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Monday, October 26, 2026

Umbau beim Detailhändler – Migros-Führung will Genossenschaftsfusion

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  • Die Migros-Führung will ihre zehn Regionalgenossenschaften zu einer Gruppengenossenschaft zusammenführen.
  • Die Genossenschafter sollen Mitte 2027 final darüber abstimmen.
  • Damit will der Detailhandelskonzern seine komplizierten Führungsstrukturen vereinfachen.

Die Verwaltungen aller zehn Regionalgenossenschaften und des MGB haben dem Vorhaben einstimmig zugestimmt, wie die Migros mitteilt. Die 2.3 Millionen Genossenschafter sollen Mitte 2027 in einer Urabstimmung endgültig darüber entscheiden. In jeder der zehn Regionalgenossenschaften ist dafür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Die neue Gruppengenossenschaft soll das Dach über die sieben weiterhin eigenständig operierenden Geschäftseinheiten bilden. Dazu gehören neben Migros Supermarkt unter anderem Denner, Digitec Galaxus und die Migros Bank. Das Supermarktgeschäft soll künftig schweizweit aus einer Hand geführt werden.

Sechs Regionalräte geplant

Die bisherigen regionalen Führungsstrukturen sollen weitgehend abgelöst werden. Stattdessen sind sechs Regionalräte vorgesehen, welche die Anliegen der Regionen einbringen und die Delegierten für die nationale Delegiertenversammlung wählen. Laut Migros sollen die regionale Verankerung und die genossenschaftliche Mitsprache erhalten bleiben.

Der Umbau bei der Migros geht weiter. Nachdem die Migros seit 2024 zahlreiche Tochtergesellschaften verkauft (z.B. Hotelplan) und geschlossen hat (z.B. Do it+Garden), setzt die Führung nun beim Kern ihrer Struktur an: Bei den regionalen Genossenschaften.

Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler hatte in den 1940er-Jahren bewusst eine dezentrale Organisationsform mit eigenständigen, regionalen Genossenschaften gewählt, weil er einer starken Zentrale misstraute. Bis anhin galt dieses Erbe als unantastbar.

Doch in den vergangenen Jahren ist der wirtschaftliche Druck auf die regionalen Genossenschaften und die Migros-Zentrale so gross geworden, dass dieser Schritt nun ausweichlich wurde. Damit will die aktuelle Führung um Mario Irminger den Grundstein legen für eine Migros, die für die Zukunft gerüstet ist und sich im harten Wettbewerb im Detailhandel behaupten kann. In der jetzigen Form wäre das nicht mehr automatisch gegeben gewesen.»

Kurzeinschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim

Laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» könnten durch die Neuorganisation rund 3000 Stellen wegfallen. Das mögliche Einsparpotenzial wird auf jährlich 300 bis 400 Millionen Franken geschätzt. Die Migros nennt in ihrer Mitteilung weder konkrete Einsparziele noch eine Zahl betroffener Stellen. Sie verspricht vielmehr, dass es in den Regionalgenossenschaften bis mindestens Mitte 2028 keine organisationsbedingten Entlassungen geben werde.

Die Veränderungen beträfen vor allem Verwaltung und Management. Für betroffene Mitarbeitende sollen nach Möglichkeit Anschlusslösungen innerhalb der Gruppe gefunden werden.

Mehrere Reihen von Einkaufswagen mit orangefarbenen Griffen.
Legende: Mit der Zusammenlegung der Regionalgenossenschaften will die Geschäftsführung einen historischen Umbau bewerkstelligen. KEYSTONE / Martial Trezzini

Mit der geplanten Fusion kommt es auch zu einem Führungswechsel. Migros-Chef Mario Irminger und Peter Diethelm, Chef der Migros Supermarkt AG, wollen ihre Funktionen auf den Zeitpunkt der Urabstimmung Mitte 2027 abgeben.

Die Migros befindet sich seit 2024 in einem tiefgreifenden Umbau. Chef Mario Irminger vollzog den bisher grössten Umbau ihrer Geschichte. Verlustbringende oder nicht mehr zum Kerngeschäft passende Unternehmen wurden abgestossen. Mit dem Verkauf von Fachmarktketten und anderen Geschäften wie Melectronics, SportX, Micasa, Hotelplan oder Mibelle konzentriert sich die Migros künftig auf die Bereiche Detailhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheit. Mit der Umstrukturierung fielen gegen 1500 der insgesamt rund 100'000 Stellen weg. Die komplizierte Genossenschaftsstruktur gilt seit Jahrzehnten als Hindernis für schnellere Entscheidungen. Bereits in den 1990er-Jahren scheiterte ein Versuch, die damals zwölf Regionalgenossenschaften auf drei zu reduzieren. Der Konkurrent Coop legte seine Regionalgenossenschaften bereits 2001 zusammen.

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