Jetzt locken die Weinmessen

Degustieren, geniessen und kaufen
Jetzt locken die Weinmessen
Aus den Weinmessen von vor zwanzig Jahren sind Festivals geworden, die über Verkaufsveranstaltungen hinausgehen. Das gemeinsame Weinerlebnis ist wichtiger geworden als der Messerabatt.
Publiziert: vor 15 Minuten
- Wenn die Blätter fallen ist Weinmesse-Zeit
- Die Festivals bieten attraktive Rahmenprogramme
- In Sonderschauen werden aktuelle Trend vorgestellt
Ursula GeigerRedaktorin Wein
René Zürcher leitet das Weinfestival Basel seit 2024 und verpasste der ehemaligen Basler Weinmesse einen modernen Twist, der das Degustieren, Kaufen und Verkaufen ergänzt: «Wir wollen Wein zelebrieren und alles Schöne rund um das Thema Wein gut zeigen und damit Emotionen.»
Das gelingt mit verschiedenen Elementen, wie einer Ausstellung mit den Werken von dreizehn Künstlerinnen und Künstlern. Oder einer Raritäten-Weinbar, in der gereifte Spitzenweine in ruhiger Umgebung glasweise geordert und getrunken werden können.
3000 Weine für bis zu 20'000 Besucher
Ein Angebot, das laut Zürcher besonders gerne von kleineren Gruppen genutzt wird, denn ganz ehrlich: Wann bietet sich die Gelegenheit eine Riesling Auslese 1999 vom legendären Saar-Winzer Egon Müller zu probieren, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen?
3000 Weine können am Festival entdeckt werden, davon stammen 35 bis 40 Prozent von Schweizer Produzentinnen und Produzenten. 15'000 bis 20'000 Besucher besuchen jedes Jahr im Herbst die Ausstellung. Wenn René Zürcher glückliche Gesichter vor und hinter den Ständen sieht, ist er zufrieden.
Low- oder No-Produkte trenden
In den letzten Jahren hätten sich die Trinkgewohnheiten verschoben. Weine mit weniger oder gar keinem Alkohol seien ein wichtiges Thema, so Zürcher. Er selbst verkneife sich bei Geschäftsessen das Glas Wein, wenn am Tisch nur alkoholfreie Getränke geordert werden.
Hier könnte entalkoholisierter Wein in die Bresche springen. Der neuen Sparte widmet das Weinfestival einen Spin-off: An der Bar Les Découvertes können entalkoholisierte Weine sowie Proxy-Weine degustiert werden. «Ich bin mir sicher, dass in ein paar Jahren das Bundesamt für Statistik ausweisen wird, wie hoch der Anteil entalkoholisierter Weine im Schweizer Weinmarkt ist.» Das Basler Weinfestival im Messequartier läuft noch bis 1. November.
Expovina 2026 teils an Land
Nach Basel lockt in Zürich die 71. Ausgabe der Expovina. Das Weinvergnügen auf den Schiffen am Bürkliplatz musste in einer Hauruck-Übung teils vom Wasser aufs Land wechseln. Grund dafür ist der tiefe Wasserstand des Zürisees. Normalerweise stehen der Expovina sieben Grossschiffe zur Verfügung.
Doch die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) braucht vier Schiffe selbst. Wegen des tiefen Pegels sei ein sicherer Transfer der Passagiere auf kleinere Schiffe nicht gegeben, teilte die ZSG der Expovina-Leitung vor drei Wochen mit.
Statt auf Schiffsplanken bieten nun ab 29. Oktober sechzig Ausstellerinnen und Aussteller ihre Weine in einem grossen Zelt an. Der «Seepavillon» wurde am Schanzengraben zwischen Kongresshaus und Baur au Lac aufgebaut.
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