Daily MaverickDutch ‘reformed hacker’ arrested in ShinyHunters investigation, police and boss sayESPN DeportesManchester City: Explicación de los cargos financierosInquirerMWIS recognized for ESG performance with ‘B’ Rating from SynesgyThe Jerusalem PostYashar party unveils plan for young adults with rent caps and military pay raises in campaign pushESPNSources: Dolphins' Achane tore ACL, to miss rest of seasonRTP DesportoLiga Nações. Bruno Fernandes de regresso, Francisco Conceição lesionadoBusiness AMZo wil Vladimir Poetin de komende jaren de confrontatie aangaan met de NAVONOSLaptops, telefoons en tablets verboden bij UvA-opleiding interdisciplinaire sociale wetenschapRFI 中文中美峰会成果寥寥 台湾等敏感议题是谁的牌?ABC News (Australia)Asian grocer firebombed in Melbourne's westLa Presse« Son grand cœur lui a coûté la vie » | Se croyant dans un « jeu vidéo », il tue son père adoptifBillboardJermaine Dupri and Jacquees Hit With Copyright Lawsuit Over ‘Pick It Up’ Collab
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, September 28, 2026

Vor Parlamentswahl in Serbien: Ein Rücktritt aus Kalkül

Translate

Vučić bleibt auch nach seinem Rücktritt als Staatspräsident der mächtigste Mann Serbiens. Für die anstehenden Wahlen geriert er sich als normaler Bürger.

A leksandar Vučić ist als Staatspräsident Serbiens zurückgetreten, bleibt aber der absolute Machthaber des Landes. Seit fast einem Jahrzehnt ist er entgegen der Verfassung quasi Regierungs- und Polizeichef, Staatsanwalt und Richter, Chefredakteur gleichgeschalteter Medien, Boss krimineller Schlägertrupps, Weihnachtsmann für Verarmte … in einem Wort: Volksführer.

Im Machtsystem der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) ändert sich mit seinem formalen Rücktritt vom höchsten Staatsamt gar nichts. Denn ebenso wie Vučić kein normaler Staatspräsident war, ist auch Serbien kein normaler europäischer Staat. Es ist eine nach seinem Maß geschnittene Autokratie, in der die von der Partei des Autokraten besetzten staatlichen Institutionen in seinem statt im Interesse der Bürger handeln.

Obwohl Vučić auch informell die Fäden in Serbien ziehen könnte, braucht er auch eine formale Führerposition. Zum einen, um sich auf dem internationalen diplomatischen Parkett bewegen zu können, und zum anderen, weil ihm das auf die Dauer gefährlich werden könnte. Und nicht zuletzt, weil er mediensüchtig ist.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

Sein zweites Präsidentenmandat wäre im Mai 2027 ohnehin abgelaufen, und ein drittes Mal darf er nicht kandidieren. Und so hat er längst die Funktion des Regierungschefs angepeilt. Die Wahlkampagne der SNS für die vorgezogenen Parlamentswahlen am 25. Oktober führte er bisher aus der Machtposition des Staatspräsidenten.

Doch seine Popularitätswerte sind nicht gerade zufriedenstellend. Zu viele serbische Wähler haben seine Dreistigkeit und Überheblichkeit satt. Nun will er versuchen, die Stimmung zu kippen, indem er als ein einfacher Mensch, als einer von uns, in seinem alten, klapprigen Skoda durch Serbien zieht, ohne den (sichtbaren) Prunk des Präsidenten.

Vučić bezieht jetzt keine einzige Funktion mehr, er ist formell nicht einmal Parteichef der SNS. Sollte es nun wie im Vorjahr während der Studentenproteste zu Gewalt, Krawallen, Polizeibrutalität und Massenverhaftungen kommen, wird er seine Hände im In- und Ausland in Unschuld waschen können.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.