Paraguays abgesetzter Präsident Peña unter Hausarrest
Nach Amtsenthebung:Paraguays abgesetzter Präsident Peña unter Hausarrest
Paraguays abgesetzter Präsident Santiago Peña steht nach der Pleite der Digitalbank Ueno unter Hausarrest. Er werde wegen des Verdachts auf Untreue in seinem Haus festgehalten.
Paraguays Präsident Peña bleibt trotz Rücktrittsgesuchs im Amt. Hunderte protestierten in Asunción. Sie werfen ihm vor, für die Pleite einer der größten Banken des Landes verantwortlich zu sein.
06.11.2026 | 0:26 minIn Paraguay ist der abgesetzte Präsident Santiago Peña am Freitag kurz nach seiner Amtsenthebung unter Hausarrest gestellt worden. Er werde dort bleiben, bis die Staatsanwaltschaft die Anklagepunkte gegen ihn endgültig festgelegt habe, teilten die Behörden mit.
Zuvor hatte das Parlament den Staatschef wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in einen Bankenskandal seines Amtes enthoben. Im Anschluss wurde der bisherige Vizepräsident Pedro Alliana als Präsident vereidigt.
Peña hatte am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht. Der Kongress nahm ihn jedoch nicht an. Durch die Absetzung verliert Peña den Anspruch auf einen lebenslangen Sitz im Senat und die damit verbundene parlamentarische Immunität.
Peña nach Kollaps der Digitalbank Ueno unter Druck
Peña war nach dem Kollaps der Digitalbank Ueno unter wachsenden Druck geraten und hatte den Rückhalt von Mitgliedern seiner konservativen Colorado-Partei verloren. Abgeordnete warfen ihm Interessenkonflikte, die Zweckentfremdung von Pensionsgeldern und institutionelle Vertuschung im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Ueno vor.
Der seit 2023 amtierende Ökonom war bis März vergangenen Jahres Anteilseigner der Grupo Vazquez, die Ueno kontrolliert. Das Geldhaus war rasch von einem Nischenanbieter aus der Finanztechnologie-Branche (Fintech) zu einer mittelgroßen Bank herangewachsen. Das Institut verwaltete knapp 850 Millionen Dollar an öffentlichen Geldern.
Gegen die Ueno-Bank, eine der größten Banken Paraguays, hatte die Zentralbank am 03.11.2026 ein Abwicklungsverfahren eingeleitet, nachdem die Eigenkapitalquote des Geldinstituts unter 50 Prozent des vorgeschriebenen Mindestwertes gefallen war. Die Bank betreute das Geld von rund 2,9 Millionen Kunden, die vorerst keinen Zugriff auf ihre Konten haben. Laut "Ultima Hora" besaß Präsident Peña bis April 2025 Aktien des Eigentümerkonsortiums und seine Regierung hatte Gelder der staatlichen Rentenversicherung im großem Maß in der Bank angelegt.
Peña regiert das südamerikanische Land seit August 2023. Seine Partei, die konservative Partido Colorado, stellte seit 1948 mit Ausnahme von einer Amtszeit alle Präsidenten des Landes. Im Korruptionsindex von Transparency International liegt Paraguay auf Platz 150 von 182.
(Quelle: dpa am 06.11.2026)
Rücktritt des Zentralbankchefs und Festnahmen
Paraguays Zentralbank hatte bei Ueno eingegriffen, nachdem sie einen Verstoß gegen die Mindestanforderungen an die Zahlungsfähigkeit festgestellt hatte. Dies löste eine Krise aus, durch die rund drei Millionen Kunden des Unternehmens in dem 6,5 Millionen Einwohner zählenden Land nicht mehr auf ihre Konten zugreifen können.
Die Turbulenzen hatten am Dienstag zum Rücktritt des Zentralbankchefs und zur Festnahme von acht Ueno-Führungskräften geführt. Ueno hat sich nicht öffentlich zu dem Fall geäußert.
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