Sachsen-Anhalt: BSW will mit AfD sondieren
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und dem Siegesrausch der AfD beschäftigt sich "frontal" mit dem politischen Wahlbeben, den Folgen - und der Frage nach möglichen Machtoptionen.
08.09.2026 | 45:24 minNach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat das BSW ein Angebot zu Gesprächen mit der AfD angenommen. Wie ein Sprecher des BSW am Mittwochabend mitteilte, sprach sich der Landesvorstand am Abend einstimmig dafür aus, mit der AfD zu sprechen.
Beim Treffen mit der AfD werden wir uns über die Themen Energieversorgung, Bildung und Friedenspolitik austauschen.
Mittteilung des BSW in Sachsen-Anhalt
Angaben zu Ort und Zeitpunkt machte der Sprecher nicht.
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bleibt eine Regierungsbildung kompliziert. Viele Menschen haben nach dem Wahlausgang positive Hoffnung – andere blicken mit Sorge in die Zukunft.
09.09.2026 | 1:52 minLandeschef: BSW zu Gesprächen "mit allen Parteien" bereit
"Für uns gilt weiterhin, was wir im Wahlkampf gesagt haben", hatte BSW-Landeschef Thomas Schulze vor der Sitzung am Abend erklärt.
Wir sind grundsätzlich bereit, mit allen Parteien zu sprechen.
Thomas Schulze, BSW-Landeschef
Die Ablehnung von Gesprächen durch andere Parteien sei ein "schlechter politischer Umgang" und "kein gutes Zeichen für die demokratische Kultur in unserem Land".
Sachsen-Anhalt: AfD verpasste absolute Mehrheit im Landtag knapp
Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag deutlich mit 43,8 Prozent gewonnen. Die Partei verpasste aber eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag knapp. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund reklamiert den Regierungsauftrag für sich. Ob und wie er gegebenenfalls Ministerpräsident werden könnte, ist noch offen.
Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Außer dem BSW haben alle Parteien ein Sondierungsangebot der AfD abgelehnt. CDU, SPD, Grüne und Linke schließen jede Kooperation aus, das gilt auch außerhalb Sachsen-Anhalts.
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will das BSW mit der AfD über eine Zusammenarbeit sprechen. Im Gegensatz zu CDU, SPD, Grünen und Linken schließt das BSW eine Unterstützung nicht aus.
10.09.2026 | 0:24 minWagenknecht: "Die Einladung gilt auch für die AfD"
Einzig das BSW, das mit gut fünf Prozent in den Landtag in Magdeburg einzog, schließt eine politische Unterstützung der AfD zumindest nicht kategorisch aus. Zuvor hatte Parteigründerin Sahra Wagenknecht den Eintritt in eine formelle Koalition noch ausgeschlossen. "Natürlich gibt es in dem AfD-Programm eine Reihe von Positionen, die wir nicht teilen. Da wird es auch keine Unterstützung geben, sondern deutlichen Widerstand", sagte sie im heute journal am Montag.
Wir halten es immer noch für sinnvoll, dass wir mit den Parteien - und die Einladung gilt auch für die AfD - ins Gespräch kommen, für einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der eben über Parteigrenzen hinaus respektiert wird, der auch wirklich für einen politischen Neubeginn steht.
Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin
Dies lässt Raum für Konstellationen wie eine vom BSW tolerierte Minderheitsregierung der AfD. Unklar ist dabei aber unter anderem, ob Siegmund ohne stabile eigene Mehrheit überhaupt Ministerpräsident werden würde.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will Mehrheiten auch mit der AfD nutzen, betont aber zugleich: Im AfD-Wahlprogramm gebe es "eine Reihe von Positionen, die wir nicht teilen".
07.09.2026 | 5:05 minSPD sieht "keine Grundlage" für Zusammenarbeit
Die AfD lud am Dienstag alle im neuen Landtag vertretenen Parteien zu "zeitnahen Sondierungsgesprächen" ein. Der zurückliegende Wahlkampf sei "hart geführt" worden, heißt es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Nun sei es an der Zeit, "das Verbindende und die gemeinsamen Inhalte in den Mittelpunkt zu stellen".
Die anderen Parteien wiesen die Einladung teils scharf zurück. "Es ist absurd anzunehmen, dass wir mit der rechtsextremen AfD Gespräche über die Zukunft unseres Landes führen werden", erklärte die Landeschefin der Grünen, Susan Sziborra-Seidlitz. Die SPD erwiderte der AfD, es bestehe schlicht "keine Grundlage für eine politische Zusammenarbeit".
Linke: "Keine Gesprächsbasis" mit AfD
Die CDU in Sachsen-Anhalt erklärte nur, sie lehne "eine Zusammenarbeit mit der vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei ab".
In dem Antwortschreiben der Linkspartei an die AfD hieß es, es gebe "keine Gesprächsbasis". Dabei gehe es nicht "um unterschiedliche Tonlagen im Wahlkampf", sondern um "die Grundfrage, worauf unsere Gesellschaft beruht". Die AfD wolle "Positionen normalisieren, die die Gleichwertigkeit aller Menschen infrage stellen".
ZDFheute Update am Morgen:Die Nachrichten kompakt zum Frühstück
Was folgt aus dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt? News, Hintergründe und Analysen zu allen wichtigen Themen - jeden Morgen in Ihrem Postfach. Unser werktägliches ZDFheute Update bringt Sie auf Stand!
Quelle: AFP, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in den heute-Nachrichten am 08.09.2026 ab 19:00 Uhr und in der heute xpress am 10.09.2026 um 9:00 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.