Nach Wortgefecht in Talkshow: Berliner Linke zeigt Innenminister Dobrindt an
Stand: 28.09.2026 • 10:00 Uhr
Bundesinnenminister Dobrindt wurde angezeigt - von der Berliner Linken. In einer Polit-Talkshow hatte er einen Versprecher der Moderatorin über Elif Eralp kommentiert. Die Partei wirft dem CSU-Politiker nun üble Nachrede und Beleidigung vor.
Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband haben nach Angaben ihres Anwalts Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gestellt.
Konkret geht es der Partei um eine Situation in der ZDF-Sendung Maybrit Illner vom Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: "Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin ... Sie ist keine Antisemitin." Darauf sagte Dobrindt: "Na doch."
Damit habe sich der Innenminister Illners Versprecher zu eigen gemacht, argumentierte Anwalt Jasper Prigge gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Das sei "üble Nachrede" im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine "Beleidigung" im Sinne des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin "in erheblichen Maße ehrabträglich" sei.
"Falschbehauptung des Innenministers"
Weiter heißt es im Schriftsatz: "Die Tat ist schließlich auch geeignet, das öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu erschweren. Die Verbreitung der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu beeinträchtigen."
Eralp war mit der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden und strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in einer rot-grün-roten Koalition an. Gegen ihre Partei werden Antisemitismus-Vorwürfe erhoben - allerdings nicht gegen die Spitzenkandidatin selbst. Eralp hatte sich vor und nach der Wahl von jeglichem Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt.
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