ManCity erwartet Ehrengast gegen PSG - Maresca verteidigt Jubel in Liverpool
Nicht jedem gefiel, wie Manchester City den 3:0-Sieg in Liverpool feierte. Trainer Enzo Maresca versteht die Kritik nicht - und darf sich auf besondere Unterstützung in der Champions League freuen: Pep Guardiola.

Ausgelassener Jubel vor dem Bananen-Meer: ManCitys Profis und Trainer Enzo Maresca nach dem 3:0 beim FC Liverpool picture alliance / PA Images
The Athletic hatte im Vorfeld "eines der seltsamsten Spiele der Premier-League-Geschichte" angekündigt und damit nicht zu viel versprochen: Das Duell zwischen dem FC Liverpool und Manchester City stieg von Anfang an in einer aufgeheizten, vergifteten Atmosphäre - mit Schmähgesängen in beide Richtungen, vereint in ihrer Vorliebe für das F-Wort.
Nur der Jubel fiel hinterher aus, als wäre es ein ganz normales Spitzenspiel gewesen: ManCity, in Überzahl mit einem schnellen Doppelschlag und am Ende souveräner 3:0-Sieger, feierte den sechsten Sieg im sechsten Spiel ausgelassen. Zu ausgelassen? Mancher Beobachter wunderte sich über die mangelnde Demut nach einer Länderspielpause, die die Zukunft des Klubs offen infrage stellte.
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Weil die Premier League ManCity Finanzvergehen in über 100 Fällen zur Last legt, droht der Zwangsabstieg. Demnach hat der Klub - der sämtliche Vorwürfe bestreitet und Berufung eingelegt hat - im vergangenen Jahrzehnt im großen Stil betrogen und die Konkurrenz damit um Erfolge gebracht, den FC Liverpool inklusive. Muss man da beim ersten Auftritt danach wirklich derart jubeln?
"Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie es in der Kabine zuging"
"Wir haben 3:0 in Anfield gewonnen. Was erwartet ihr denn von uns?", zeigte sich Trainer Enzo Maresca am Dienstag verwundert über das kritische Echo. "Auch wenn wir nur 1:0 gewonnen hätten, hätten wir das so gemacht. Wir arbeiten jeden Tag daran, Spiele zu gewinnen. Das ist das Einzige, woran wir denken und worauf wir uns konzentrieren können. Der Rest? Das sind nur Dinge von außen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, aber auf dem Platz waren wir so, so, so glücklich - und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie es in der Kabine zuging."
Nach dem Schlusspfiff habe man bewusst mit den mitgereisten Fans gefeiert, "für die es wahrscheinlich gerade schwieriger ist als für die Spieler oder mich", so Maresca. "Denn wenn ich ein Arsenal- oder United-Fan wäre und du ein City-Fan, könnte ich sagen: 'Mein Freund, du bist ein Betrüger' oder so etwas in der Art."
Liverpool-Kapitän Virgil van Dijk warnte zwar schon mal, dass ManCity eine ähnliche Atmosphäre noch häufig erwarten werde, am Mittwoch (21 Uhr, LIVE! bei kicker) sprechen aber erst einmal Wettbewerb (Champions League), Spielstätte (Etihad Stadium) und Gegner (Paris Saint-Germain) gegen einen erneuten Spießrutenlauf.
Hält Guardiola sogar eine Ansprache?
Und dann hat sich auch noch ein Ehrengast angekündigt: Pep Guardiola wird erstmals seit seinem Abschied im Sommer im Stadion erwartet. "Es ist für alle aufregend", sagte Maresca über seinen Vorgänger, der sich nach dem Urteil bereits emotional hinter seinen langjährigen Klub gestellt hatte.
Hält Guardiola sogar eine Ansprache auf dem Trainingsplatz oder in der Kabine? "Ich kenne seine Pläne nicht, ob er direkt ins Stadion oder zum Trainingsgelände kommt", konnte Maresca keine Auskunft geben. Rein sportlich scheint seine Mannschaft gerade ohnehin keine Motivationshilfe zu benötigen.
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