Möbel für Adelinas Familie – «Es gibt noch Hoffnung für uns»

- Dank einer Welle der Solidarität erhält eine mittellose Aargauer Familie Unterstützung beim Einrichten ihrer neuen Wohnung.
- Die vierköpfige Familie verlor nach der Krebsdiagnose des Vaters ihre Wohnung und konnte sich keine Möbel leisten.
- Eine Unbekannte (36) lancierte einen Gofundme-Spendenaufruf und sammelte innerhalb von 45 Minuten erste 90 Franken.
Das Schicksal einer vierköpfigen Familie aus dem Kanton Aargau, die nach einer Krebserkrankung des Vaters ihre Wohnung verlor, hat Wellen geschlagen. Adelina, ihr Mann und die beiden Kinder haben zwar bereits eine neue Wohnung gefunden, nun fehlen ihnen aber noch die Möbel, um sie zu füllen. Menschen aus allen Regionen der Schweiz haben ihre Solidarität gezeigt.
So auch V. K.* (36), die anonym bleiben möchte. Für sie war sofort klar: «Dieser Familie muss ich helfen. Deshalb nahm ich mit Adelina Kontakt auf.» Kurzerhand habe sich K. entschieden, einen Spendenaufruf via Gofundme ins Leben zu rufen.
Kosten für komplette Einrichtung grob auf 20'000 Franken geschätzt
Sie habe zuvor noch nie einen Aufruf lanciert. Doch am Mittwochmorgen habe sie mit dem Spendenaufruf innerhalb von 45 Minuten bereits 90 Franken sammeln können: «Ich bin überzeugt, dass Adelina und ihrer Familie geholfen werden kann, wenn sich viele Leute beteiligen.»
Zuvor habe sie nämlich gegoogelt, wie viel eine zwar einfache, aber komplette Einrichtung ungefähr kosten würde – und habe eine grobe Summe von 20’000 Franken ausgerechnet: «So kann die Familie bestimmt gut in ihrer neuen Wohnung ankommen.»
«Hat mich einfach mitgenommen»
Die Motivation, für eine fremde Familie Geld zu sammeln, begründet sie folgendermassen: «Da ich auf der Intensivstation arbeite, habe ich schon oft erlebt, wie stark ein Schicksalsschlag Familien treffen kann und ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.» Aus diesem Grund habe sie die Geschichte von Adelinas Familie K. zutiefst berührt.
«Es hat mich einfach mitgenommen, weil ich selbst auch zwei Kinder habe. In der Nacht habe ich sogar von der Familie geträumt, obwohl ich sie noch nie in meinem Leben getroffen habe», fügt die 36-Jährige an. Sie betont: «Man vergisst viel zu leicht, wie schnell sich das Leben wenden und sich alles zum Schlechten entwickeln kann», so K.
«Es gibt doch noch Hoffnung für uns»
Adelina selbst zeigt sich am Mittwochmorgen von der Hilfe völlig überwältigt: «Gestern hat mein Handy permanent geklingelt. Von überall aus der Schweiz haben sich Leute gemeldet, die ihre Unterstützung anboten.»
Als K. sie bezüglich des Spendenaufrufs kontaktierte, hätten sie ihre Emotionen überwältigt. «Ich war so positiv überrascht. Dass eine fremde Person uns aus der eigenen Gutherzigkeit derart helfen will, hat mich sehr berührt», sagt die 37-jährige Mutter.
«Das hat mir gezeigt, dass es mitten in der ganzen Ungewissheit und der schwierigen Situation, in der wir uns befinden, doch noch Hoffnung für uns gibt», so Adelina. Die Solidarität aus der Gesellschaft sei ein «wahrer Lichtblick».
*Name der Redaktion bekannt
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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