Vorstoss im Kantonsparlament – Schuluniform soll Ungleichheit an Tessiner Schulen beseitigen

Die Motion der FDP-Grossrätin Michela Ris verlangt, dass die Einführung einer einheitlichen Kleidung in Kindergärten und an Primarschulen des Tessins geprüft wird. Damit solle ein Beitrag geleistet werden zur Verringerung der wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern.
Der politische Vorstoss wird von anderen Parlamentsmitgliedern von FDP, Mitte, Lega, SVP und dem Alternativen Forum unterstützt.
So begründet die Tessiner Grossrätin Michela Ris ihren Vorstoss
Eine Schuluniform bedeute nicht, «dass die Kinder Veston und Krawatte tragen müssen», betont Michela Ris gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI), «sondern vielleicht ein Poloshirt und kurze Hosen. Das soll Ordnung schaffen und die Ungleichheiten beseitigen.»
Die FDP-Grossrätin beklagt, dass es zwar Richtlinien gebe, diese aber zu wenig eingehalten würden. Und sie fügt hinzu: «Darum wollen wir versuchen, alle Kinder zu vereinheitlichen, aber nicht alle gleich machen, sondern dass es mehr Ordnung gibt. Und dass nicht schon in jungen Jahren Ungleichheiten entstehen. Denn das ist das grosse Problem.»
Geringere Kosten dank zentralen Einkaufs
Auch für Fabio Valsangiacomo, Direktor der kommunalen Schulen von Lugano, ist die Schaffung eines Gefühls der Zugehörigkeit und der Gemeinschaft an den Schulen ein wichtiges Thema. Als Instrumente dafür sieht er aber primär den Lehrplan und den Sachunterricht. Er betont: «Ich bin überzeugt, dass sich die Schule um diese Bereiche kümmern muss und sie bereits viel tut.»
Offen ist, wie eine solche Schuluniform finanziert werden soll. «Die Kosten für die Eltern wären geringer», gibt sich Grossrätin Ris überzeugt. «Denn Kleider für die Kinder muss man ohnehin kaufen. Durch die Zentralisierung des Einkaufs, ohne teure Markenkleidung, wären die Ausgaben geringer als heute.»
Die Kosten drohen aber auch, die Budgets der Gemeinden zu belasten. Denn die Uniformpflicht soll nur für die Primar- und Kindergartenstufe gelten, und für die sind die Gemeinden zuständig.
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