Irans Währung fällt auf historisches Tief
Angesichts von Krieg und Wirtschaftssanktionen ist Irans Landeswährung im Sinkflug. Auf dem freien Markt stieg der Wechselkurs für einen Euro erstmals auf die historische Marke von drei Millionen Rial, wie das iranische Finanzportal bon-bast.com meldet. Durch den rapiden Wertverlust sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung drastisch.
Seit Beginn des USA-Iran-Kriegs im Februar hat die Währung wiederholt neue Tiefstände erreicht. Die iranische Wirtschaft steht angesichts internationaler Sanktionen bereits seit Jahren unter Druck. Doch die Seeblockade der USA gegen iranisches Öl und neue Sanktionen, die seit Kriegsbeginn verhängt wurden, haben sie in den freien Fall getrieben.

Der drastische Wertverlust des Rial trifft Irans Bürger hart: Löhne verfallen, Grundnahrungsmittel verdoppeln sich im Preis. Nach Angaben von Finanzexperten ist der durchschnittliche Monatslohn seit Jahresbeginn von umgerechnet 120 Euro auf rund 70 Euro gefallen.
Lebensmittelpreise explodieren
Die Abwertung verteuert vor allem den Import von Konsumgütern und Rohstoffen, was den heimischen Preisdruck weiter anheizt. In den vergangenen sechs Monaten seien die Lebensmittelpreise deutlich gestiegen, schilderten Menschen in der Hauptstadt Teheran der Deutschen Presse-Agentur.
So habe sich der Preis für ein Brot von 250.000 Rial auf 500.000 verdoppelt. Der Preis für ein Kilogramm Reis sei von 3,5 Millionen auf 5,5 Millionen Rial gestiegen. Fleisch sei für viele Haushalte inzwischen unerschwinglich.

"Der wirtschaftliche Druck hat alle Unternehmen getroffen, auch auf dem Markt, insbesondere Kosmetik- und Hygieneartikelgeschäfte sowie Bekleidungsgeschäfte", sagte der Teheraner Restaurantbesitzer Behnam Riazi der Nachrichtenagentur Reuters. Die meisten würden nur noch das Nötigste kaufen: "Es ist mittlerweile so weit gekommen, dass die Menschen lieber keine Schuhe, keine Kleidung und keine Kosmetik- und Körperpflegeprodukte kaufen. Aber natürlich müssen sie sich ernähren."
Der zurückgegangene Konsum habe sich auf alle Unternehmen und Ladenbesitzer ausgewirkt. Auch Riazi selbst bekommt die Folgen zu spüren. Er kann in seinem Restaurant die Preise nicht erhöhen, weil seine Kunden nicht mehr bezahlen können.
Verschärfte US-Sanktionen
Die USA hatten auf die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran mit einer eigenen Blockade iranischer Seehäfen reagiert, um das Land wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Dadurch ist der iranische Ölhandel nahezu zum Erliegen gekommen.
Zudem verhängten die USA Sanktionen gegen "Unterstützer" des Iran. Von den Maßnahmen betroffen sind unter anderem Banken und Luftfahrtunternehmen.
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