Bayern-Frauen: Fehlte am Schluss die Coolness?
Sie mussten sich zu einem Lächeln quälen, als sie nach dem Spiel zu ihren Fans hinter dem Tor in ihrem neuen "Wohnzimmer" im Unterhachinger Sportpark gingen und sich feiern ließen. Denn zum Feiern war den Spielerinnen des FC Bayern München nach dem 2:2 gegen Manchester City am ersten Gruppen-Spieltag der Champions League nicht zumute.
Die wichtigsten Szenen des Frauen-Champions-League-Spiels Bayern München - Manchester City mit dem Original-Kommentar von Meili Scheidemann, der vor dem Tor zum 1:0 redaktionell bearbeitet wurde.
22.09.2026 | 8:05 minGiulia Gwinn trifft zum 1:0
Es fühle sich an "wie verlorene drei Punkte", sagte Nationalspielerin Giulia Gwinn nach der Partie am ZDF-Mikrofon. Die Linksverteidigerin, die den Start der Bundesliga aufgrund der Nachwehen einer Schulter-Operation verpasst hatte, zeigte ihren Offensivdrang und traf nach sauberem Zuspiel von Linda Dallmann zum 1:0 (11.). Der zweite Saisontreffer für die Münchner Identifikationsspielerin.
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Vor der Partie hatte sie das Ziel klar vorgegeben: "Wenn man es im letzten Jahr so weit geschafft hat und dann so kurz vor dem Finale gescheitert ist, macht das nur Hunger auf mehr, nur Lust auf mehr", sagte die 27-Jährige auf einer Pressekonferenz. Die 90 Minuten gegen Manchester City zeigen: Lust allein reicht nicht.
Bayern ist nervös geworden
Keine Frage: Die Bayern-Frauen waren in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft, gaben den Ton an und erspielten sich etliche Torchancen. In der 22. Minute zwangen sie ManCitys Kerstin Casparij zum Eigentor. Ein blauer Rauchtopf mitten im Spielgeschehen irritierte die Spielerinnen womöglich - direkt danach traf Beth Mead zum 2:1-Anschlusstreffer (45.).
ManCity-Frauen im Angriff, ein auf dem Platz liegendes Beengalo spuckt blauen Rauch, das Spiel geht weiter - und Beth Mead erzielt das 1:2 für die Engländerinnen.
22.09.2026 | 0:33 minZwar konnte sich Gwinn die vielen Fehler, darunter Fehlpässe und lange Bälle, nicht so recht erklären, gab aber zu, die Mannschaft sei "nervös" geworden. Und:
Wir haben es in der Schlussphase vermissen lassen, es zu Ende zu spielen, erwachsen zu spielen.
Giulia Gwinn, FC Bayern
Die am Dienstagabend gezeigte Leistung erinnert ein wenig an vergangene Spiele der Bayern-Frauen in der Champions League. Spiele, in denen sie zu unachtsam in der Abwehr waren und zu ineffizient vor dem eigenen Tor, wie zuletzt im Halbfinale gegen den FC Barcelona oder in der Saison davor gegen Olympique Lyon. Bayern wollte längst weiter sein.
Torhüterin Merle Frohms und Mittelfeldspielerin Elisa Senß haben zum Champions-League-Auftakt mit Real Madrid den Sieg verpasst. Paris St.-Germain kam eine Viertelstunde vor Schluss zum 1:1-Endstand.
22.09.2026 | 2:58 minBayern mit mehr Torschüssen, aber weniger Coolness?
Die Münchnerinnen brachten es auf vier Schüsse aufs Tor und 15 Schüsse insgesamt - Manchester City nur auf drei und acht. Doch statt auf 3:1 zu schrauben, erzielten die Gegnerinnen in Gestalt der deutschen Nationalspielerin Carlotta Wamser ihren zweiten Treffer (86.).
Sie erklärte die Taktik ihres Trainers Andrée Jeglertz: "Wir müssen immer geduldig bleiben. Wir wissen um unsere Qualität und irgendwann machen wir noch ein Tor", sagte sie im ZDF. So ist es dann auch eingetreten.
Bayern-Trainer José Barcala analysierte in der Pressekonferenz nach dem Spiel, man habe "eine der besten Halbzeiten in dieser Saison gespielt", aber es nicht geschafft, diesen Zustand zu halten. In der zweiten Halbzeit habe er mit den Timings und den Abständen zwischen den Spielerinnen gehadert, sagte der Spanier.
Nicht alle Spielerinnen sind fit
Ein Faktor, der die Lücken in der Defensive beeinflusst, sind die beiden defensiven Mittelfeldspielerinnen: Mit Bernadette Amani stand eine Spielerin auf dem Platz, die zuletzt nicht ganz fit war. Die andere, Momoko Tanikawa, ist eher eine Offensivspielerin.
Tabellenspitze in der Bundesliga übernommen und sich für die Champions League warmgeschossen: Die Fußballerinnen des FC Bayern besiegen Köln mit 5:2.
19.09.2026 | 6:22 minDie langjährige Stammkraft Sarah Zadrazil wird nach einem Kreuzbandriss langsam herangeführt, Lena Oberdorf muss wieder pausieren.
Schon kommende Woche haben die Bayern-Frauen die Möglichkeit, den nächsten Schritt zu machen: Dann gastiert das Team von José Barcala bei Benfica Lissabon, das das erste Spiel gegen Juventus Turin gewann. Damit sich neben der Lust auch Lerneffekte zeigen.
Die Frauen-Bundesliga wächst, aber immer mehr Top-Spielerinnen zieht es ins Ausland. Darunter auch Nationalspielerinnen wie Lea Schüller und Selina Cerci. Woran das liegt.
19.08.2026 | 1:40 minÜber das Thema berichtete sportstudio.de am 22.09.2026 ab 18:30 Uhr im Livestream.
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