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Friday, September 18, 2026

Gestatten, Miley!: Wo bitte geht's zum Dancefloor?

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imageVon Kai Butterweck

Nur noch Miley, ohne Cyrus! Nach diversen Querfeldeinfahrten durch die bunte Welt der Genres zieht es Miley Cyrus im Spätsommer 2026 unter dem Mononym-Banner auf die Club-Tanzfläche. "Bass Peruades" lautet der Titel ihres neuen Albums.

Zum ersten großen Album-Jubiläum kommt Amerikas Pop-Paradiesvogel Nummer eins mit einer wegweisenden "Typveränderung" um die Ecke. Miley Cyrus nennt sich nur noch Miley. Punkt. Auf den Spuren von Cher, Beyoncé und Madonna möchte die einstige Zungenakrobatin mit der kecken Attitüde eine neue Sound-Ära einläuten. "Bass Peruades", so der Titel ihres 10. Studioalbums, nimmt den Hörer bereits nach wenigen Sekunden mit auf eine Soundreise in grelle Dancefloor-Welten.

Der Bass pumpt. Die Synthies zucken. "Let's surrender to the night, put our bodies close together, uh-huh", haucht Miley ins Mikrofon. Während der Schweiß von der Club-Decke tropft und der Trockeneisnebel mystische Kreise zieht, tanzt sich die Kajal-Amazone mit der Rose im Mund die Seele aus dem Leib.

Miley hatte schon in vielen Genretüren mindestens einen Fuß drin. Von lockerem Radio-Rock-Pop ("Meet Miley Cyrus"), über Party-Pop-Exzesse ("Breakout") bis hin zu psychedelischem Experimental ("Miley Cyrus & Her Dead Petz") und kernigem Stadionrock ("Plastic Hearts"): Die zweifache Grammy-Preisträgerin präsentiert sich gerne offen und wandlungsfähig. Nun soll die Tanzfläche Feuer fangen.

Im Berghain und im KitKatClub öffnen sich alle Türen

Im Windschatten von Kylie Minogue schleicht sich Miley langsam an ("Different Religion"). "I've got my own god - my god's a hot boy!", trällert die Sängerin mit scharfer Zunge. Die Folge: Sowohl im Berghain als auch im KitKatClub öffnen sich alle Türen.

Aber es geht auch anders. Nach der nächtlichen Ekstase wird spontan alles auf links gedreht und geheiratet ("Let's Get Married"). Mit seichtem Blumenwiesen-Pop fährt Miley die Drehzahl merklich runter. Eine sanfte Piano-Ballade folgt ("Orion"). War der Clubbesuch doch nur ein Täuschungsmanöver?

Mit dem zwischen Pop-Wonderland und Strobo-Epizentrum pendelnden "Aftermath" findet Miley schnell wieder zurück in die Party-Spur. Das in ihr pulsierende Pop-Chamäleon kann und will sie aber nicht komplett unterdrücken. Ein kurzer Kniefall vor den Blondie-Glanztaten der frühen Achtziger ("Redlights") und eine Prise Progressive-Pop mit pastellfarbenem Avantgarde-Anstrich ("Neon Signs") sind genauso gern gesehene "Gäste" auf Mileys Longplayer-Jubi-Party wie klaustrophobische Synthies und schneidende Beats aus der Maschine ("Innocent Ways").

Viel Schweiß und knisternde Erotik

Zum Abschluss zieht Miley noch einmal alle Dancefloor-Register. Ein wilder Remix des Titeltracks schält sich als tanzwütiger Rausschmeißer durch die bedrohlich vibrierenden Boxen. Die Party endet, wie sie angefangen hat: mit ganz viel Schweiß, zuckenden Lichtspielen und knisternder Erotik. "Walk into the party like the party is mine", heißt es zum Finale.

Gemeinsam mit ihren Feature-Gästen (Model/Actriz und Andrew Eyatt von der Band Miike Snow) nimmt Miley eine weitere Hürde auf ihrem nicht enden wollenden Genre-Marathon. Das kann man unter dem Banner des Facettenreichtums abfeiern oder auch als zu launisch empfinden. Man kann es aber auch aufgrund der Tatsache, dass die Urheberin sich weder mit einem einzelnen Song noch mit dem großen Ganzen im Gepäck für einen Eintrag in die Musikgeschichtsbücher bewirbt, einfach nur zur Kenntnis nehmen.

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