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Tuesday, October 13, 2026

„Castlevania: Belmont’s Curse“ ist ein schaurig schöner Tanz auf tausend Klingen

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Zu Beginn der 2010er Jahre begann Konami seine großen Einzelspielermarken schleichend in einen Dornröschenschlaf zu versetzen und sie an den Mobile-Gaming-Tropf zu hängen. Für Fans von „Silent Hill“, „Metal Gear Solid“ und „Castlevania“ begann eine lange Durststrecke, die erst in den 2020ern enden sollte. Nach dem Kurswechsel machte sich Konami auf die Suche nach externen Expertenstudios und liefert seitdem ein gelungenes Comeback nach dem anderen ab. Zum 40. Jubiläum von „Castlevania“ blüht auch die Grusel-Reihe wieder auf und kehrt mit „Castlevania: Belmont’s Curse“ zu seinem 2D-Erkundungsformat zurück. Und ja, Konamis Erfolgsgeschichte geht weiter.

Die Geschichte von „Castlevania: Belmont’s Curse“ beginnt eigentlich mit „Dracula’s Curse“, dem dritten und letzten Teil der NES-Trilogie unter „Castlevania“-Schöpfer Hitoshi Akamatsu. Das Prequel spielt 215 Jahre vor dem ersten Teil und etablierte erstmals die jahrhundertelange Geschichte des Vampirjäger-Clans Belmont. „Dracula’s Curse“ führte gleich drei wichtige Charaktere ein: Trevor, den ersten Bezwinger Draculas, Alucard, Draculas aufmüpfigen Sohn und späteren Helden von „Symphony of the Night“, und die Magierin Sypha Belnades, die Trevor später heiraten sollte.

Castlevania: Belmont's Curse Test (11 Bilder)

Draculas Schloss ist das Herzstück des Spiels und entfaltet mit seiner verschachtelten Architektur den vollen Metroidvania-Charme. (Bild:

heise medien

)

Diese Ehe begründete schließlich den Verbund zweier mächtiger Blutlinien und brachte eine neue Heldin hervor, die Fans knapp 37 Jahre später zum ersten Mal über den Bildschirm flimmern sehen: Rose Belmont. Als sich im Jahr 1499 ein Fluch über Paris legt und Gerüchte über Draculas Rückkehr durch das Land ziehen, reist Rose zusammen mit ihrem Vater in die französische Hauptstadt. Dort sucht sie aber nicht nur nach dem dunklen Fürsten, sondern auch nach Antworten und einer Heilung, denn auch sie trägt einen Fluch mit sich.

Spätestens mit dem Eintritt in Draculas gigantisches Schloss nach dem ersten Drittel dürften Fan-Herzen höher schlagen. Während die Straßen von Paris noch eher als Tutorialabschnitt dienen, an Spielmechaniken und Boss-Kämpfe heranführen, bricht mit dem Eintritt in das Horrorschloss ein wahres Metroidvania-Feuerwerk aus. „Belmont’s Curse“ atmet die über Jahrzehnte etablierte Lore der „Castlevania“-Spiele in jeder seiner Poren. Das fängt bei den für die 2D-Ableger typischen zerstörbaren Kerzenleuchtern an und endet bei der Rückkehr bekannter Figuren. Dazwischen gibt es zahlreiche trügerische Hinweise, mörderische Fallen und teilweise extrem knifflige Rätsel und Geheimnisse. Wer nicht aufpasst, schlittert schon nach knapp sechs Stunden in eine Falle, die das Spiel vorzeitig beendet.

Auch beim Monster-Design bedienen sich die Entwickler bei den Vorgängern und interpretieren viele Serienlieblinge neu. Deren oft fiesen Angriffsmuster hat Rose glücklicherweise einiges entgegenzusetzen und profitiert dabei von den übernatürlichen Fähigkeiten ihrer Eltern. Die junge Belmont ist nicht nur im Umgang mit insgesamt sieben Waffenarten geschult, sondern beherrscht auch Magie. Diese strömt in Form der Tarotkarten ihrer Mutter in die neue Heldin. Mit jedem besiegten Boss schalten Spieler eine neue Karte frei und lernen dadurch einen weiteren Zauber. Waffen hingegen sind mal mehr und mal weniger gut in der Spielwelt versteckt und in vier Seltenheitsstufen unterteilt, die mehr Schaden anrichten und neue Spezialangriffe mitbringen.

Natürlich dürfen in einem echten Metroidvania auch die besonderen Fähigkeiten nicht fehlen, durch die Spieler neue Areale erreichen. Evil Empire und Motion Twin haben sich dabei viele spannende Werkzeuge ausgedacht, mit denen sich Fallen und Parcours-Areale kreativ überstehen lassen. Mit dem heiligen Licht kann Rose beispielsweise schwebende Materie durchdringen oder festigen, was entweder als Durchgang, Absprungs- oder Landepunkt dienen kann. Das Spiel platziert solche Flächen mit Bedacht und fordert dabei eine gefestigte Hand-Auge-Koordination der Spieler ein, die binnen Sekunden auf wechselnde Umgebungen reagieren müssen. Frustrierend ist das selten. Hat man eine solch fordernde Passage endlich überstanden, stellt sich meist eher ein Gefühl des Triumphs ein.

Die über weite Strecken wichtigste Fähigkeit ist aber die Arkanpeitsche, mit der sich Rose an Ankerpunkten oder Gegnern einhaken kann. Das ist besonders bei Kämpfen in vollen Arenen nützlich, wenn die Heldin blitzschnell zwischen fliegenden Harpyien, Bogenschützen auf Plattformen und schwer bewaffneten Rittern am Boden hin und her gleitet. Gepaart mit dem abwechslungsreichen Waffen- und Zauberarsenal, einer punktgenauen Steuerung und etwas Übung fühlen sich solche Begegnungen an wie ein geschmeidiger Tanz auf tausend Klingen, bei dem jeder falsche Schritt der letzte sein könnte.

„Belmont’s Curse“ bringt die traditionsreiche „Castlevania“-Reihe wieder auf Kurs und beschert Fans zum 40. Jubiläum einen der besten Teile. Es ist clever in seinen Rätseln, fordernd in seinen Spielmechaniken und atemberaubend in Art- und Level-Design. Die Geschichte der neuen Heldin ist mit ihren vielen Anspielungen auf vergangene Teile ein Hochgenuss für Serienkenner, holt aber auch Neulinge ab. Technisch und spielmechanisch gehört „Belmont’s Curse“ zum Besten, was das Genre in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Und das Schöne daran: Es schließt trotz eines knackigen Schwierigkeitsgrads niemanden aus. Die eigene Spielerfahrung kann bis ins kleinste Detail individualisiert werden. Wer Schwierigkeiten mit Gegnern, Fallen oder Bossen hat, findet in den Einstellungen immer den passenden Regler.

„Castlevania: Belmont’s Curse“ ist ab 16 Jahren freigegeben und erscheint am 15. Oktober 2026 für Playstation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch und PC (via Xbox on PC und Steam). Der Preis liegt bei 30 Euro, eine kostenlose Demo ist in den Stores erhältlich. Wir haben auf dem PC getestet.

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