China will Export von Hybridautos nach Europa drosseln
Im Streit um den Export chinesischer Hybridautos haben sich die EU und China geeinigt.
09.10.2026 | 0:23 minWeniger chinesische Hybridautos für Europa: Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos verständigt.
Die Autoeinfuhren in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte Sefcovi. Er hatte dazu in Peking verhandelt. Zuvor hatte China schon eine Einigung gemeldet, aber keine Details genannt.
Hybridauto: "Einige Millionen Fahrzeuge" weniger
Laut Sefcovic ist es das erste Mal, dass China akzeptiert habe, seine Exporte zu mäßigen, ohne zuvor eine Phase von Handelsspannungen zu durchlaufen. Konkret soll sich die Zahl exportierter Hybrid- und Plugin-Hybridautos von China nach Europa über die kommenden vier Jahre um "einige Millionen Fahrzeuge" reduzieren.
Das Handelsdefizit wächst, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen EU und China sind angespannt. Die EU will deshalb gegensteuern. EU-Handelskommissar Sefcovic ist nun nach Peking gereist.
09.10.2026 | 2:21 minDie Ergebnisse würden nun EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegt und später den EU-Mitgliedstaaten, sagte Sefcovic. Hier liege nun die finale Entscheidung.
Zölle auf E-Autos: Streit mit China seit 2024
Die EU hat 2024 Zölle auf E-Autos aus China verhängt. Chinesische Hersteller haben daraufhin die Importe von Hybridfahrzeugen gesteigert und kommen inzwischen bei Plug-In-Hybridautos auf einen Marktanteil von gut einem Viertel, wie aus Daten des Autoanalysten Matthias Schmidt hervorgeht.
In der Autobranche kam die Nachricht gut an: Die Präsidentin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, sagte, die Verständigung sei ein erstes positives Signal. Eine abschließende Bewertung sei aber erst möglich, wenn die konkreten Inhalte bekannt seien. Imelda Labbe, Präsidentin des Importeursverbandes VDIK, sagte, beiderseitige Handelsbeziehungen zwischen der EU und China seien essenziell für die Automobilwirtschaft.
Um seine Abhängigkeit von China zu verringern, hat Japan ein eigenes Forschungsschiff in den Pazifischen Ozean entsendet. Dort soll der Abbau von seltenen Erden vorbereitet werden.
28.01.2026 | 10:04 minSeltene Erden auch Thema
Bei dem Treffen zwischen Sefcovic und Chinas Handelsminister Wang Wentao sowie Vize-Ministerpräsident He Lifeng ging es auch um seltene Erden. Die europäische Industrie ist auf solche Rohstoffe aus China angewiesen, beispielsweise Lithium für Batterien. China sei bereit, weiterhin "die Genehmigung von Ausfuhrlizenzen für seltene Erden und Dauermagnete für die EU zu erleichtern", hieß es in dem Statement.
China ist für seltene Erden ein globaler Hauptproduzent. Die Rohstoffe und daraus gefertigte Magnete werden in der Industrie sowie der Hightech- und Rüstungsbranche benötigt. Zwar kommen seltene Erden, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht unbedingt selten vor. Sie in hoher Konzentration zu finden und zu fördern, macht sie jedoch zu begehrten Rohstoffen.
Chinas Exportkontrollen hatten in der Industrie in Europa Versorgungsängste hervorgerufen und die Sorge vor stillstehenden Produktionen.
Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete das ZDF in heute Xpress am 09.10.2026 ab 15:00 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.