Teutenberg holt WM-Titel: Deutsche Bahnrad-Asse lassen in Shanghai Medaillen regnen

Am letzten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai räumen die Deutschen im Velodrom ab: Tim Torn Teutenberg ist im Ausscheidungs-Showdown nicht zu schlagen, Lea Sophie Friedrich holt Silber.
Am letzten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Schanghai hat das Deutsche Team noch einen kompletten Medaillensatz erkämpft. Den Auftakt machte Tim Torn Teutenberg mit Gold im Ausscheidungsfahren. Er sicherte damit dem deutschen Team zugleich den zweiten Titel. Einen Tag nach der Goldmedaille von Pauline Grabosch über 1000 m setzte sich der 24-Jährige aus Mettmann vor Ex-Weltmeister Tobias Hansen aus Dänemark und dem Belgier Jules Hesters durch.
Teutenberg, derzeit noch beim deutschen Straßenteam Lidl-Trek unter Vertrag, feierte den zweiten WM-Titelgewinn seiner Karriere. 2024 hatte er mit Roger Kluge Gold im Madison gewonnen. In Shanghai hatte Teutenberg am Donnerstag bereits Bronze im Omnium gewonnen.
Das Ausscheidungsfahren ist keine olympische Disziplin und bei Weltmeisterschaften erst seit 2021 im Programm. Vor Teutenberg hatte noch kein Deutscher eine Medaille geholt. Im Ausscheidungsfahren scheidet nach einer vorher festgelegten Rundenzahl der letztplatzierte Fahrer im jeweiligen Sprint aus.
Friedrich sprintet haarscharf an Gold vorbei
Lea Sophie Friedrich gewann wenig später Silber im Keirin und verpasste dabei den Titel nur hauchdünn. Die Weltmeisterin von 2021 und 2022 in dieser Disziplin musste sich im Finale um wenige Zentimeter der als neutrale Athletin fahrenden Russin Alyna Lyssenko geschlagen geben. Bronze sicherte sich die Britin Emma Finucane. Die achtmalige Weltmeisterin Friedrich hatte Bronze im Teamsprint gewonnen, war aber im Einzelsprint bereits im Viertelfinale gescheitert. Im olympischen Kampfsprint Keirin hatte bei den Männern Maximilian Dörnbach ebenfalls Silber gewonnen.
Die 26 Jahre alte Friedrich hatte am Sonntagmorgen ihr Halbfinale gewonnen. In einer packenden Entscheidung lagen die drei Bestplatzierten nahezu gleichauf, Lyssenko war aber einen Hauch schneller.
Im letzten Rennen der Wettkämpfe holten die Europameister Roger Kluge und Moritz Augenstein die neunte Medaille für das deutsche Team. Im Madison sicherte sich das Duo Bronze hinter den überlegenen Dänen, die allein mit drei Rundengewinnen die Konkurrenz auf am Ende deutlich auf Abstand hielten, und Portugal. Der 40 Jahre alte Kluge war bereits dreimal Weltmeister im Madison. 2018 und 2019 siegte er mit Theo Reinhardt, 2024 mit Tim Torn Teutenberg. Seit 2025 ist der Olympiazweite von Peking 2008 (Punktefahren) international mit dem früheren Scratch-Weltmeister Moritz Augenstein aktiv.
Seiner beeindruckenden Serie von zudem mehreren Titeln bei Europameisterschaften könnte Kluge im kommenden Frühjahr einen weiteren Erfolg hinzufügen. Mitte April finden dann die Titelkämpfe in Berlin statt. Auf der Bahn im Velodrom will auch Sprintstar Emma Hinze nach der Geburt ihres Kindes ihr Comeback feiern.
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