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Monday, November 2, 2026

Balkonkraftwerk als Exportschlager: Die Welt übernimmt deutsche Regeln

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Was in Deutschland erst nach jahrelangem Ringen um Leistungsgrenzen, Stecker und Mieterrechte geregelt wurde, dient inzwischen anderen Ländern als Vorlage. Zuletzt hat Westaustralien Ende Oktober einen Entwurf zur Konsultation gestellt, der Steckersolargeräte als gewöhnliche Haushaltsgeräte einstufen soll. Grundlage dafür ist laut pv magazine die deutsche Produktnorm DIN VDE V 0126-95, angepasst an australische Stecker und Windlasten. Vorgesehen sind 800 VA Wechselrichterleistung und bis zu 2 kW Gleichstromleistung für Module und Akku zusammen, wobei nur ein Gerät pro Haushalt und keines zusätzlich zu einer Dachanlage erlaubt sein soll. Westaustraliens Energieministerin Amber-Jade Sanderson verwies darauf, dass „Millionen europäischer Haushalte diese Systeme bereits jeden Tag nutzen“.

Noch vor Australien haben bereits zehn US-Bundesstaaten Gesetze für Balkonkraftwerke verabschiedet. Am 30. September unterzeichnete Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom das Gesetz SB 868. Es sieht vor, dass Haushalte ab dem 1. Januar 2027 zertifizierte Geräte mit bis zu 1200 Watt AC ohne Genehmigung oder Gebühren des Netzbetreibers anschließen dürfen. In New York wartet der bereits verabschiedete SUNNY Act noch auf die Unterschrift von Gouverneurin Kathy Hochul.

In England, Schottland und Wales sind Steckersolargeräte bis 800 Watt seit dem 27. August legal, Akkus bleiben vorerst außen vor. Die britische Produktspezifikation nennt die deutsche Norm als wichtigste technische Referenz. Heise online hatte bereits im März berichtet, wie Großbritannien dem deutschen Solarboom nacheifern will. Weitere Länder bewegen sich in dieselbe Richtung: Neuseelands Ministry for Regulation empfahl im Juli die Legalisierung, Irland arbeitet an eigenen Regeln, und die australischen Energieminister von Bund und Ländern wollen bundesweit einheitliche Vorgaben prüfen.

Zurückhaltend bleibt Skandinavien: In Schweden und Dänemark dürfen Solarmodule nach Vorgabe der Elektrosicherheitsbehörden nicht an eine gewöhnliche Steckdose, in Norwegen haben Abgeordnete der Grünen gerade die Legalisierung beantragt.

Für eine gewisse Ironie sorgt dabei der in Schweden gegründete Möbelkonzern IKEA: Im Nachbarland Belgien, wo Steckersolargeräte seit April 2025 erlaubt sind, bietet er Sets zum Einstecken an, im Heimatland des Unternehmens dürften Kunden diese dagegen nicht an die Steckdose anschließen.

Deutschland hob 2024 mit dem Solarpaket I die Grenze auf 800 VA an und gab Mietern einen Anspruch auf ein Balkonkraftwerk; seit Dezember 2025 gibt es mit DIN VDE V 0126-95 die erste Produktnorm für solche Geräte. Laut Bundesnetzagentur waren Ende September rund 1,53 Millionen Balkonkraftwerke mit zusammen 1,67 Gigawatt im Marktstammdatenregister als in Betrieb gemeldet. 327.000 davon sind in diesem Jahr angemeldet worden.

Make hat mehrfach über Photovoltaik zum Selberbauen berichtet, etwa über einen Solartisch für Balkon und Terrasse, den sich auch Mieter aufstellen und bei einem Umzug mitnehmen können. Ein mobiler PV-Anhänger mit ausklappbaren Modulen liefert bis zu 2165 Watt. Wie er verdrahtet wird, zeigt ein weiterer Artikel.

Mit dem PV-Anhänger von Make ist Solarstrom immer zur Hand.

In Kalifornien gilt die neue Regel ab dem 1. Januar 2027, in New Jersey ab dem 1. März 2027. Westaustralien sammelt derzeit Stellungnahmen zum Entwurf, und die Initiative Solar Citizens fordert landesweit einheitliche Regeln bis Juli 2027. (mch)

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