Razzia in Hannover: Ermittler durchsuchen Wohnhaus von SPD-Politiker Politze

Razzia in HannoverErmittler durchsuchen Wohnhaus von SPD-Politiker Politze
22.10.2026, 15:43 Uhr

Für den zurückgetretenen SPD-Fraktionsvorsitzenden Stefan Politze spitzt sich die Lage im Anfang des Monats bekannt gewordenen Verfahren zu: Fahnder nehmen sein Wohnhaus in Hannover ins Visier und sichern Beweise. Im Fokus stehen auch zwei weitere SPD-Politiker.
Das Wohnhaus des SPD-Politikers Stefan Politze in Hannover ist durchsucht worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hannover mit. Den Angaben nach wurden elektronische Geräte und schriftliche Unterlagen sichergestellt. Politze sei kooperativ gewesen. Die Ermittlungen gegen den inzwischen zurückgetretenen SPD-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag sind seit Anfang Oktober bekannt. Was ihm vorgeworfen wird, sagt die Staatsanwaltschaft bisher nicht.
Bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Politze gesagt, er habe nichts zu verbergen und wolle bei den Ermittlungen kooperieren. Nach Angaben seines Anwalts wird gegen Politze im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den ehemaligen Hannoveraner Regionspräsidenten Steffen Krach ermittelt.
CDU-Landtagsfraktion fordert Aufklärung
Gegen Krach, inzwischen Fraktionsvorsitzender der SPD im Abgeordnetenhaus Berlin, wird unter anderem wegen eines Anfangsverdachts auf Vorteilsannahme in zwei Fällen ermittelt. Außerdem gibt es Untersuchungen in einem weiteren Fall wegen möglicher wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit einer Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und einer Verletzung einer Geheimhaltungspflicht.
Medienberichten zufolge sollen die Verfahren zu demselben Ermittlungskomplex rund um die Ausschreibung eines Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover gehören. Demnach sollen vertrauliche Informationen aus dem Bieterverfahren für den ehemaligen Klinikstandort weitergegeben worden sein. Offiziell bestätigt ist das bislang aber nicht. Wegen des Klinikgeländes wird zudem gegen den Vorsitzenden der SPD Hannover und Bundestagsabgeordneten Adis Ahmetovic ermittelt. Das hat die Staatsanwaltschaft bereits bestätigt.
Die CDU-Landtagsfraktion hatte zuletzt von Ministerpräsident Olaf Lies Aufklärung über die mögliche politische Einflussnahme gefordert. "Rücktritte ersetzen keine Antworten bei schweren Korruptionsvorwürfen", sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann mit Blick auf den zurückgetretenen Politze. Gemeinsam mit den CDU-Abgeordneten Jens Nacke und Uwe Schünemann verlangt Hermann in einer Kleinen Anfrage Auskunft darüber, wann Landesregierung und Staatskanzlei von den Ermittlungen erfuhren. Zudem fragt die Opposition nach Kontakten zu einem beteiligten Unternehmer und möglichem Einfluss auf Vergabe-, Genehmigungs- oder Förderverfahren.
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