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Friday, October 9, 2026

Spannung bei der Tischtennis-EM: "Europa so stark wie nie"

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Bei der anstehenden Tischtennis-EM hat das DTTB-Team gute Chancen auf eine Medaille. Bei den Frauen ist Sabine Winter derzeit die stärkste Europäerin.

08.10.2026 | 1:49 min

Die Tischtennis-EM ist für die deutschen Teams eigentlich eine echte Wohlfühl-Veranstaltung. Gerade für das Männer-Team rund um die inzwischen zurückgetretene Legende Timo Boll hagelte es Titel in den vergangenen Jahren.

Doch spätestens seit der Heim-EM vor vier Jahren in München stehen die Zeichen der Zeit im europäischen Tischtennis etwas anders. Bei der am 11. Oktober beginnenden EM im slowenischen Ljubljana ist ein Titel keinesfalls garantiert.

Leistungsdichte bei den Männern enorm

Vor allem im Männer-Bereich hat die Leistungsdichte in Europas Spitze enorm zugenommen. War es in den vergangenen Jahrzehnten eine Ausnahmeerscheinung, dass ein Europäer mal die Top-Spieler aus China schlägt, so passiert dies inzwischen doch in einer gewissen Regelmäßigkeit - auch bei internationalen Top-Turnieren.

"Europa ist, glaube ich, so stark wie nie", meint auch der zweifache Olympia-Bronze-Gewinner im Einzel, Dimitrij Ovtcharov, im exklusiven ZDF-Interview.

15 Spieler haben vielleicht das Potenzial, Europameister zu werden.

Dimitrij Ovtcharov, deutscher Tischtennis-Nationalspieler

Der 38 Jahre alte ehemalige Weltranglistenerste geht, wie einige seiner Mannschaftskollegen, als Mitfavorit auf die Medaillen an den Start.

Gerade für ihn und Dang Qiu zeigte die Formkurve in den letzten Wochen und Monaten nach oben. Deutschlands Topspieler Qiu konnte kurz vor der EM sogar ein gut besetztes Turnier in Kasachstan gewinnen, Nachwuchstalent Wim Verdonschot überzeugte beim hochdotierten "China Smash". Trotzdem gilt: Die Top-Favoriten auf den Titel sind andere. Zum Beispiel Felix Lebrun.

Bundestrainer Roßkopf mit ehrgeizigen Zielen

Das französische Wunderkind ist mit seinen gerade einmal 20 Jahren schon auf Platz zwei der Weltrangliste geklettert. Auch der Schwede Truls Möregardh dürfte höher einzuschätzen sein als Qiu, Ovtcharov und Co. Trotzdem hat Bundestrainer Jörg Roßkopf ehrgeizige Ziele.

"Es ist schon echt schwierig in Europa geworden", gibt er im ZDF-Interview zu, aber: "Die Zielvorgabe ist immer klar, wir wollen das Bestmögliche. Und das bedeutet im Sport, ganz oben zu stehen."

Sabine Winter geht als Topgesetzte in die EM

Bessere Chancen auf den Titel haben - gerade im Einzelwettbewerb - die Frauen. Mit Sabine Winter spielt DIE Senkrechtstarterin des Tischtennis-Zirkus für Deutschlands Nationalteam. Seit sie im schon fortgeschrittenen Sportlerinnenalter einen Materialwechsel vornahm, ist sie in die absolute Weltspitze vorgestoßen, schlug regelmäßig auch die Top-Spielerinnen aus Asien.

Entsprechend ist Winter auch auf Position eins gesetzt. Dennoch: "Eine Setzung gewinnt nun mal keine Spiele. Sie zeigt mir, dass ich einige gute Ergebnisse hatte und an einem guten Tag zu den Besten in Europa gehöre", so Winter.

Winters größte Konkurrentin eine Teamkollegin?

Die größte Konkurrentin auf den Titel könnte aus dem eigenen Lager kommen. Die "ewige" Ying Han, inzwischen stolze 43 Jahre alt, hat in ihrer Laufbahn zahlreiche Erfolge gefeiert - der EM-Titel fehlt ihr allerdings noch. "Natürlich! Man soll den eigenen Traum nie aufgeben", erzählt sie als Antwort auf die Fragen, ob dieser Fakt ihr zusätzliche Motivation gebe.

Laut Weltrangliste ist sie die zweitbeste Europäerin, hinter Teamkollegin Sabine Winter. Es könnte also auf einen Showdown zwischen den beiden hinauslaufen - muss es aber nicht, denn die Konkurrenz ist auch bei den Frauen sehr stark.

Seine Gegner sind teils 70 Jahre jünger als er. Mit 90 Jahren ist Hans Nolte Tischtennis-Europameister in seiner Altersklasse und freut sich auf die Weltmeisterschaft in Südkorea.

06.04.2026 | 1:22 min

Eine der größten Konkurrentinnen - die Rumänin Bernadette Szöcs - hat Winter aber zuletzt schlagen können. Neben ihr kann zum Beispiel auch die österreichische Titelverteidigerin Sofia Polcanova den DTTB-Assen gefährlich werden. Und dann ist da noch Deutschlands Jungstar Annett Kaufmann. Die U19-Weltmeisterin kann an einem guten Tag jedes Spiel gewinnen - und ein großer Einzel-Erfolg bei den Erwachsenen fehlt ihr noch.

Ärger vor der EM

Unmut gab es vor den Kontinentalmeisterschaften übrigens auch. Weil eines der wichtigsten Turniere der internationalen Serie WTT direkt vor der EM in China stattfindet, fällt die Vorbereitungszeit entsprechend kurz und kompliziert aus. Der Wettkampf endet am 11. Oktober in Shanghai - am gleichen Tag startet die EM.

Die deutschen Frauen haben zum zehnten Mal die Tischtennis-Team-EM gewonnen. Annett Kaufmann, Sabine Winter und Nina Mittelham besiegten im Endspiel Rumänien klar mit 3:0.

19.10.2025 | 0:40 min

Das sei zwar alles nicht ideal, aber: "Die Jungs wissen es und können sich darauf einstellen."

Das wollen wir auf keinen Fall nach der EM hören, dass es schwierig gewesen ist. Die Jungs müssen aus den Sachen dann einfach auch Motivation ziehen

Jörg Roßkopf, Tischtennis-Bundestrainer der Herren

"Wenn es schwierig wird, dann setzen sich im Endeffekt eigentlich immer die Besten durch." Zu denen die deutschen Athletinnen und Athleten an guten Tagen zweifelsfrei gehören - ob es für einen Titel reicht, wird die Woche in Ljubljana zeigen.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 08.10.2026 um 21:04 Uhr in dem Beitrag: "Tischtennis-EM: Deutschland hofft auf den nächsten Coup".

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