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Tuesday, September 22, 2026

Die Matthäus-Kolumne: "Positive Vibes" und ein Terrier: Warum mit Klopp alles besser wird

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"Positive Vibes" und ein Terrier: Warum mit Klopp alles besser wird

imageEine Kolumne von Lothar Matthäus

22.09.2026 | 07:17 Uhr

Lothar Matthäus weiß, wie die Nationalmannschaft ticken muss, um Titel zu holen. Mit Jürgen Klopp sieht der Weltmeister von 1990 den Aufbruch in eine erfolgreiche Zeit gekommen. In seiner Sky-Kolumne schreibt er warum - und wer bei ihm spielen würde.

Der Montag war so etwas wie ein historischer Tag für den deutschen Fußball: Nach drei verkorksten Weltmeisterschaften hat Jürgen Klopp das Zepter bei der Nationalmannschaft übernommen und ist zum ersten Mal als Bundestrainer auf seine Spieler getroffen. Wird jetzt alles besser?

Ich glaube, es wird alles besser. Der neue Nationaltrainer und seine Mannschaft bereiten sich in meiner alten Heimat Herzogenaurach auf das erste Spiel in den Niederlanden (Do., ab 19.40 Uhr live bei RTL/Anstoß 20.45 Uhr) vor und lernen sich in den nächsten Tagen besser kennen. Schon Klopps Ansprachen hatten eine ganz andere Wirkung als bei seinen Vorgängern. Der persönliche Kontakt ist da, auch zu den Vereinsverantwortlichen. Das Klima stimmt und ist von Vertrauen geprägt. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so, aber Vertrauen ist wichtig. Die Spieler müssen wissen, wo sie stehen, die Vereine wollen wissen, was mit ihren Spielern passiert.

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Klopp hat mit fast allen gesprochen, vielleicht sogar mit allen, seine Kommunikation ist offen und klar, auch wenn es für einige schlechte Nachrichten gab. Oliver Baumann, Deniz Undav und Matthias Ginter sind alle verdienstvolle Spieler, aber der Bundestrainer setzt auf andere. Auch wenn es für Baumann schade ist, freut es mich für Marc-Andre ter Stegen, dass er zurückgekehrt und Klopps Nummer eins ist. Aufgrund seiner Erfahrung ist er auch für mich die Eins, wenn er bei Ajax an die Leistungen anknüpft, die er jahrelang in Barcelona gezeigt hat.

Ein Freiburger erinnert mich an Berti Vogts

Es hat mich etwas gewundert, dass Klopp mit ter Stegen und Alexander Nübel die beiden ältesten Torhüter im ersten der beiden Kader berufen hat und die beiden Jüngsten, Jonas Urbig und Noah Atubolu, im zweiten Kader stehen. Finn Dahmen hat in Augsburg gute Leistungen gebracht und hat sich eine Chance verdient. Ob es ein Vorteil oder Nachteil für ihn ist, dass er in beiden Kadern steht, bleibt abzuwarten.

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Lothar Matthäus feiert Klopps Idee: "Das ist so geil"

In der Abwehr sehe ich Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck als gesetzt. Yann Aurel Bisseck ist aber mehr als nur ein Ersatz. Bisseck spielt in Italien überragend. Ich war letzte Woche noch in Mailand, dort reden alle gut über ihn und Inter hat den Vertrag mit ihm verlängert. Auch Max Rosenfelder und Josha Vagnoman können innen spielen, Vagnoman ist auch ein Kandidat für die rechte Seite. Nathaniel Brown war als Linksverteidiger schon bei der WM dabei und hat mit seinem Wechsel zum FC Bayern München den nächsten Schritt gemacht. Philipp Treu durfte ich auf Freiburgs Europa-League-Reise bis ins Endspiel begleiten. Er ist wie ein kleiner Terrier, der mich ein bisschen an Berti Vogts erinnert. Treu marschiert rauf und runter, er kann rechts und links spielen.

Kimmich und Nmecha endlich als Doppel-Sechs

Bei der WM war Joshua Kimmich Rechtsverteidiger, einen Back-up gab es nicht, Klopp hingegen hat verschiedene Optionen. Hinter jedem Startelfspieler steht einer, der diese Position aus dem Verein her kennt. Kimmich wird unter Klopp wieder ins Zentrum rücken. Er und Felix Nmecha wären schon bei der WM meine Doppel-Sechs gewesen. Mein Mittelfeld sieht so aus: Kimmich und Nmecha, davor Jamal Musiala auf der Zehn, über die rechte Offensivseite könnte Karim Adeyemi kommen, der mit Lennart Karl den Kaderplatz getauscht hat, und über links Kevin Schade. Mit Chris Führich und Bambase Conte hat Klopp Möglichkeiten nachzubessern, je nachdem, was passiert. Und im Sturm steht hinter Kai Havertz noch Younes Ebnoutalib bereit.

So sieht meine Elf für das Spiel in Holland aus: Ter Stegen - Vagnoman, Tah, Schlotterbeck, Brown - Kimmich, Nmecha - Adeyemi, Musiala, Schade - Havertz.

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Die Neuen werden kein Problem haben, sich zurechtzufinden. Im Gegenteil: Die Atmosphäre beim DFB ist gut, es herrschen positive Vibes. Einer freut sich für den anderen, wenn er gute Leistungen bringt. Aber es gibt auch einen gesunden Konkurrenzkampf, denn jeder will von Anfang an spielen.

Das Spiel in Amsterdam wird nicht einfach, die Niederlande gehören zu den Top 10 der Welt und die Rivalität ist groß. Bei aller Experimentierfreude, die Klopp vielleicht hat: Ich glaube, dass er auf den meisten Positionen zunächst Spieler einsetzt, die schon Erfahrungen in solchen Partien und in einem Hexenkessel wie in Amsterdam gemacht haben. Das heißt aber nicht, dass die Neulinge keine Chance auf Einsatzzeiten haben.

Es würde mich wundern, wenn der Bundestrainer exakt die gleiche Elf im Kopf hätte wie ich. Vielleicht gebe ich ihm - mit einem Augenzwinkern gemeint - einen kleinen Anstoß, aber Jürgen Klopp ist immer für eine Überraschung gut.

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