «The Lancet» 17 grosse Bedrohungen für die Gesundheit der Weltbevölkerung bis 2100 untersucht.
- Atomkrieg und der Missbrauch von KI könnten laut der Studie im schlimmsten Fall zum Aussterben der Menschheit führen.
- Eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,8 Grad könnte dagegen bis 2100 rund 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre retten.
Ein Atomkrieg oder der Missbrauch künstlicher Intelligenz könnten im schlimmsten Fall in naher Zukunft zum Aussterben der Menschheit führen. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Expertenkommission, die 17 Bedrohungen für die Gesundheit der Weltbevölkerung untersucht hat.
Wie der britische «Guardian» berichtet, haben 35 Fachleute im Rahmen einer Untersuchung der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» mögliche Risiken bis zum Jahr 2100 bewertet.
Atomkrieg und KI
Besonders schwerwiegende Folgen könnten laut den Forschern ein Atomkrieg und der gezielte Missbrauch künstlicher Intelligenz haben. Bei einem grossen Atomkrieg könnten so viele Partikel in die Atmosphäre gelangen, dass sie das Sonnenlicht teilweise blockieren. Die Folgen könnten eine starke Abkühlung und daraus resultierende weltweite Ernteausfälle und Hungersnöte sein.
Bei künstlicher Intelligenz sehen die Fachleute insbesondere die Gefahr, dass sie zur Entwicklung biologischer Waffen missbraucht werden könnte.
Beide Szenarien könnten theoretisch zum Aussterben der Menschheit führen. Die Forscher betonen allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse derzeit gering sei.
Diese 17 Bedrohungen identifiziert die Studie
- Atomkrieg
- Missbrauch künstlicher Intelligenz
- Klimawandel
- Pandemien
- Luftverschmutzung
- Antibiotikaresistenzen
- Unterernährung bei Kindern
- Bewaffnete Konflikte
- Kürzungen der Entwicklungshilfe
- Übergewicht
- Psychische Erkrankungen
- Rauchen
- Alkoholmissbrauch
- Bluthochdruck
- Einkommensungleichheit
- Mangelnde Bildung
- Gesundheitliche Probleme im Alter
Klimawandel könnte Milliarden Lebensjahre kosten
Die Forscher haben auch berechnet, welche gesundheitlichen Folgen der Klimawandel haben könnte. Demnach könnte eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,8 Grad weltweit bis 2100 rund 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre retten – verglichen mit einem Szenario, in dem sich die Erde um 4,4 Grad erwärmt.
Damit sind Lebensjahre gemeint, die Menschen durch einen vorzeitigen Tod verlieren oder die sie mit gesundheitlichen Einschränkungen verbringen. Die Zahl ergibt sich aus der Summe solcher möglichen Folgen für die gesamte Weltbevölkerung.
Auch Kürzungen der internationalen Gesundheitshilfe könnten schwerwiegende Folgen haben. Laut den Modellrechnungen könnten dadurch bis 2100 bis zu 1,5 Milliarden gesunde Lebensjahre verloren gehen. Fast 70 Prozent dieser Belastung würden auf Afrika südlich der Sahara entfallen.
Wie nimmst du die grösste Bedrohung für die Gesundheit der Weltbevölkerung wahr?
Experten sehen Möglichkeiten zur Vorbeugung
Trotz der düsteren Szenarien will die Kommission keine Panik verbreiten. Für jede der 17 Bedrohungen gebe es realistische Möglichkeiten, gegenzusteuern.
Die Fachleute empfehlen unter anderem Investitionen in Gesundheitssysteme, neue Technologien und eine bessere Vorbereitung auf Krisen. Die Ergebnisse werden am Sonntag beim World Health Summit in Berlin vorgestellt. Künftig soll die Untersuchung jährlich aktualisiert werden.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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