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Monday, September 28, 2026

"Keine Angst vor der Zukunft": Papst sorgt in Frankreich für Jubel und Begeisterung

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"Keine Angst vor der Zukunft"Papst sorgt in Frankreich für Jubel und Begeisterung

28.09.2026, 18:32 Uhr

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Papst Leo XIV. besuchte auch Lourdes. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Der Frankreich-Besuch von Papst Leo XIV. gleicht beinahe einem Triumphzug. Mit seinen Gesten, seinem Zuspruch aber auch seinen deutlichen Worten begeistert das Kirchenoberhaupt. Das überwältigende Interesse überrascht selbst die lokalen Kleriker.

Es sind die begeisterten Mengen, die menschlichen Gesten des Papstes und seine klaren Warnungen vor einer unregulierten KI, die vom Frankreich-Besuch Leo XIV. in Erinnerung bleiben werden. Zu den Höhepunkten zählte zudem seine Europarede im lothringischen Metz, in der der Papst zu neuen Friedensanstrengungen aufrief.

Selbst die französischen Bischöfe hätten nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen zusammenströmen würden, um an der Papstmesse am Samstag in Paris teilzunehmen. Die Place de la Concorde, wo während der Französischen Revolution die Guillotine stand, und die gesamte Länge der Champs-Élysées waren von hunderttausenden Katholiken und Sympathisanten gefüllt, die beseelt Fähnchen schwenkten, sangen und beteten. Es sei sehr schön, "von so vielen Menschen umgeben zu sein, deren Glauben wir teilen", sagte die 29 Jahre alte Jeanne de Montagnac.

Der 71 Jahre alte Papst zeigte sich unermüdlich aufmerksam und freundlich - sei es beim Gospel-Feuerwerk mit jungen Menschen im Stade de France oder mit den Dutzenden Babys, die er vom Papamobil aus segnete, auch wenn seine Begleiter schon die Stirn runzelten.

Diejenigen, die den Papst im kleinen Kreis trafen, zeigten sich beeindruckt von seiner Fähigkeit, zuzuhören. Dazu zählten auch mehrere Menschen, die in ihrer Jugend von Priestern oder an katholischen Schulen sexuell missbraucht worden waren. Der Papst sagte ihnen, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass dies nicht mehr geschehe und mahnte die französischen Bischöfe zu "höchster Wachsamkeit".

Die in Frankreich seit kurzem legalisierte Sterbehilfe kritisierte der Papst scharf. Nicht alles, was legal sei, sei moralisch vertretbar, betonte er. Im Pilgerort Lourdes wandte er sich direkt an die kranken und behinderten Menschen: "Ihr seid keine Last", sagte er ihnen. Mehrfach rief er dazu auf, das Leben "bis zum Ende" zu schützen, auch bei einem Treffen mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich vergeblich einen pompösen Staatsbesuch und zahlreiche EU-Staats- und Regierungschefs bei der Europarede in Metz im Publikum gewünscht. Der Vatikan betonte, dass es sich um einen apostolischen Besuch handele, der in erster Linie den Katholiken in Frankreich gewidmet sei.

Macron - der getauft, aber bekennender Agnostiker ist - erklärte daraufhin, dass er an keiner der Papstmessen teilnehmen werde. Am Ende saß er dann aber doch mit seiner Frau Brigitte in der ersten Reihe bei der Messe in der Kathedrale von Metz, die wegen ihrer riesigen Buntglasfenster "Laterne Gottes" genannt wird.

Kurz zuvor hatte der Papst deutliche politische Botschaften ausgesandt, wohl auch in sein Heimatland USA. Die Beziehungen zwischen den Staaten würden "immer barbarischer", sagte der Papst. "Das gegebene Wort wird missachtet, stattdessen rühmt man sich der Lüge und der Täuschung", fügte er hinzu.

Sein Aufruf zum Frieden sei nicht "naiv", betonte der Papst. Der Friede könnte nicht gewahrt werden "ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen", so zitierte der Papst den EU-Gründervater Robert Schuman aus Metz, den die Kirche heiligsprechen will. Die Welt müsse sich heute fragen, inwiefern sie diese "kreativen Anstrengungen" für den Frieden unternehmen - oder vielmehr Kriege vorbereite, die noch kommen könnten.

Leo XIV. hielt fast alle seine Ansprachen auf Französisch. Es klang oft holprig und, durch seine lange Zeit in Peru, spanisch gefärbt - aber bei vielen Menschen kamen seine Botschaften gut an, insbesondere bei Jüngeren. In den Menschenmengen, die ihm in Paris, Lourdes und Metz zujubelten, wenn das Papamobil durch die Straßen fuhr, waren auffällig viele Jugendliche und junge Erwachsene. "Liebt das Leben in jedem Augenblick und habt keine Angst vor der Zukunft!", legte er ihnen am Ende seiner Europarede ans Herz. "Mit euch wird Europa, fest verwurzelt, weiter gedeihen und die ganze Welt inspirieren", fügte er hinzu.

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