Kremlew zahlte Hochzeitskosten: Trump Jr. traf russischen Oligarchen auf Jagdtrip in der Mongolei

Kremlew zahlte HochzeitskostenTrump Jr. traf russischen Oligarchen auf Jagdtrip in der Mongolei
28.10.2026, 15:12 Uhr

Die Beziehung zu einem russischen Oligarchen bringt Trump Jr. gleich zweimal in Bredouille: Erst soll der Kreml-Freund einen Teil der Hochzeitskosten übernommen haben. Und nun sollen sich beide einem Bericht zufolge heimlich auf einem Jagdausflug in der Mongolei getroffen haben.
Der Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Jr., sorgt mit einer Reise in die Mongolei gleich mehrfach für Aufsehen. Neben dem fragwürdigen Zustandekommen des Trips soll einem Bericht der "Financial Times" (FT) zufolge besonders ein Begleiter Trump Juniors erneut Zweifel an dessen Integrität wecken: der russische Oligarch Umar Kremlew. Der machte bereits durch die Bezahlung eines Teils der Hochzeit des Präsidentensohns von sich reden. Aber der Reihe nach.
Wie die Zeitung berichtet, war Ursprung der Reise eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Dabei wurde eine einwöchige Jagdreise versteigert - mit Trump Jr. Wie viel Geld die erfolgreichen Bieter dafür aufbrachten, ist ungewiss. Der FT zufolge sollen es aber mindestens 225.000 US-Dollar gewesen sein. Auf der Bühne soll Trump Jr. noch gescherzt haben, er würde sogar noch einen Besuch in Mar-a-Lago als Zugabe drauflegen.
Die Reise fand von Ende August bis Anfang September statt, in der entlegenen Provinz Uws im Nordwesten der Mongolei. Einzelheiten zum Geschehen vor Ort wurden der FT von Reiseleitern und lokalen Beamten bestätigt. Zudem untermauerten Flugverfolgungsdaten, Social-Media-Beiträge sowie geprüfte öffentliche Unterlagen die Angaben, so die Zeitung.
Secret-Service-Team weilt in Hotel
Als Mitglied der Familie des US-Präsidenten reiste Trump Jr. zudem mit einem Sicherheitsteam des Secret Service. Aus Bundesunterlagen geht der Zeitung zufolge hervor, dass die US-Botschaft in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar vom 23. August bis zum 6. September 18.715 Dollar für Hotelzimmer gezahlt habe. Dass es dabei um den Jagdausflug von Trump Jr. ging, wird nicht bestätigt. Stattdessen sei von einem nicht näher bezeichneten "Besuch" die Rede.
Ein Reiseleiter berichtete demnach, dass Trump Jr., der als großer Jagdfan bekannt ist, ein Argali erlegt haben soll. Dabei handelt es sich um ein Riesenwildschaf, das weltweit von der Weltnaturschutzunion (IUCN) zwar nur als "gering gefährdet" eingestuft wird. Allerdings werden seine Bestände in Russland und eben der Mongolei als "stark gefährdet" eingestuft. In Russland ist die Jagd bereits verboten, in der Mongolei soll ihre Zahl einer US-Studie zufolge massiv eingebrochen sein. Das Tier wird wegen seiner massiven Hörner gejagt. Es soll nicht der erste Abschuss eines Argali durch Trump Jr. gewesen sein. Laut FT habe er seit 2019 mindestens zwei weitere Tiere in der Mongolei geschossen.
Damit nicht genug soll eben Umar Kremlew zwei Tage im Camp der Jagdgesellschaft verbracht haben. Der Oligarch soll über engen Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin verfügen. Trumps Sohn hat aus dem Kontakt zu Kremlew nie einen Hehl gemacht, aber stets betont, dass es sich dabei nicht um eine geschäftliche Beziehung, sondern um persönliche Freundschaft handele. Die resultiere nicht zuletzt aus der gemeinsamen Liebe zur Jagd, teilte ein Trump-Sprecher nun mit. Dennoch soll ein Teilnehmer der Reise der FT berichtet haben, dass beide darauf bedacht waren, nicht gemeinsam fotografiert zu werden, während sie sich im Jagdcamp aufhielten. Was die beiden Männer dort besprachen, ist ebenfalls nicht bekannt.
Kremlew zahlt, obwohl er Trump Jr. kaum kennt
Es ist zumindest auffällig, dass es mindestens ihr zweites aufsehenerregendes Treffen binnen weniger Monate ist. Im Mai hatte Kremlew an der Hochzeit Trump Jr. und Bettina Anderson auf den Bahamas teilgenommen. Mehr noch, er hatte einen Teil der Kosten übernommen. Die sollen allein für die Anmietung der beiden Privatinseln für die dreitägige Party bei mindestens 100.000 Euro pro Nacht gelegen haben.
Der US-Rechercheplattform ProPublica zufolge soll Trump Jr. Kremlew erst kurz vor der Hochzeit kennengelernt haben. Dennoch griff er tief für den Trump-Spross in die Geldbörse und nahm dann mit einer größeren Gruppe russischer Gäste an einem Teil der Party teil, den die Braut als Feier "im engsten Familienkreis" bezeichnet haben soll. Nach öffentlichem Aufruhr erklärte US-Präsident Donald Trump, das Geld sei Kremlew erstattet worden. Dieser bestätigte den Vorgang später.
Geheimdienstexperten warnen der "Financial Times" zufolge, dass solche Beziehungen dennoch leicht manipuliert werden können. "Es spielt wirklich keine Rolle, ob jemand die allerbesten Absichten hat", sagte etwa auch Holden Triplett, der während der ersten Amtszeit des Präsidenten als Direktor für Spionageabwehr im Nationalen Sicherheitsrat der USA tätig war. "Sobald die russischen Sicherheits- und Geheimdienste herausfinden, dass jemand eine Beziehung zu einer hochrangigen Person unterhält, werden sie versuchen, dies als Waffe einzusetzen."
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