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Tuesday, September 15, 2026

Zahlen, bitte! The Beatles und die Wissenschaft: 3200 Referenzen in Arbeiten

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind auch nur Nerds: Angesichts des enormen Einflusses der Beatles auf die Popkultur überprüften Forscher der Delft University of Technology (TU Delft), wie er auf wissenschaftliche Arbeiten geht. Er geht sehr weit: In 3200 Arbeiten sind exakte Songzitate oder abgewandelte Anspielungen auf Beatles-Songs zu finden.

Die Forscher Gabriel Budel, Robert E. Kooij und Michiel Tjepkema wollten es in ihrer Arbeit „How science gets by with a little help from the Beatles: Detecting cultural wordplay in scientific literature using large language models“ ganz genau wissen.

Neugierig machte sie alleine die Tatsache, dass die einfache Eingabe von „The Beatles“ in der Artikelsuche der britischen Wissenschaftszeitschrift Nature bereits alleine schon 116 Treffer ergab. Die niederländischen Forscher nutzten dafür eine KI, um in der wissenschaftlichen Datenbank Scopus sowie in Google Scholar in wissenschaftlichen Arbeiten nach Zitaten zu suchen.

Bitte Zahlen

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Sie nahmen ausschließlich Songs, deren Urheberschaft bei den Beatles liegt und die nicht etwa von ihnen gecovert wurden. Außerdem nahmen sie zu allgemeine Phrasen wie etwa „All Together Now“ auch aus der Prüfliste, um irrtümliche Treffer auszuschließen. Übrig blieben 112 Beatles-Songs (PDF) sowie 34 Songtextfragmente (PDF), die für die LLM-Prüfung (PDF) herangezogen wurden.

Die Forscher fanden insgesamt 2237 exakte Referenzen zu Songs und Texten von Beatles-Songs und insgesamt 963 Wortspiele mit direktem Bezug. Also wurden sie in 3200 Fällen fündig. Alleine in 1584 Artikel-Überschriften wurden Songtitel entdeckt. Zum Vergleich herangezogene Künstler wie Elvis Presley (196 Erwähnungen) und Michael Jackson (76 Erwähnungen) blieben weit hinter den Fab Four aus Liverpool zurück.

Das Logo der Band, die mit womöglich über eine Milliarde verkaufter Tonträger als die erfolgreichste Band aller Zeiten gilt.

(Bild: Apple)

Der Song „All you need is love“ wurde laut den Wissenschaftlern besonders oft zitiert, etwa in der Studie von 2015 „All You Need is Sleep“ wie auch in dem 2017 veröffentlichten Paper „Attention is all you need“. Diese Forschungsarbeit gilt mit über 170.000 Zitaten als eine der meistgenannten Forschungsarbeiten des 21. Jahrhunderts. Das hat auch Gründe: Führt es doch in die Grundlagen und Deep-Learning-Architektur namens Transformer ein, aus der später Sprachmodelle wie ChatGPT entstanden.

Der Song mit den häufigsten Referenzen war jedoch mit 798 Fundstücken „The Long and Winding Road“ aus dem 1970er Album „Let it be“, gefolgt von „With a Little Help from My Friends“ (aus dem 1967er Album „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“) mit 209 Treffern gefolgt von „Here, There and Everywhere“ (aus dem Album „Revolver“ von 1966) mit 129 Treffern. Die Forscher führen die Häufung darauf zurück, dass sie den wissenschaftlichen Prozess um Forschung, Zusammenarbeit und Entdeckungen sehr gut umschreiben.

Dass die Arbeit ein Leckerbissen, aber auch anstrengend für die drei Beatles-Fans war, gab Studienautor Gabriel Budel zu: „Der lustigste Teil des Jobs war auch der mühsamste. Das Sprachmodell markierte Tausende von Kandidatentiteln, und wir drei lasen dann jeden einzelnen markierten Titel von Hand, um zu entscheiden, ob es sich wirklich um ein Beatles-Wortspiel handelte. Wir saßen da und stritten darüber, ob ‚You say you want a resolution’ zählt. Das tut es.“

Die vier Pilzköpfe aus Liverpool scheinen also auch in die Wissenschaft zu strahlen. Das führt auch zu manch einem Kuriosum. Insbesondere in die Astronomie gibt es viele Schnittmengen: Gleich fünf Asteroiden tragen Beatles-Namen: 4147 Lennon, 4148 McCartney, 4149 Harrison und 4150 Starr sind im Jahr 1990 nach den einzelnen Bandmitgliedern benannt worden.

Aber wieso fünf? Nein, kein fünfter Beatle, sondern im Jahr 2001 gabs die Wiedervereinigung, na ja, eher die Benennung nach der Band: (8749) Beatles umkreist zwischen Mars und Jupiter die Sonne, ist mit einem Durchmesser von 3,6 Kilometern jetzt nicht der Sun King, sondern eher durchschnittlich in der Größe.

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Ein Asteroid namens (32605) Lucy existiert mittlerweile auch, aber nicht benannt nach dem Beatles-Song, sondern nach „Lucy“, einem 3,2 Millionen Jahre alten Teilskelett eines Vormenschen der Gattung Australopithecus afarensis. Inwieweit sich Diamanten auf dem Asteroiden befinden ist zudem nicht überliefert.

Dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch Humor besitzen, zeigt ein Projekt, welches Eishügel der arktischen Tundra (sogenannte Pingos) untersucht, um Erkenntnisse der Planetenbildung zu gewinnen, da ähnliche Hügel auch auf dem Mars und dem Zwergplaneten Ceres zu finden sind. Der Name: Pingo SubTerranean Aquifer Reconnaissance and Reconstruction, oder kurz: Pingo STARR.

Aber auch auf andere Weise nahmen die Beatles auf die Wissenschaft Einfluss, wenn auch indirekt: EMI, das die Beatles unter Vertrag hatte, erhielt durch die enormen Gewinne, die Songs wie „I Want to Hold Your Hand“ 1964 einspielten, die Spielräume, um in anderen Bereichen zu investieren.

Godfrey Newbold Hounsfield, Ingenieur der EMI konnte dadurch seine Idee verwirklichen, Röntgenstrahlen über viele Achsen auf die zu scannende Körperregion zu schicken, um einen genauen Scan vorzunehmen. 1972 erschien mit dem EMI Mark 1 der erste Computertomograph, geschaffen mit den Gewinnen aus den Beatles-Veröffentlichungen.

Künstliche Intelligenz half den Beatles auch zu einem Abschluss: Mithilfe von KI konnten die verbliebenen Bandmitglieder Paul McCartney und Ringo Starr aus einer Demo-Kassette John Lennons einen letzten Beatles-Titel erstellen: Die KI übernahm dabei ausschließlich die Trennung der Stimme von John Lennon aus Störgeräuschen des Demo-Bands und ermöglichte daraus einen letzten Song einzuspielen, den sie seit drei Jahrzehnten aufnehmen wollten aber aus technischen Beschränkungen nicht schafften.

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