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Friday, October 2, 2026

25 Jahre Swissair-Grounding – Ex-Pilot: «Die Swissair kann man nicht vergessen»

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«Wir wollten einfach besser sein als die anderen Airlines, sicherer», sagt Ernst Frei. Er verbrachte über 14'000 Stunden in Cockpits von Swissair-Maschinen. «Swissair stand für das Image der Schweiz und wir trugen das in die Welt hinaus», ergänzt Gabriela Good. Sie arbeitete während sechs Jahren als Flugbegleiterin für die Swissair.

Zwei Personen sitzen in einem Flugzeuginnenraum nebeneinander.
Legende: Für Gabriela Good und Ernst Frei war die Swissair mehr als nur ein Arbeitgeber. SRF

Die Airline galt nicht nur ihnen als Stolz einer Nation. «Bei der Swissair zu arbeiten, war ein Privileg», sagt Good. Besonders geblieben ist ihr der Respekt gegenüber den Mitarbeitenden: «Mann und Frau waren gleichberechtigt. Es gab keine Lohnunterschiede», erinnert sie sich.

Aufstieg und Fall

Doch nach dem Höhenflug kam der stetige Sinkflug. Die Liberalisierung des Flugmarktes in Europa brachte die Swissair in Schwierigkeiten. Weil die Schweiz dem EWR nicht beitrat, waren viele Routen in Europa nur noch in Kooperation mit europäischen Partnern bedienbar. Ab den 1990er-Jahren setzte die Swissair deshalb auf Wachstum, kaufte andere Fluglinien und verschuldete sich massiv. Die sogenannte «Hunter-Strategie» führte die Swissair nahe an den Kollaps.

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  • Bild 1 von 10. 3. Oktober 2001: Einen Tag nach dem Grounding bleibt die gesamte Swissair-Flotte am Boden. Bildquelle: KEYSTONE / Steffen Schmidt.

  • Bild 2 von 10. Zuerst verspätet, danach annulliert: Anzeigetafel am Flughafen Zürich am Tag des Groundings. Bildquelle: KEYSTONE / Walter Bieri.

  • Bild 3 von 10. Übernachten am Flughafen Zürich-Kloten: Zehntausende Passagiere stranden. Bildquelle: KEYSTONE / Steffen Schmidt.

  • Bild 4 von 10. Das Flugpersonal der Swissair demonstriert in der Abflughalle des Terminals A am Flughafen Zürich-Kloten. Bildquelle: KEYSTONE/Walter Bieri.

  • Bild 5 von 10. Buchstaben des Schriftzugs «Swissair» liegen auf dem Boden: Die Airline, die über Jahrzehnte als Symbol für Qualität und Zuverlässigkeit galt, ist am Ende. Bildquelle: KEYSTONE / Steffen Schmidt.

  • Bild 6 von 10. Und so kam es dazu: Unter Philippe Bruggisser (l.), Präsident der SAir-Group, verfolgt der Konzern eine aggressive Expansionsstrategie, die mit Beteiligungen an anderen Airlines ein eigenes europäisches Netzwerk aufbauen wollte. Bildquelle: KEYSTONE / Walter Bieri.

  • Bild 7 von 10. Die sogenannte «Hunter-Strategie» beinhaltete Beteiligungen von Fluggesellschaften – unter anderem an der belgischen Sabena. Bildquelle: REUTERS / Yves Herman.

  • Bild 8 von 10. Die radikale Umsetzung der Hunter-Strategie führte die SAir-Group in eine Überschuldung. Zusammen mit dem weltweiten Einbruch der Luftfahrt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 besiegelte dies das Ende der Airline. Bildquelle: KEYSTONE / HO / Gustav Keel.

  • Bild 9 von 10. Bundespräsident Moritz Leuenberger, Finanzminister Kaspar Villiger und Zürcher Regierungsrat Ruedi Jeker (v.r.n.l.): Nach dem Grounding stellt der Bund Notkredite zur Verfügung. Bildquelle: KEYSTONE / Lukas Lehmann.

  • Bild 10 von 10. Sechs Jahre später folgt der Swissair-Prozess: 19 ehemalige Führungskräfte der Swissair und der SAir-Group, darunter Konzernchef Mario Corti, werden in sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen. Bildquelle: KEYSTONE / Walter Bieri.

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Die Terroranschläge vom 11. September, grobe Managementfehler, zögerliche Bundesbehörden und ein im entscheidenden Moment ausbleibender Kredit von UBS-Chef Marcel Ospel führten schliesslich zur Zahlungsunfähigkeit und zum Grounding aller Swissair-Maschinen am 2. Oktober 2001.

Das Ende einer Ära

«Das hat mir einfach den Boden unter den Füssen weggezogen», sagt Gabriela Good rückblickend. Wenige Wochen zuvor war sie an der Generalversammlung der Swissair als Hostess aufgeboten worden. Dort habe sie zwar gespürt, dass etwas im Busch sei. «Aber ein solch abruptes Ende habe ich mir nicht vorstellen können.»

Pilot Ernst Frei erfuhr in Johannesburg von der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft. Nach einigem Zögern kam der Befehl, zurückzufliegen. «Sie hatten wohl Angst, dass die Maschine beschlagnahmt würde», sagt er. Denn das Flugbenzin war noch nicht bezahlt.

«Als wir Zürich anflogen, sah ich all die Maschinen, die ineinander geparkt waren.» Das Bild habe er nie vergessen. So landete Ernst Frei die letzte Maschine der Swissair in Zürich-Kloten.

Ein Leben nach der Swissair

Viele hielten auch nach dem Grounding zusammen. Gabriela Good flog noch 20 Jahre für die Swiss. Ernst Frei wechselte nach einigen Crossair-Flügen als Kapitän aufs Schiff – und flog später als Pilot der historischen «Super Constellation».

Die Swissair begleitet beide bis heute. «Es lässt einen nie los», sagt Gabriela Good. Und Ernst Frei doppelt nach: «Also, vergessen kann man das nicht. Das ist einfach so prägend. Es ist eingebrannt auf der Festplatte. Das kann ich nicht löschen.»

Mit dem Grounding ging ein Stück Schweizer Fluggeschichte zu Ende. In den Erinnerungen der Menschen aber lebt die Swissair weiter.

Sendelogo der «10vor10»-Serie zu Hochhäusern

Mehr dazu sehen Sie heute Abend um 21:50 Uhr auf SRF 1 oder Play SRF.

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