BKA-Bericht: Deutlicher Anstieg bei Hinweisen zu Missbrauchsdarstellungen
Im Jahr 2025 haben das Bundeskriminalamt (BKA) und die beteiligten Beschwerdestellen insgesamt 49.231 Hinweise auf Missbrauchsdarstellungen im Internet statistisch erfasst. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Bundesregierung zum Löschen von Material zu sexuellem Kindesmissbrauch hervor, über den die Regierung den Bundestag unterrichtet hat. Demnach verzeichnet das Meldeaufkommen im Vergleich zum Vorjahr, als 31.536 Hinweise registriert wurden, einen Anstieg von rund 56 Prozent.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen verdeutlichen laut der Regierung die anhaltende Relevanz und Dynamik bei der Bekämpfung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs im digitalen Raum, bei der Strafverfolgungsbehörden und zivilgesellschaftliche Organisationen eng zusammenarbeiteten.
Ein Blick auf die geografische Verteilung der Serverstandorte offenbart: 15.097 Hinweise bezogen sich auf physische Server im Inland. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr mit 19.296 inländischen URLs einem Rückgang von rund 21,7 Prozent. Dagegen schnellte die Zahl der Hinweise auf im Ausland gespeicherte Inhalte nach oben. Hier registrierten die Behörden 34.134 Fälle gegenüber 12.240 im Jahr 2024. Das entspricht einer Vergrößerung dieses Segments um 178,9 Prozent. Nach Angaben der Regierung ist dieser enorme Zuwachs vor allem auf sogenannte Massenbeschwerden zu einzelnen Domains zurückzuführen, die von den Prüfstellen gebündelt und weitergeleitet wurden.
Unterschiedliche Löschgeschwindigkeiten
Die Bekämpfung dieser rechtswidrigen Inhalte im Internet stützt sich auf eine bewährte Kooperation zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren. Neben dem BKA übernehmen die Länder-Institution jugendschutz.net sowie die Beschwerdestellen des eco-Verbandes und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) eine wichtige Brückenfunktion. Die 2007 ins Leben gerufene und 2025 erneut aktualisierte Kooperationsvereinbarung bildet dafür das organisatorische Fundament. 99,5 Prozent aller Informationen zu entsprechenden URLs gelangten im Berichtsjahr über diese inländischen Beschwerdestellen zum BKA.
Bei den Löschgeschwindigkeiten sind deutliche Unterschiede erkennbar. Das Entfernen von im Inland gehosteter Inhalte gelingt meist schneller: 2025 waren rund 28,12 Prozent aller inländischen URLs nach spätestens zwei Tagen gelöscht. Eine Woche nach Hinweiseingang sank die Zahl der noch verfügbaren Adressen auf 924 Exemplare. Die Restverfügbarkeit lag damit bei 6,12 Prozent. Generell reagierten inländische Hoster damit schnell, auch wenn 2024 deutlich schneller gelöscht worden sei.
Komplizierter gestaltet sich der Prozess im Ausland. Doch auch hier waren nach vier Wochen 95 Prozent der URLs gelöscht. Der Bericht belegt laut der Regierung insgesamt, dass durch kontinuierliche Prozessoptimierungen eine hohe Effektivität des Prinzips Löschen statt Sperren aufrechterhalten werden könne.
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