Sony kündigt zwei Supertele-Festbrennweiten an: 400 und 600 Millimeter
Zwei neue Supertele-Festbrennweiten ergänzen Sonys E-Mount-System für Vollformatkameras: das FE 400 mm F4,5 GM OSS und das FE 600 mm F6,3 GM OSS. Sie richten sich vor allem an Sport-, Tier- und Vogelfotografen, die aus der Hand arbeiten wollen. Beide sollen Ende September in den Handel kommen – zum Preis von 2800 Euro für das 400er und 3900 Euro für das 600er.
Die c't Fotografie, Ausgabe 05 2026
(Bild:
heise
)Knapp ein Kilogramm pro Objektiv
Das 400-Millimeter-Modell bringt laut Sony 994 Gramm auf die Waage und misst 108 × 242 Millimeter. Beim 600er sind es 995 Gramm bei 108 × 263 Millimetern. Der Schwerpunkt soll jeweils nahe am Kameragehäuse liegen, um Schwenks und die Verfolgung bewegter Motive zu erleichtern. Ob sich das in der Praxis tatsächlich so anfühlt, müssen Tests zeigen.
Sony bezeichnet beide Modelle als weltweit leichteste Objektive ihrer jeweiligen Klasse. Der Vergleich ist allerdings eng gefasst: Beim 400er zieht Sony Vollformatobjektive mit 400 Millimetern und einer maximalen Blendenöffnung von f/4.5 oder größer heran, beim 600er gilt f/6.3 als Grenze. Die Aussage stützt sich auf eine Erhebung des Herstellers zum Zeitpunkt der Ankündigung.
Absolut betrachtet gibt es durchaus leichtere 600-Millimeter-Objektive. Canons RF 600 mm f/11 IS STM etwa wiegt rund 930 Gramm, ist mit seiner festen Blende f/11 aber deutlich lichtschwächer – und fällt damit aus Sonys Vergleichskategorie.
Direkte Pendants finden sich vor allem bei Nikon. Das Nikkor Z 400 mm f/4.5 VR S wiegt laut Nikon 1245 Gramm bei einer Länge von 235 Millimetern. Das Nikkor Z 600 mm F6,3 VR S kommt mit Stativadapter auf 1470 Gramm und 278 Millimeter. Sonys Modelle wären demnach deutlich leichter, wobei das neue 400er etwas länger gebaut ist als sein Nikon-Pendant. Ein direkter Vergleich bleibt allerdings schwierig: Sony erläutert in der Ankündigung nicht, ob der Stativfuß in die Gewichtsangabe einfließt.
Weniger Lichtstärke als bei Profi-Teleobjektiven
Das geringe Gewicht hat seinen Preis – in Blendenstufen. Sonys vorhandendes FE 400 mm F2,8 GM OSS wiegt 2895 Gramm, das FE 600 mm F4 GM OSS rund 3040 Gramm. Die neuen Objektive sind jeweils etwa 1,3 Blendenstufen lichtschwächer. Bei wenig Licht bedeutet das eine höhere ISO-Empfindlichkeit (Signalverstärkung) oder längere Belichtungszeiten. Der eingebaute Bildstabilisator gleicht zwar Kamerabewegungen aus, bei einem schnellen Motiv hilft er aber nicht.
Im E-Mount-Programm schließen die beiden Festbrennweiten eine Lücke zwischen den lichtstarken, rund drei Kilogramm schweren Profi-Teleobjektiven und den Supertele-Zooms. Sonys FE 400–800 mm F6,3–8 G OSS deckt zwar einen flexibleren Brennweitenbereich ab, wiegt mit 2475 Gramm jedoch mehr als doppelt so viel wie jedes der neuen Modelle.
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Zwei Linearmotoren und optischer Bildstabilisator
Laut Sony sind die beiden Telefestbrennweiten die leichtesten Objektiv ihrer Klasse. Beide bringen knapp unter einem Kilogramm auf die Waage.
(Bild: Sony)
Im optischen Aufbau kommen jeweils drei Super-ED- und ein ED-Glaselement zum Einsatz. Diese Spezialgläser sollen Farbsäume und andere Abbildungsfehler minimieren. Sony setzt außerdem seine Nano-AR-Vergütung II gegen Reflexionen und Streulicht ein. Die kreisförmige Blende besteht aus elf Lamellen. Ob die versprochene hohe Auflösung bis zum Bildrand und das weiche Bokeh tatsächlich erreicht werden, lässt sich anhand der Herstellerangaben allein nicht beurteilen.
Für den Autofokus verbaut Sony jeweils zwei XD-Linearmotoren. Die Objektive sollen vollständig mit den Serienaufnahmen der Alpha 9 III bei bis zu 120 Bildern pro Sekunde zusammenarbeiten – inklusive kontinuierlicher Fokus- und Belichtungsnachführung. Wie bei der Kamera selbst hängt die tatsächlich erreichbare Bildrate von den Aufnahmebedingungen und Einstellungen ab.
Ein optischer Bildstabilisator ist integriert, eine Kompensationsleistung in Belichtungsstufen nennt Sony jedoch nicht. Mit kompatiblen Kameras sollen die Stabilisierungssysteme in Objektiv und Gehäuse koordiniert arbeiten. Für Video unterstützen die Objektive den Active Mode sowie die kamerainterne Breathing-Kompensation, die Änderungen des Bildwinkels beim Verlagern der Schärfeebene korrigiert.
Am Tubus sitzen vier konfigurierbare Fokus-Hold-Tasten. Ein Funktionsring, ein Fokusbereichsbegrenzer, ein Schalter für den direkten manuellen Eingriff in den Autofokus sowie Bedienelemente für Fokus- und Stabilisierungsmodus vervollständigen die Ausstattung.
Bis zu 1200 Millimeter mit Telekonverter
Beide Objektive sind für Sonys 1,4- und 2-fach-Telekonverter freigegeben. Mit dem 400er lassen sich so 560 Millimeter bei f/6.3 oder 800 Millimeter bei f/9.0 erreichen. Beim 600er sind es 840 Millimeter bei f/9.0 beziehungsweise 1200 Millimeter bei f/13. Der 1,4-fach-Konverter kostet eine Blendenstufe, das 2-fach-Modell zwei.
Beide Modelle sollen ab Ende September 2026 erhältlich sein.
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