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Wednesday, October 21, 2026

Ukraine-Krieg: Russland nimmt Deutschen wegen "Söldnertums" fest

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Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat die Festnahme eines aus Deutschland stammenden Mannes gemeldet, der aus den ukrainischen Streitkräften geflüchtet sein soll. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS. Der Mann soll als Söldner der Ukraine gedient haben und zwar als Scharfschütze, so der Verdacht. Er sei desertiert, behauptet der FSB, nachdem er den versprochenen Sold nicht erhalten habe.

Es werde über die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Söldnertums entschieden, heißt es. Der deutsche Staatsangehörige soll laut dem TASS-Bericht von 1996 bis 2010 in der Bundeswehr gedient haben. Die russischen Geheimdienstangaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Schon zweimal im Einsatz für die Ukraine?

Wo der Verdächtige festgenommen wurde, teilte der FSB nicht mit. Den Angaben nach soll er als Bundeswehr-Soldat in den Jahren 2004 bis 2010 auch in Afghanistan und Somalia im Einsatz gewesen sein und nach seiner Entlassung in Syrien als Söldner gekämpft haben.

Von 2016 bis 2018 habe der Deutsche in einer der territorialen Verteidigungseinheiten der ukrainischen Streitkräfte gedient. Das wäre also nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland gewesen, aber vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Russland 2026 | Ein Mann mit kurzen Haaren und Bart in einem Hoodie - das Gesicht ist verpixelt (undatiertes Foto, veröffentlicht 21.10.2026)
Vermutlich aktuelles Bild von dem Ex-Bundeswehrsoldaten in FSB-GewahrsamBild: Russian Federal Security Service/ITAR-TASS/IMAGO

Angeblich war der Deutsche damals an der Frontlinie im Gebiet Donezk im Einsatz, das zu der Zeit teils von prorussischen Separatisten kontrolliert wurde. 2025 sei er, um Geld zu verdienen, erneut in die Ukraine eingereist und habe einen Vertrag über den Militärdienst für drei Jahre abgeschlossen.

FSB meldet immer wieder Festnahmen

Russland, das im Februar 2022 seine großangelegte Offensive gegen die Ukraine gestartet hatte, gibt häufiger bekannt, dass mutmaßliche Kollaborateure der Streitkräfte Kyjiws festgenommen wurden. Der Geheimdienst warnt zudem regelmäßig die eigenen Bürger davor, sich für Verbrechen gegen den russischen Staat anwerben zu lassen.

Vor einer Woche hatte der FSB bereits die Festnahme eines schwedischen Staatsbürgers gemeldet, dem vorgeworfen wird, für die Ukraine zu kämpfen. Der Mann soll als Kommandeur einer ukrainischen Drohnen-Einheit gekämpft haben.

Er war laut FSB beim illegalen Grenzübertritt im Gebiet Pskow im Westen Russlands festgenommen worden. Der Schwede wird verdächtigt, Sabotage- und Terroranschläge auf militärische Einrichtungen in Russland geplant zu haben.

Russische Gerichte haben in den vergangenen vier Jahren lange Gefängnisstrafen gegen hunderte Menschen verhängt, denen sie unter anderem Landesverrat, Sabotage oder Spionage zur Last legen. Auch mehrere Ausländer wurden verurteilt und inhaftiert, unter anderem wegen angeblicher "Söldneraktivitäten" für die Ukraine.

Im April hatten russische Behörden eine Deutsche festgenommen, die angeblich mit einer selbstgebauten Bombe im Rucksack unterwegs war. Der Vorwurf: Die Frau solle geplant haben, im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in Russland in die Luft zu sprengen.

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