KI-Assistent: Anthropic vereint Claude Chat, Cowork und Artifacts
Anthropic führt seine bislang getrennten Arbeitsbereiche zusammen: Was das Unternehmen als Claude Chat, Claude Cowork und Claude Artifacts vermarktet hat, soll künftig aus einer einzigen Oberfläche heraus bedienbar sein. Parallel dazu kündigt der Anbieter zwei neue Werkzeuge an, Claude Docs und Claude Slides; Claude Design soll zudem innerhalb normaler Unterhaltungen nutzbar werden.
Bisher mussten Nutzer beim Anlegen eines Chatfensters entscheiden, ob es ein regulärer Chat werden soll oder eine Cowork-Session, in der Claude unter anderem Werkzeuge nutzen und auf lokale Dateien zugreifen kann. Diese Entscheidung soll künftig entfallen: Man startet eine Session, und Claude wählt nach Angaben des Herstellers selbst, was die Aufgabe erfordert, und zieht Kontext, Skills und Connectoren hinzu. Wie zuverlässig diese Einschätzung ausfällt, lässt sich vor dem Rollout nicht beurteilen.
Als Begründung nennt Anthropic Rückmeldungen von Nutzern: Genutzt worden seien beide Bereiche – gestört habe die Nutzer aber die Vorabentscheidung, wohin eine Aufgabe gehört – zumal begonnene Arbeit nicht vom einen in den anderen Bereich übertragbar war.
Docs, Slides und Design
Neu ist Claude Docs, ein Dokument, das man laut Anbieter gemeinsam mit dem Chatbot schreibt: Claude soll Abschnitte entwerfen, Rückfragen stellen und Entscheidungen kommentieren. Mehrere Personen sollen gleichzeitig in einem Dokument arbeiten können; Dokumente seien zunächst privat, der Eigentümer gebe sie an einzelne Personen oder die gesamte Organisation frei. Als Exportziele nennt Anthropic Google Docs und Microsoft Word, weitere sollen folgen.
Künftig soll man Dokumente direkt in Claude bearbeiten und formatieren können.
(Bild: Anthropic)
Ebenfalls neu ist Claude Slides: Der Chatbot kann einen Foliensatz entwerfen, den Anwender direkt in Claude bearbeiten können, statt ihn herunterzuladen und in PowerPoint zu öffnen. Auch das Präsentieren soll aus Claude heraus möglich sein, ein Download als PowerPoint oder PDF bleibt vorgesehen. Claude Design soll auf Zuruf einseitige Visuals oder Grafiken erzeugen, exportierbar als Bild oder PDF.
Alles so Erstellte liegt dem Unternehmen zufolge unter einem teilbaren Link, der sich auch auf dem Smartphone öffnen lässt, und bleibt bearbeitbar: Elemente lassen sich demnach selbst verschieben oder per Anweisung von Claude ändern. Wer die Dokumente teilt, sollte im Blick behalten, dass sie damit auf Servern des Anbieters liegen.
Claude Slides entwirft Foliensätze, die man direkt im Chatbot weiterbearbeitet – ob das PowerPoint ersetzt, muss die Praxis zeigen.
(Bild: Anthropic)
Weiterarbeiten ohne offenen Rechner
Aufgaben sollen weiterlaufen, auch wenn der Laptop zugeklappt ist; den Fortschritt will Anthropic unterwegs auf dem Smartphone abrufbar machen. Wiederkehrende Aufträge lassen sich den Angaben zufolge planen, etwa ein Report, den Claude jeden Montag von sich aus beginnt. Wie eigenständig die Software dabei agiert, soll einstellbar sein: Standardmäßig fragt sie vor einer Aktion nach, auf Wunsch arbeitet sie durch und meldet sich nur, wenn etwas genauer geprüft werden soll. Die letzte Entscheidung liege damit weiter beim Nutzer – wer die Rückfragen abschaltet, gibt allerdings genau diese Kontrolle ein Stück weit ab.
Die Zusammenführung soll in den kommenden Wochen für Pro- und Max-Nutzer ausgerollt werden, weitere Abo-Stufen sollen folgen. Docs, Slides und Design sind vorerst als Beta deklariert und bleiben Bezahltarifen vorbehalten; in Unternehmen entscheiden die Administratoren, wann sie die Funktionen freischalten. Wer Claude Design bislang eigenständig nutzt, soll das weiterhin tun können. Inhabern von Unternehmenskonten kündigt Anthropic Änderungen per Mail mindestens 30 Tage im Voraus an.
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Wer tiefer in die Funktionen von Claude einsteigen möchte, findet hier eine dreiteilige Reihe mit Praxisanleitungen.
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