Staatsausgaben zahlen sich aus: Wirtschaftsforscher verdoppeln Wachstumsprognose

Staatsausgaben zahlen sich ausWirtschaftsforscher verdoppeln Wachstumsprognose
22.09.2026, 12:06 Uhr

Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr deutlich stärker steigen als zuletzt erwartet. Die staatlichen Investitionen schlagen zu Buche, der Iran-Krieg dagegen weniger als befürchtet. Ökonomen sehen aber weiter erheblichen Reformbedarf.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sind zuversichtlicher für die Konjunktur in Deutschland. Sie erhöhten ihre Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 1,3 Prozent in diesem Jahr und auf 1,1 Prozent für 2027, wie die Nachrichtenagentur Reuters von Personen erfuhr, die mit dem gemeinsamen Herbstgutachten der Institute vertraut sind. Im April hatten die Ökonomen und Regierungsberater noch damit gerechnet, dass das BIP 2026 nur um 0,6 Prozent steigt und im nächsten Jahr um 0,9 Prozent zulegt.
Die einzelnen Institute hatten Anfang September ihre jeweils eigenen Konjunkturschätzungen bereits spürbar erhöht, was sich nun auch in der Gemeinschaftsdiagnose niederschlägt. Die Fachleute führen das stärkere Wachstum darauf zurück, dass die staatlichen Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur zunehmend für Impulse sorgen. Zudem seien die Auswirkungen geopolitischer Krisen wie des Iran-Kriegs nicht so stark wie anfangs befürchtet.
Wegen der schwierigen Wettbewerbssituation der Wirtschaft und des Standorts Deutschland im internationalen Konkurrenzkampf sehen die Ökonomen deutlichen Reformbedarf für die Bundesregierung. Wichtig sei, dass die Koalition nach den jüngsten Wahlschlappen nicht nachlasse. Die Institute hatten bereits in der Vergangenheit den Tankrabatt kritisiert und eher für direkte Hilfen für einkommensschwächere Menschen plädiert - statt für teure Maßnahmen per Gießkannenprinzip.
Die Prognose wird im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums vom Ifo München, dem DIW Berlin, dem RWI Essen, dem IfW Kiel und dem IWH Halle erstellt. Die Ökonominnen und Ökonomen stellen ihre Analyse am Donnerstag vor.
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