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Tuesday, September 29, 2026

Digitale Gewalt im Netz: Mehrheit der Frauen schränkt Verhalten im Internet ein

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Aus Angst vor digitaler und KI-gestützter sexualisierter Gewalt schränken immer mehr Frauen ihr Verhalten in digitalen Räumen und ziehen sich vorsorglich zurück. Das ist der zentrale Befund einer repräsentativen Umfrage, deren Ergebnis der Deutsche Frauenrat am Montag veröffentlicht hat. Besonders betroffen sind demnach junge Frauen, jede fünfte im Alter zwischen 18 und 39 Jahren war demnach bereits mit sexualisierten Deepfake-Bildern von sich konfrontiert. Knapp ein Drittel habe erleben müssen, dass intime Bilder ohne Einwilligung verbreitet wurden, mehr als jeder achten Frau sei online sexualisierte Gewalt angedroht worden. Der Interessenverband fordert die Politik deshalb zum Handeln auf und untermauert die Warnung mit erschreckenden Stellungnahmen.

Der Deutsche Frauenrat setzt sich als Dachverband von über 60 Verbänden für frauenpolitische Interessen ein und hat für die Analyse jetzt 1380 Frauen vom Bilendi Institut befragen lassen. Die Ergebnisse passen demnach zu den bisherigen Erkenntnissen über digitale Gewalt „und zeigen zugleich eine neue Dimension des Problems“. Die Antworten machen deutlich, „dass digitale Gewalt nicht nur die unmittelbar Betroffenen trifft“. Sie verändere das Verhalten einer Mehrheit der Frauen, schränke ihre Sichtbarkeit und Teilhabe online ein und wirke weit über einzelne Übergriffe hinaus. Daraus ergebe sich ein klarer politischer Handlungsauftrag, die Befragten erwarteten einen wirksamen Schutz, der über das geplante „Digitale Gewalt“-Gesetz hinausgehe. 92 Prozent fordern etwa eine Bestrafung der Verbreitung sexualisierter Deepfakes, 91 Prozent eine Bestrafung ihrer Herstellung

Laut der Zusammenfassung der Umfrageergebnisse haben fast 90 Prozent der Befragten der Aussage, „Ich vermeide es, Bilder/Videos/Informationen zu posten“ komplett oder teilweise zugestimmt. Bei „Ich verzichte bewusst auf Online-Aktivitäten“ waren es weit über 80 Prozent. Besonders stark ist der Rückzug demnach bei Frauen, die schon einmal digitale oder digital-sexualisierte Gewalt erlebt haben, aber sogar 57 Prozent der Befragten ohne diesen Hintergrund würden sich einschränken. Das zeige, dass die Angst vor digitaler Gewalt auch ohne eigene Betroffenheit für Verhaltensänderung sorge. Digitale Gewalt zwinge Frauen also „zu präventiver Selbstbeschränkung: weniger Sichtbarkeit, weniger Austausch, weniger Teilhabe“.

In dem Bericht heißt es weiter, dass fast die Hälfte der Befragten bereits mindestens einmal online unerwünschte sexualisierte Nachrichten, Kommentare oder Aufforderungen erhalten habe. Jede dritte Frau habe solche Erfahrungen sogar gelegentlich, mehrfach oder häufig gemacht. Von direkt Betroffenen haben demnach zudem 44 Prozent angegeben, dass unerlaubt verbreitete Inhalte teilweise oder gar nicht gelöscht wurden, bei weiteren 20 Prozent war der Status der Entfernung aus dem Internet unklar. Um die Folgen digitaler Gewalt deutlich zu machen, wurden in dem Bericht auch mehrere anonyme Erfahrungsberichte abgedruckt:

„Mir wurde durch einen Mitschüler meines Sohnes angedroht, dass er mich vergewaltigen will.“
„Männer haben mir geschrieben, dass wenn sie mich finden, mich in der Gruppe vergewaltigen und die Videos dann im Internet teilen.“
„Ein anderer Mann hat mich zum Sex erpressen wollen und Pornovideos mit meinem Gesicht erstellt und Nacktbilder und auf Facebook an meine Freunde geschickt. Die Polizei hat mir gesagt, dass ich da nichts machen kann, außer auf meiner Facebook Seite schreiben, dass ich NICHT die Person auf dem Bild bin.... aber es war mein Gesicht und damit sehr demütigend.“
„Mein Ex hat gedroht, Bilder ins Internet zu stellen, wenn ich ihn verlasse. Irgendein Fremder hat in einem Chat, nachdem ich das Gespräch beenden wollte, gedroht, wenn er rausbekommt, wo ich mich rumtreibe, würde er mich eines Tages vergewaltigen.“
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