Corona, Kriege, Krisen: Studie: Investitionsausfälle wachsen auf gigantisches Ausmaß

Corona, Kriege, KrisenStudie: Investitionsausfälle wachsen auf gigantisches Ausmaß
19.10.2026, 17:29 Uhr

Die Nachwehen der Corona-Krise und internationale Konflikte machen der deutschen Wirtschaft zu schaffen. Private Unternehmen investieren seit Jahren deutlich weniger. Eine Studie veröffentlicht nun konkrete Zahlen, die zeigen: Auch der Staat kann die Ausfälle nicht ausgleichen.
Durch Krisen wie die Corona-Pandemie und internationale Konflikte sind der deutschen Wirtschaft seit 2020 laut einer Untersuchung hohe Milliardeninvestitionen entgangen. In diesem Zeitraum investierten die Unternehmen rund 470 Milliarden Euro weniger, als nach dem historischen Trend zu erwarten gewesen wäre, wie aus einer Berechnung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht. Das entspricht fast zwölf Prozent ihrer Investitionen seit 2020. Der Staat hat dagegen rund 50 Milliarden Euro mehr investiert. Insgesamt ergeben sich so geschätzte preisbereinigte Investitionsausfälle von rund 420 Milliarden Euro.
Selbst 2026 haben die privaten Investitionen laut der Untersuchung weiter nicht ihr Vor-Corona-Niveau erreicht. Sie lagen im zweiten Quartal dieses Jahres mehr als zehn Prozent unter dem Jahresdurchschnitt 2019. Anders ist es bei den öffentlichen Investitionen: Sie liegen 20 Prozent höher als 2019. Der Studie zufolge sei der Grund das Sondervermögen Infrastruktur und die Ausnahme bei der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben.
Die Autoren der IW-Untersuchung betonen, dass für ein nachhaltiges Wachstum öffentliche Ausgaben private Investitionen nicht ersetzen können. Dass die Bundesregierung zum Wochenbeginn mit einem "Invest in Germany-Summit" privates Geld anlocken will, zeige in die richtige Richtung. Benötigt werden aber vor allem bessere Standortbedingungen. Hohen Kosten für Energie und Arbeit oder Bürokratie würden die Unternehmen von Deutschland abschrecken.
Für die Berechnungen hat das IW die sogenannten Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Für den Vergleich wurde dabei die "trendmäßige Konjunkturdynamik" des Zeitraums von 1991 bis 2019 herangezogen.
Erst am heutigen Montag wurde bekannt, dass der Schweizer Pharmakonzern Roche alle Investitionen in Deutschland gestoppt hat. Als Grund wurde die politische Entwicklung in Deutschland genannt. So würden Ankündigungen nicht in die Tat umgesetzt und Vertrauen dadurch zerstört.
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