Canon EOS R8 Mark II im ersten Praxistest
Die neue Canon EOS R8 Mark II wurde vom Hersteller mit vielen Funktionen für Einsteiger und Content Producer sowohl für Foto als auch für Video vollgepackt. Über 60 neue Funktionen sollen das Modell vom Vorgänger abheben. Dazu kommt das neue Design, das unter anderem der Canon T80 nachempfunden wurde, dem Vorgänger des sogenannten Panzers des Colani, einem italienischen Designer, der den Canons damals ihr gerundetes Äußeres gab. Zurück zu den Wurzeln ist also Canons Motto für das klare, kantige Design der R8 II mit der fehlenden Ecke auf der linken Seite des Gehäuses. Letzteres gibt es jedoch nur mit dem Erweiterungsgriff, der außer Menschen mit großen Händen mehr Halt zu geben keinerlei weitere Funktionen mitbringt.
Die Canon EOS R8 Mark II ist den 80er-Jahre-Modellen T80 und EOS 620 nachempfunden. Am ähnlichsten ist sie ihnen mit dem Erweiterungshandgriff, der auch die abgeschrägte Ecke enthält.
(Bild: heise)
Auf der Vorstellungsveranstaltung von Canon konnten wir die Kamera bereits begutachten und an verschiedenen Fotostationen Aufnahmen machen. Ein ausführlicher Test folgt, sobald wir ein Testexemplar erhalten.
Erster Eindruck
Die Kamera ist leicht und handlich, ideal für unterwegs, jedoch nicht mit jedem Objektiv ideal nutzbar. Das RF50mm F1.2 L USM ist ein großartiges Porträtobjektiv, dessen hohe Offenblende viel Glas benötigt und das deshalb auch ein hohes Gewicht mitbringt. Das sorgte bei der ersten Sichtung dafür, dass man die Kamera am Objektiv halten musste, um nicht ständig gegen das Kippen nach vorn arbeiten zu müssen. Leichtere Zoomobjektive wie das RF15-30mm F4.5-6.3 IS STM passten dagegen besser zur Kamera.
Ansonsten liegt die Canon EOS R8 Mark II angenehm in der Hand, die Bedienelemente sind gut erreichbar platziert. Es sind auch ausreichend viele, sodass man sich zahlreiche nützliche Funktionen auf die Tasten legen kann, die den eigenen Bedürfnissen am besten entsprechen.
Durch die große Menge an Bedienelementen und Funktionen muss man erst einmal verstehen, wo man was findet, anpasst und einrichtet. Das wirkt auf den ersten Eindruck verwirrend. Wer sich die Kamera kauft, sollte daher zu Anfang ausreichend Zeit einplanen, um sie kennenzulernen und entsprechend einzustellen.
Der Autofokus verfolgte die uns zur Verfügung stehenden Motive schnell und sicher. Dazu gehörten ruhige Porträtfotos sowie Freestyle-Künstler mit Bällen. Wir haben bei ersteren eine ISO-Reihe aufgenommen. Die Ergebnisse sehen Sie in der Galerie.
(5 Bilder)

Christine Bruns
)Die höchste Serienbildgeschwindigkeit, die bis zu 40 Bilder pro Sekunde liefern soll, nutzten wir bei der Sportfotografie, wo ein Fußball- und ein Basketball-Freestyle-Artist ihr Können zeigten. In einem späteren Test prüften wir, ob die Kamera die Geschwindigkeit auch wirklich erreicht, denn die zur Verfügung gestellte SD-Karte war dafür sichtlich zu langsam. Doch der Autofokus schaffte es, den Sportler mit dem Gesicht im Fokus zu halten, und fand das Gesicht auch dann wieder, wenn der Künstler eine Drehung vollführte oder die Bälle zwischenzeitlich sein Gesicht verdeckten.
Aufnahmeserie eines Basketball-Freestyle-Artists
(Bild: Christine Bruns)
Wir haben in Raw und JPEG aufgenommen, da die technischen Daten die hohe Serienbildgeschwindigkeit bei voller Autofokusverfolgung sowie in beiden Dateiformaten versprechen. Die Bilder zeigen überwiegend ein scharfes Gesicht. Aufgrund der schnellen Bewegungen waren jedoch sehr kurze Belichtungszeiten nötig, was zusammen mit der geringen Offenblende des eingesetzten Objektivs RF15-30mm F4.5-6.3 IS STM hohe ISO-Werte erforderte. Das mindert den Schärfeeindruck erheblich, auch wenn Canon in der R8 Mark II einen guten Entrausch-Algorithmus einsetzt, der im JPEG deutlich eingreift, was der Vergleich mit den Raws zeigt.
Im Vergleich zwischen JPEG und RAW sieht man, dass das entrauschen zwar einigemaßen natürlich ist, im Raw jedoch deutlich mehr Schärfe steckt, als im finalen JPEG aus der Kamera. Daher erreicht man das beste Bildergebnis auch bei der Canon EOS R8 Mark II durch eine eigene Nachbearbeitung.
(Bild: Christine Bruns)
Insgesamt eignet sich die Kamera gut für die von Canon angegebene Zielgruppe, für Profis jedoch eher als leichte Zweitkamera oder für unterwegs. Hier sind der einzelne SD-Karten-Slot, fehlendes Raw-Video und der kleine HDMI-Anschluss für viele Anwendungen nicht ausreichend.
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