Weltraumteleskop Hubble: 200.000 Orbits, 8 Milliarden Kilometer um die Erde
Das Weltraumteleskop Hubble hat vor wenigen Tagen seinen 200.000sten Orbit um die Erde absolviert, in den 36 Jahren seit seinem Start hat es mehr als fünf Milliarden Meilen (etwa acht Milliarden Kilometer) zurückgelegt. Das hat die US-Weltraumagentur NASA mitgeteilt und ergänzt, dass das Instrument in diesem Zeitraum über 1,7 Millionen Beobachtungen durchgeführt hat. Zur Feier der jüngsten Meilensteine haben die Verantwortlichen eine Aufnahme veröffentlicht, die Hubble am Tag der 200.000sten Erdumrundung aufgenommen hat. Das Bild zeigt einen massiven Galaxiencluster namens MACS J0417. Der fungiert als Gravitationslinse für dahinter liegende Objekte, darunter eine Supernova, die 2025 schon einmal beobachtet wurde. Licht von dort, das einen anderen Weg nimmt, soll nun bei uns ankommen und danach hat das Gerät gefahndet.
Hubble wurde 1990 mit dem Space Shuttle Discovery ins All gebracht. Gleich am Anfang wurde deutlich, dass der 2,4 Meter große Hauptspiegel des Instruments so fehlerhaft war, dass er keine viel bessere Bildqualität ermöglichte als bodengebundene Teleskope. 1993 folgte deswegen eine Reparaturaktion mit dem Space Shuttle Endeavour. Danach konnte eine beispiellose Erfolgsgeschichte beginnen, in deren Verlauf das Weltraumteleskop mit seinen farbenfrohen Aufnahmen astronomischer Objekte das Bild prägen sollte, das Generationen vom Weltall haben. Angefangen mit der ikonischen Aufnahme der sogenannten „Säulen der Schöpfung“, die das Weltraumteleskop James Webb ebenfalls abgelichtet hat.
Immer mehr technische Probleme
In den vergangenen Jahren hat sich vermehrt das hohe Alter von Hubble gezeigt, seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms kann es nicht mehr von Menschen besucht und gewartet werden. 2024 haben die Verantwortlichen auch deshalb auf einen Betrieb mit nur noch einem Gyroskop gewechselt. Davon hat es eigentlich sechs an Bord, die Geräte dienen der präzisen räumlichen Ausrichtung auf die Forschungsobjekte. Bis zu dem Wechsel waren nur noch drei davon funktionsfähig, eines davon hatte aber wiederholt für Probleme gesorgt. Deshalb wurde auf das fehlerhafte verzichtet, ein weiteres wird als Reserve vorgehalten. Die Änderung soll die Arbeit zuverlässiger machen, insgesamt soll Hubble dadurch etwa 12 Prozent weniger Forschungsobjekte ins Visier nehmen können.
Die Aufnahme von MACS J0417
(Bild: NASA, ESA, STScI, M. Pascale (UCLA); Image Processing: J. DePasquale (STScI))
Die am Jubiläumstag gemachte Aufnahme des Galaxienclusters MACS J0417 diene der Erforschung der sogenannten Hubble-Konstante, erklärt die NASA noch. Wenn die auf „Athena“ getaufte Supernova dort wieder auftaucht, soll deren Entfernung ermittelt werden. Das soll auch dabei helfen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Universums präziser zu ermitteln. Als Hubble-Konstante (H0) wird jene fundamentale Größe der Kosmologie bezeichnet, die ausweist, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Objekt in einer Entfernung von einem Megaparsec (3,26 Millionen Lichtjahre) allein aufgrund der Expansion des Universums von uns entfernt. Rätselhaft ist nun, dass Messungen im vergleichsweise nahen Universum dafür seit Jahren einen signifikant anderen Wert ergeben als hochpräzise Messungen zur Epoche direkt nach dem Urknall.
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