Identität aller 69 Todesopfer geklärt
Spaniens Bahn-Hochgeschwindigkeitsnetz war einst der Stolz der Nation. Nach zwei schweren Zugunglücken in einem Jahr läuft die Ursachenforschung noch.
30.10.2026 | 2:16 minNach dem verheerenden Zugunglück in Spanien haben die Behörden alle 69 Todesopfer identifiziert. Das mit der Identifizierung der Leichen beauftragte Team aus Polizisten und Gerichtsmedizinern stellte am Montag die Identität von drei weiteren Opfern fest, womit nun alle 69 Toten identifiziert sind.
Unter ihnen befinden sich den Angaben zufolge 54 spanische Staatsangehörige und 15 Ausländer. Bei den ausländischen Opfern handelt es sich um vier US-Bürger, zwei Australier, zwei Japaner sowie je einen Staatsangehörigen aus Argentinien, Kanada, Frankreich, Mexiko, Portugal, Tunesien und der Tschechischen Republik.
39 Verletzte werden weiterhin in Krankenhäusern behandelt, elf von ihnen auf Intensivstationen.
Am Mittwochmorgen war rund 110 Kilometer Luftlinie südlich von Madrid auf gerader Strecke ein Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Staatsbahn Renfe mit hoher Geschwindigkeit auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo aufgefahren. Mehrere Waggons entgleisten. Die Ermittlungen zur genauen Unglücksursache dauern an.
Hilfspaket für Angehörige von Unglücksopfern
Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte derweil ein Hilfspaket für Opfer und Angehörige an, das das Kabinett bei der Sitzung am Dienstag beschließen wolle. Geplant seien unter anderem vorgezogene Entschädigungszahlungen.
Nach dem Zusammenstoß zweier Züge im spanischen Urda werden die Verletzten behandelt. Mindestens 69 Menschen kamen ums Leben. Anfang des Jahres gab es auf derselben Strecke schon mal ein Unglück.
29.10.2026 | 1:33 minAußerdem sollen die gesetzlich vorgeschriebenen Entschädigungsleistungen für Fahrgäste in diesem Fall verdoppelt werden. Der Regierungschef versprach zudem eine "strenge und transparente Untersuchung" der Unglücksursache.
Ursache des Unglücks noch unklar
Die Ermittlungen zur Unglücksursache konzentrieren sich unter anderem auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehlentscheidungen in der Bahnleitstelle Madrid.
Funkmitschnitte legen nahe, dass ein Lokführer angewiesen wurde, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen, obwohl das Zugsicherungssystem noch außer Betrieb war und sich der andere Zug weiterhin auf der Strecke befand.
LZB und vergleichbare Systeme sollen dafür sorgen, dass Züge automatisch zum Stehen kommen, wenn Signale nicht beachtet oder die zulässigen Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden.
Der spanische Ministerpräsident Sánchez hat nach dem Zugunglück mit mindestens 69 Toten eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. In der Provinz Toledo waren zwei Schnellzüge kollidiert.
29.10.2026 | 1:34 minQuelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, etwa heute in europa am 30.10.2026 ab 16:00 Uhr sowie die heute-Nachrichten am 29.10.2026 ab 19:00 Uhr.
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