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Friday, September 11, 2026

Mehr als 20 Kilometer verloren: Merkur schrumpft stärker als gedacht

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Mehr als 20 Kilometer verlorenMerkur schrumpft stärker als gedacht

11.09.2026, 12:01 Uhr

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Aufnahme der Merkuroberfläche von einem früheren Vorbeiflug von Bepicolombo. (Foto: picture alliance / Cover Images)

Der Merkur ist der kleinste Planet des Sonnensystems - und schrumpft weiter. Eine neue Studie aus Japan und Deutschland beziffert den Schwund in den vergangenen Jahrmilliarden auf über 23 Kilometer Durchmesser. Das könnte Aufschluss über das Innere des Planeten geben.

Merkur, der sonnennächste Planet, ist offenbar erheblich stärker geschrumpft als bislang von Astronomen vermutet. Das zeigt eine neue Auswertung von Aufnahmen der Planetenoberfläche durch ein Forschungsteam aus Japan und Deutschland. Der Durchmesser des Planeten könnte seit seiner Entstehung um mehr als 23 Kilometer abgenommen haben, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Bislang waren die Forscher von maximal 14 Kilometern ausgegangen.

Wie stark Merkur geschrumpft ist, liefert wichtige Erkenntnisse über den inneren Aufbau und die Entwicklung des Planeten. Eine stärkere Schrumpfung deute auf einen größeren Kern aus Metall hin, erläutert Gaku Nishiyama vom Institut für Weltraumforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. "Weitere Möglichkeiten wären ein geringerer Anteil an leichten Elementen im Metallkern oder eine höhere Temperatur bei seiner Entstehung."

Merkur ist, wie die anderen Planeten unseres Sonnensystems, vor 4,5 Milliarden Jahren aus Verdichtungen in einer rotierenden Scheibe aus Gas und Staub um die junge Sonne entstanden. Zunächst bildeten sich kleinere Körper, aus denen sich durch Zusammenstöße und Verschmelzungen schließlich die großen Planeten formten. Die Kollisionen setzten dabei viel Energie frei, die entstehenden Planeten waren daher zunächst heiß und glutflüssig. An der Oberfläche entstand bei den Planeten im inneren Sonnensystem - neben Merkur sind das Venus, Erde und Mars - eine feste Kruste aus leichterem Gestein, die auf dem flüssigen Magma schwamm.

Oberfläche mit Falten und Runzeln

Über die Jahrmilliarden kühlten die Planeten langsam ab - und schrumpften dabei. Diese Schrumpfung beträgt zwar verglichen mit dem Durchmesser eines Planeten weniger als ein Prozent, verursacht aber eine gewaltige Spannung in der Kruste. Die Folge: Die Oberfläche von Merkur ist mit Falten und Runzeln übersät. Oder, fachlicher formuliert, es finden sich überall Brüche und Gebirgsketten, die sich durch das Zusammenschieben der Kruste gebildet haben.

Aus diesen Spuren der Schrumpfung hatten Planetenforscher eine Abnahme des Durchmessers von Merkur um bis zu 14 Kilometer abgeleitet. Doch es gibt ein Problem: Die Schrumpfung sollte überall auf dem Planeten gleichförmig verlaufen - die Verteilung der Falten und Runzeln ist aber, wie Aufnahmen der amerikanischen Raumsonde Messenger zeigen, stark ungleichmäßig. Während manche Regionen eine Vielzahl solcher Strukturen zeigen, sind andere nahezu frei davon. Warum ist das so?

Nishiyama und seine Kollegen gehen davon aus, dass Einschläge von Meteoriten und Asteroiden die Spuren der Schrumpfung in vielen Regionen verwischt haben. Für ihre neue Berechnung haben die Wissenschaftler daher nur jene Regionen berücksichtigt, die von diesem Einfluss verschont geblieben sind. Damit kommt das Team auf eine Änderung des Durchmessers von bis zu 23 Kilometern.

Neue Erkenntnisse durch Bepicolombo erwartet

Doch auch dieser Wert könnte die Schrumpfung von Merkur noch unterschätzen, betont Nishiyama. Denn die Analysen der Messenger-Daten erfassen vor allem größere, zusammenhängende Verwerfungen ab einer Länge von etwa fünf Kilometern. Es könnte also noch viele kleinere, bislang übersehene Spuren der Schrumpfung geben.

Doch bald könnte man mehr wissen: Am 21. November dieses Jahres schwenkt die europäische Sonde Bepicolombo in eine Umlaufbahn um Merkur ein. Bepicolombo soll den Merkur komplett mit einer Auflösung von 50 Metern kartieren. Eine spezielle Kamera kann zusätzlich von ausgewählten Regionen sogar Bilder liefern, die noch Einzelheiten mit einer Größe von fünf bis sechs Metern zeigen. Damit sollten die Forscher endgültig Aufschluss über die Schrumpfung von Merkur erhalten - und damit auch neue Erkenntnisse über das Innere des Planeten gewinnen.

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